Ulkus-Komplikationen

Magengeschwür als Ulkus-Komplikation © istockphoto, leonello

Ein Ulkus bezeichnet ein Geschwür. Zu den Ulkuserkrankungen zählen sowohl Magengeschwüre als auch Zwölffingerdarmgeschwüre. Eine Behandlung kann in der Regel ambulant stattfinden. Zudem ist keine Bettruhe nötig. Dennoch kann es im Rahmen der Behandlung einer Ulkuserkrankung schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Komplikationen bei Ulkuserkrankungen

Mögliche Komplikationen beim Behandeln von Geschwüren sind:

  • Blutung mit Schock (Blutendes Ulkus)
  • Perforation (Durchbruch des Ulkus)
  • Penetration (Einbrechen des Ulkus in benachbarte Organe)
  • Pylorusstenose (narbige Verengung des Magenausgangs)
  • Maligne Entartung

Blutendes Ulkus

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre können bereits bei ihrer Erstmanifestation bluten, aber auch als Rezidivgeschwüre im Rahmen einer chronischen Ulkuskrankheit. Therapie mit gewissen Schmerzmedikamenten allein oder in Kombination mit Kortison ist der wichtigste Risikofaktor. Auch männliches Geschlecht, höheres Lebensalter (älter als 60 Jahre), frühere Ulkuskomplikationen und Durchmesser des Geschwürs über zwei Zentimeter erhöhen das Risiko der Ulkusblutung. Etwa 10 Prozent aller Ulzera bluten, 10 Prozent der Blutungen enden tödlich.

Hinter dem Magenausgang verlaufen grosse Blutgefässe, die bei einem blutenden Ulkus angegriffen werden und selbst bluten können. Es besteht Lebensgefahr, weil man bei der Notfalloperation sehr schlecht an diesen Körperbereich rankommt und so die Gefahr besteht, dass die sehr starke Blutung nicht rechtzeitig gestoppt werden kann. Chronische Ulkusblutungen bleiben häufig lange unbemerkt und fallen oftmals erst bei einer Routineuntersuchung durch die Blutarmut auf. Akute Ulkusblutungen können dagegen hochdramatisch verlaufen.

Symptome sind zum Teil massive Blutverluste (hellrotes Blut wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden, Bluterbrechen und Schock). Besteht der Verdacht auf eine Ulkusblutung, muss der Patient schnellstmöglich in das nächstmögliche Krankenhaus eingewiesen und dort untersucht werden! Ist es schon zu einer starken Blutung gekommen, muss als Erstmassnahme der Kreislauf durch Blutkonserven und Zuckerlösungen stabilisiert werden.

Nach oder parallel zur Kreislaufstabilisierung wird die Blutungsquelle endoskopisch lokalisiert und durch Unterspritzung mit Suprarenin und/oder Fibrinkleber gestillt. Versagen die endoskopischen Techniken, ist die notfallmässige chirurgische Blutstillung indiziert. Dazu muss der Bauch eröffnet, die Blutungsquelle lokalisiert und das Ulkus entfernt werden. Zusätzlich wird das blutende Gefäss mit einem Faden unterbunden. Ein Magen(teil-)entfernung ist heutzutage nur noch in den allerseltensten Fällen notwendig.

Durchbrechendes (perforierendes) Ulkus

Perforationen gehen häufiger von Zwölffingerdarm- als von Magengeschwüren aus. Sie schaffen eine Verbindung zwischen dem Zwölffingerdarm oder Magen und den Nachbarorganen (Bauchspeicheldrüse, querverlaufender Dickdarm) oder der freien Bauchhöhle. Der bedeutendste Risikofaktor ist die Einnahme von bestimmten Schmerzmedikamenten. Typisch sind plötzlich einsetzende heftigste Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken.

Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt bei Perforation Luft unter den Zwerchfellkuppeln, die normalerweise dort nicht zu finden ist. Sieht der Chirurg dieses Röntgenbild, wird er sofort die Notfalloperation einleiten. Zusätzlich werden hochwirksame Antibiotika gegeben, denn auch noch in der heutigen Zeit ist eine starke Bauchfellentzündung lebensgefährlich. Im Regelfall erfolgt eine Übernähung oder Ausschneidung des Geschwürs. Selten geworden sind Magenteilentfernungen.

Magenausgangsstenose (Verengung des Magenausgangs)

Magenausgangsstenosen werden durch Ulzera in bestimmten Bereichen des Magens verursacht. Sie können die Folge von Magenschleimhaut-Entzündungen rund um akute Geschwüre sein oder sind durch narbige Schrumpfung nach Ulkusheilung entstanden. Die Patienten nehmen nur noch kleine Nahrungsportionen zu sich. Dadurch und durch häufiges Erbrechen nehmen sie an Gewicht ab.

Die Diagnose erfolgt durch eine Spiegelung des Magen-Darm-Bereiches. Ist die Magenausgangsstenose durch Gastritis rund um ein akutes Ulkus entstanden, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Rückgang der Verengung nach einer Behandlung sehr gross. Anders sieht es bei der chronischen Magenausgangsstenose aus. Diese ist infolge einer Schrumpfung der Narben, die jedes Ulkus hinterlässt, entstanden. Diese heilen nicht spontan ab, sondern müssen durch eine sogenannte endoskopische Ballondilatation wieder eröffnet werden.

Die Gefahr, dass die Verengung sich wieder einstellt, ist auch unter Medikamentengabe sehr gross. In diesem Fall ist eine Operation notwendig. Die Passage wird durch eine sogenannte Pyloroplastik wiederhergestellt.

Einnahme von Schmerzmittel überdenken

Rauchen, Alkohol- und Koffeingenuss führen zu einer Reizung der Magenschleimhaut und tragen zur Schädigung der Magenschleimhaut bei. Bei Schmerzen in der Magengrube sollte nicht sofort auf Schmerzmedikamente zurückgegriffen werden. Diese können zwar kurzfristig zu einer Schmerzlinderung führen, allerdings auch die Schleimhaut im Dünndarm angreifen. Schmerzmedikamente sollten nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Bei chronischen Erkrankungen, die eine dauernde Schmerztherapie erfordern (zum Beispiel chronisches Gelenkrheuma), ist ein Verzicht auf diese schmerzlindernden und entzündungshemmenden Arzneimittel meist nur bedingt oder gar nicht möglich. Hier ist zu prüfen, ob neuere magenverträglichere Substanzen eingesetzt werden können.

Aktualisiert: 06.02.2018

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