Reizdarm: Symptome des Reizdarmsyndroms erkennen

Das Reizdarmsyndrom, auch RDS genannt, ist weit verbreitet. Es kann sich durch ganz unterschiedliche Beschwerden zeigen, die zum Teil auch Bereiche außerhalb des Magen-Darm-Trakts betreffen. Welche Symptome treten bei einem Reizdarm auf und welche Magen-Darm-Beschwerden sind auf andere Ursachen zurückzuführen? Unsere Fotostrecke hilft bei der Einordnung.

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Reizdarm: Verstopfung und Durchfall als häufige Symptome

Frau mit Reizdarm-Symptomen © Getty Images/ Kittisak Jirasittichai / EyeEm
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Verstopfung tritt als Symptom bei Reizdarm vermehrt auf. Der medizinische Fachbegriff für Verstopfung ist Obstipation. Ist Verstopfung ein sogenanntes Leitsymptom, tritt also besonders häufig auf, handelt es sich um ein obstipationsdominantes Reizdarmsyndrom.

Auch Durchfall ist bei Reizdarm ein typisches Syndrom. Bei Durchfall (Diarrhoe) als Leitsymptom spricht man auch vom diarrhoedominanten Reizdarmsyndrom.
Auch wenn meist eine der beiden Beschwerden vermehrt vorkommt, können Verstopfung und Durchfall bei Reizdarm auch im Wechsel auftreten.

Rückenschmerzen durch Reizdarm

Frau mit Rückenschmerzen durch Reizdarm © Getty Images/Kittiphan Teerawattanakul / EyeEm
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Im Rahmen eines Reizdarmsyndroms kann es auch zu Rückenschmerzen kommen. Dies liegt zum einen daran, dass Schmerzen aus dem Bauchraum auch in den Bereich des unteren Rückens ausstrahlen können. Zum anderen kann eine schmerzhaft verspannte Bauchmuskulatur auch zu Verspannungen der gegenüberliegenden Rückenmuskeln führen.

Schleim, unverdaute Nahrungsreste oder Blut im Stuhl

Blut im Stuhl bei Reizdarm © Getty Images/comzeal
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So vielfältig die Anzahl der Beschwerden bei einem Reizdarmsyndrom auch ist – unverdaute Nahrungsreste im Stuhl weisen typischerweise nicht auf das Vorliegen eines Reizdarms hin, können aber ein Anzeichen für eine andere Erkrankung im Magen-Darm-Trakt sein.

Auch Blut im Stuhl zählt nicht zu den üblichen Symptomen bei Reizdarm. Lediglich im Zusammenhang mit häufigen und starken Verstopfungen kann es zu Einrissen in der Afterschleimhaut kommen, die sich auch durch hellrotes Blut am Toilettenpapier oder im Stuhl zeigen können. Hinter Blut im Stuhl können zudem unterschiedliche Erkrankungen stecken. Dazu gehören beispielsweise Hämorrhoiden, Gefäßprobleme im Darm oder ein Magengeschwür. Weitere mögliche Ursachen von Blut im Stuhl finden Sie hier.

Die Beimengung von hellem Schleim auf dem Stuhl kann dagegen ein Anzeichen für einen Reizdarm sein.

Gewichtsverlust bei Reizdarmsyndrom

Frau mit Gewichtsverlust bei Reizdarmsyndrom © Getty Images/Prostock-Studio
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Auch wenn es aufgrund von Durchfall, Blähungen oder Magenschmerzen und dem damit einhergehenden Unwohlsein vorübergehend zu einem Appetitmangel kommen kann, zählt ein merklicher Gewichtsverlust nicht zu den typischen Symptomen bei einem Reizdarm. Ungewolltes Abnehmen kann ein Anzeichen für eine andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankung sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Blähbauch und Blähungen als Reizdarm-Symptom

Frau mit Blähbauch bei Reizdarm © Getty Images/Oleg Elkov
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Blähungen treten besonders häufig bei einem Reizdarmsyndrom auf. Stellen sie das Leitsymptom dar, spricht man vom meteorismusdominanten Reizdarmsyndrom. Meteorismus bezeichnet die Ansammlung von Gasen im Darm und im Magen. Dadurch kann es auch zu einem sogenannten Blähbauch kommen, der meist in Kombination mit den Blähungen auftritt. Auch ein Völlegefühl ist möglich. Dieses bessert sich in der Regel nach dem Stuhlgang.

Fettstuhl bei Reizdarm

Toilette mit Fettstuhl bei Reizdarm © Getty Images/LumiNola
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Fettstuhl (auch Steatorrhoe oder Pankreasstuhl) entsteht durch eine vermehrte Ausscheidung von Fett mit dem Kot. Dieser riecht dann besonders stark und ist hellbraun, voluminös und klebrig. Der Fettstuhl tritt bei Reizdarm nicht auf. Er kann aber durch andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden, beispielsweise durch Morbus Crohn oder eine Zöliakie.

Schmerzen bei Reizdarm

Mann mit Schmerzen bei Reizdarm © Getty Images/Viktoria Korobova
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Spricht man beim Reizdarm von Schmerzen, bezieht man sich meist auf die diffusen, also örtlich schwer bestimmbaren, Bauchschmerzen. Diese können von wechselnder Stärke und krampfartig sein. Treten Bauchschmerzen als Leitsymptom auf, handelt es sich um ein schmerzdominantes Reizdarmsyndrom.

Neben Bauchschmerzen kann es beim Reizdarm, wie bereits erwähnt, auch zu Rückenschmerzen kommen. Betroffene berichten zudem teilweise über zeitgleiche Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder Schmerzen beim Stuhlgang.

Übelkeit als Anzeichen für Reizdarm

Frau mit Übelkeit bei Reizdarm © Getty Images/Piotr Marcinski / EyeEm
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Übelkeit ist kein klassisches Symptom bei Reizdarm. Nur in sehr seltenen Fällen berichten Betroffene von diesen Beschwerden. Leidet man häufig an Übelkeit, sollte man also andere Ursachen, wie einen Reizmagen, als Auslöser in Betracht ziehen.

Müdigkeit und psychische Beschwerden bei Reizdarm

Frau mit Müdigkeit bei Reizdarm © Getty Images/Westend61
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Die Beschwerden bei einem Reizdarmsyndrom können sich durch psychische Belastungszustände, wie Stress oder Angst, verschlechtern. Umgekehrt bessern sich die Symptome in der Regel, wenn die Belastung nachlässt.

Je nach Häufigkeit und Schwere der Symptome kann ein Reizdarm auch psychische Beschwerden hervorrufen. Diese können sich dann als depressive Verstimmungen, Müdigkeit und Erschöpfung äußern. Bei anhaltenden psychischen Beschwerden sollte therapeutischer Rat gesucht werden.

Schwitzen als Reizdarm-Symptom

Mann schwitzt wegen Reizdarm © Getty Images/demaerre
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Gleichzeitig mit den Magen-Darmbeschwerden können bei einem Reizdarm bisweilen auch Begleitsymptome auftreten. Dazu gehören beispielsweise auch Hitzewallungen und vermehrtes Schwitzen.

Reizdarm-Symptome: Ausschluss anderer Erkrankungen nötig

Arztbesuch bei Reizdarm © Getty Images/FatCamera
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Vermuten Sie ein Reizdarmsyndrom bei sich, sollten Sie ärztlichen Rat suchen – auch, um Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes auszuschließen, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Auch Erkrankungen an der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase können Beschwerden verursachen, die denen eines Reizdarms ähneln.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
K58.-

Aktualisiert: 10.06.2022
Autor*in: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin