Zungendiagnose: Das bedeuten Flecken, Beläge & Co.

Zungenbeläge setzen sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen: Dazu gehören Mikroorganismen, Schüppchen von Hornzellen oder Speisereste. Dies ist ganz normal – eine leicht weißlich belegte Zunge ist also erstmal kein Grund zur Besorgnis.

Ist der Zungenbelag jedoch stark ausgeprägt, fleckig, verfärbt oder begleitet von weiteren Beschwerden, kann dies ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein. Auch andere Veränderungen an der Zunge, wie Risse oder Bläschen, können durch Krankheiten verursacht werden. Unsere Fotostrecke liefert erste Hinweise darauf, wie Sie Zungenbeläge und andere Krankheiten der Zunge anhand von Bildern richtig deuten können.

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Starker, weißer Belag auf der Zunge

Zunge mit weißem Belag © iStock.com/canbedone
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Ist die Zunge von einem starken, weißen Belag bedeckt, ist dies häufig ein Anzeichen für einen Infekt, wie eine Erkältung oder Grippe. Auch durch eine längere Behandlung mit Antibiotika kann eine weiße Zunge entstehen.

Befindet sich der Belag nur auf beiden Seiten der Mittelrinne, kann dies auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hindeuten.

Weißer Belag mit Rötungen

Zunge mit weißem Belag und Rötungen © iStock.com/Tunatura
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Ist die Zunge dick und weiß belegt, kann dies in Kombination mit einer geröteten Zunge oder Mundschleimhaut ein Hinweis auf eine orale Candidose sein. Dabei handelt es sich um eine durch den Hefepilz Candida ausgelöste Infektion im Mund. Die auch als Mundsoor bekannte Erkrankung ist in drei Formen aufgeteilt, von denen zwei die typischen Beläge aufweisen.

Betroffene, die an Mundsoor erkrankt sind, leider darüber hinaus unter anderem an einem pelzigen oder brennenden Gefühl im Mundraum, Mundgeruch oder Schluckbeschwerden. Mundsoor ist äußerst ansteckend.

Risse in der Zunge

Risse in der Zunge © iStock.com/phanasitti
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Risse oder Furchen in der Zunge können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Als naheliegendste Erklärung kann ein Biss in die Zunge einen Riss verursachen. Ein häufiger krankhafter Auslöser ist eine Zungenentzündung (Glossitis). Diese kann durch Erkrankungen der Zähne, aber auch durch Diabetes, Lebererkrankungen oder Magenerkrankungen, wie Morbus Crohn, bedingt werden.

Auch starkes Rauchen oder Lebensmittelunverträglichkeiten können Risse in der Zunge auslösen.

Schwarzer Belag (Haarzunge)

Schwarzer Belag auf der Zunge (Haarzunge) © iStock.com/aristotoo
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Ein schwarzer oder schwärzlich-grüner Zungenbelag kann beispielsweise Folge einer Behandlung mit Antibiotika sein. Auch äußere Reize, zum Beispiel Rauchen oder bestimmte Mittel, wie Mundwasser, können eine schwarze Zunge verursachen.

Als krankhafte Ursachen kommt neben einer Pilz- oder Bakterieninfektion auch eine gravierende Schwächung des Immunsystems in Frage, die krankheitsbedingt sein kann. Eine schwarze Zunge wird auch als "Haarzunge" bezeichnet, da sich die Zungenpapillen so verändern, dass der Eindruck von Haaren auf der Zunge entsteht.

Großflächige, abgegrenzte Flecken (Landkartenzunge)

Fleckige Zunge (Landkartenzunge) © iStock.com/angelsimon
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Weiße oder gelbliche Verfärbungen auf der Zunge, die wandern können und deutlich vom Rest der Zunge abgesetzt sind, können auf eine sogenannte "Landkartenzunge" (Lingua geographica) hinweisen. Die Ursachen sind noch nicht genau geklärt, eine Veranlagung ist jedoch wahrscheinlich.

Eine Landkartenzunge kann über mehrere Jahre bis Jahrzehnte bestehen bleiben. Sie löst jedoch in der Regel keinerlei Beschwerden bei den Betroffenen aus und ist auch nicht ansteckend.

Pelzige Zunge

Pelzige Zunge © iStock.com/RapidEye
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Fühlt sich die Zunge pelzig an, steckt häufig eine Pilzerkrankung dahinter. Damit gehen in der Regel jedoch auch ein deutlicher Belag, eine Entzündung und/oder Schmerzen im Mundraum einher.

Aber auch bestimmte Lebensmittel, wie Rotwein, Ananas, Kiwi oder unreifes Obst, können ein pelziges Gefühl auf der Zunge auslösen.

Gelber Belag

Gelber Belag auf der Zunge © iStock.com/Adam88xx
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Eine gelbe Zunge kann Symptom einer Pilzerkrankung im Mund sein. In der Regel treten dann zusätzlich ein pelziges oder brennendes Gefühl oder eine entzündete Zunge auf.

Ein gelber Zungenbelag kann auch auf Leber- und Gallenschäden hinweisen, wie sie beispielsweise durch eine Vergiftung entstehen können. Diese Vergiftung kann beispielsweise durch Chemikalien, Pflanzen oder Medikamente ausgelöst worden sein. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Bläschen auf der Zunge

Bläschen auf der Zunge © iStock.com/trumzz
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Kommt es zu Bläschen auf der Zunge, können unterschiedliche Erkrankungen dahinterstecken. In der Regel handelt es sich bei den Bläschen um Aphthen, die beispielsweise durch Mangelerscheinungen, kleine Hautverletzungen oder als Reaktion auf bestimmte Lebensmittel oder Medikamente auftreten können. Zudem sind sie ein häufiges Begleitsymptom von Virusinfekten oder anderen Erkrankungen, wie Morbus Crohn. Auch durch Mundfäule können Bläschen auf der Zunge ausgelöst werden.

Rote Zunge (Himbeerzunge)

Himbeerzunge (gerötete Zunge) © iStock.com/kgfoto
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Eine rote, geschwollene Zunge, bei der die Papillen deutlich hervorstehen, wird auch als Himbeerzunge bezeichnet. Eine Himbeerzunge (auch bekannt als Erdbeerzunge) ist ein häufiges Symptom bei Scharlach. Sie kann aber auch im Rahmen des Kawasaki-Syndroms auftreten.

Brennende Zunge

Frau zeigt brennende Zunge © iStock.com/pidjoe
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Brennende und stechende Schmerzen in der Zunge können im Rahmen eines Burning Mouth Syndroms auftreten. Meist sind die vorderen zwei Drittel der Zunge von dem Schmerz betroffen. Häufig tritt zeitgleich ein Gefühl von Mundtrockenheit auf.

Auch unterschiedliche Erkrankungen können eine brennende Zunge auslösen. Dazu gehören eine Funktionsstörung der Speicheldrüsen, Pilzerkrankungen oder Diabetes mellitus.

Taube Zunge

Frau streckt taube Zunge heraus © iStock.com/pixinoo
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Ein taubes Gefühl in der Zunge, das länger anhält, kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Neben einer Schädigung der betroffenen Nerven können ein Vitamin-B12-Mangel oder eine Funktionsstörung im Zahnhalteapparat (Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD) eine taube Zunge hervorrufen.

Entzündete Zunge

Entzündete Zunge © Getty Images/Henadzi Pechan
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Eine entzündete Zunge (medizinisch: Glossitis) kann auf sehr unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. So kann beispielsweise durch mechanische Reizungen, wie spitze Zahnkanten oder Zahnspangen, eine Entzündung entstehen. Als weitere Auslöser für die Entzündung kommen ein erhöhter Alkohol- und/oder Zigarettenkonsum sowie eine mangelnde Mundhygiene infrage.

Neben viralen oder bakteriellen Infektionen können auch einige ernsthaftere Erkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Leberstörungen, mit einer entzündeten Zunge einhergehen. Zudem können die Beschwerden auf einen Vitamin- oder Eisenmangel hinweisen.

Geschwollene Zunge

Geschwollene Zunge © Getty Images/Ake Ngiamsanguan
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Ist die Zunge geschwollen, ist meist eine allergische Reaktion die Ursache (orales Allergiesyndrom). Diese kann durch Nahrungsmittel, Insektenstiche oder aber bestimmte Medikamente, insbesondere ACE-Hemmer, ausgelöst werden. Häufig sind dann auch Lippen und Mundschleimhäute von der Schwellung betroffen. Schwillt die Zunge sehr stark an, sollte schnellstmöglich ärztliche Hilfe gesucht werden, da starke allergische Reaktionen auch einen anaphylaktischen Schock zur Folge haben können.

Neben einer allergischen Reaktion können beispielsweise auch eine Schilddrüsenunterfunktion, Entzündungen im Mundraum oder ein Mangel an C1-Esterase-Inhibitoren (Angioödem) eine geschwollene Zunge verursachen.

Aktualisiert: 06.05.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

Zungenbelag: Was verrät er?

"Sag' mal "Aaaaa" – Wer kennt nicht den schalen Geschmack am Morgen, die weißlich belegte Zunge? Meistens ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn der Belag auf der Zunge jedoch sehr stark wird, könnte es sich um Pilzbefall handeln. Ob bei Klein oder Groß: Die Zunge gilt als "Schaufenster" des Verdauungstraktes. Ärzte und Therapeuten können anhand der Beschaffenheit und bestimmter Beläge auf der Zunge Krankheiten erkennen. Die gesunde Zunge Die gesunde Zunge ist blassrot, ein wenig feucht und beweglich. Sie hat einen dünnen weißlichen Belag, ein Zeichen dafür, dass der Magen die Nahrung ordnungsgemäß verdaut hat. Wer seine Zunge genau beobachtet, kann erste Anzeichen für eine Erkrankung erkennen. Doch Vorsicht! "Überschätzen Sie Ihre eigene Diagnose nicht", warnt Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. "Denken Sie also daran, dass Ihre eigene Betrachtung niemals den Gang zum Arzt ersetzt!" Was bedeutet welcher Zungenbelag? Die Zungen-Papillen sind vergrößert und rötlich verfärbt (Himbeer- oder Erdbeer-Zunge): Dies deutet auf Infektionskrankheiten wie Scharlach hin. Ein fast schwarzer Zungenbelag kann als Nebenwirkung einer Antibiotikabehandlung auftreten. Brennende, hellrote und entzündete Zunge: Es kann ein Vitaminmangel vorliegen. Es ist auch ein möglicher Hinweis auf Blutarmut oder die Zuckerkrankheit. Eine abnorm große Zunge kann im Gefolge von Erkrankungen der Schilddrüse oder bei einem Hirntumor auftreten. Eine stark geschwollene Zunge weist auf eine sehr schnell eingetretene und lebensbedrohliche Allergie hin. Eine abnorme Trockenheit der Zunge spricht für eine Speicheldrüsenerkrankung. Eine rote Zunge, gepaart mit weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Druck an den Rippenbögen oder krampfartigen Bauchschmerzen kann ein Hinweis für Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, Lebererkrankungen oder Herzerkrankungen sein. Dünne, glatte und schmale Zunge: Dies kann auf Blutarmut, auf eine Darmerkrankung oder eine antibiotische Behandlung hinweisen. Zunge mit Zahnabdrücken oder ungleichmäßigem Belag ("Landkarten-Zunge"): Es kann auf nächtliches Zähneknirschen oder -beißen hinweisen, meist ist es jedoch ohne Bedeutung. mehr

Geschwollene Zunge

Nicht nur Zungenbelag ist ein verbreitetes Problem mit der Zunge. Daneben kann es auch zu weiteren Beschwerden kommen, etwa einer brennenden, geschwollenen oder entzündeten Zunge. Was bedeutet das und was kann man dagegen tun? Das lesen Sie hier. Brennende Zunge (Glossodynie) Etwa zwei bis drei Prozent der Deutschen leiden hin und wieder unter Zungenbrennen. Besonders häufig sind Frauen in den Wechseljahren betroffen. Bei einigen treten die Beschwerden dauerhaft, bei anderen nur sporadisch auf. Das Brennen macht sich in der Regel vor allem an den Seiten sowie an der Spitze der Zunge bemerkbar. Oft kommt es neben den Schmerzen noch zu weiteren Symptomen wie Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen sowie einem pelzigen Gefühl im Mund. Ursachen einer brennenden Zunge Hinter dem brennenden Gefühl auf der Zunge können sich verschiedene Ursachen verbergen. Zu diesen gehören in erster Linie Erkrankungen oder Störungen in der Mundhöhle oder an den Zähnen, beispielsweise: Karies Mundschleimhautentzündungen Zahnfleischentzündungen schlecht sitzende Zahnprothesen Ebenso können eine Kontakt- oder eine Lebensmittelallergie sowie ein Pilzbefall die Beschwerden hervorrufen. Daneben ist es aber auch möglich, dass das brennende Gefühl auf der Zunge durch innere Erkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems ausgelöst wird. Zu den möglichen Ursachen zählen somit unter anderem auch: Diabetes Schilddrüsenerkrankungen Erkrankungen des Verdauungsapparates Multiple Sklerose Neuropathien Ebenso können ein Eisen- sowie ein Vitamin-B12-Mangel zu einer brennenden Zunge führen. Daneben sind auch psychische Ursachen denkbar. [galleryteaser nid="280893"] Entzündete Zunge Ist die Zunge entzündet, treten meist verschiedene Symptome gemeinsam auf: Die Zunge ist geschwollen, gerötet, sie schmerzt und ist häufig mit Bläschen übersät. Ursache einer Zungenentzündung sind ähnlich wie beim Zungenbrennen häufig örtliche Reizungen – etwa durch Zahnkanten. Aber auch Vitamin- und Eisenmangel, Diabetes oder Lebererkrankungen können zu einer entzündeten Zunge führen. Um die ersten Beschwerden zu lindern, ist das Gurgeln mit Kamillen- oder Salbeitee empfehlenswert. Liegen auf der Zunge gutartige entzündliche Veränderungen der Oberflächenstruktur vor, wird dies als Landkartenzunge bezeichnet. Auf der Zunge bilden sich nämlich landkartenähnliche Veränderungen: Es entstehen rote Flecken, die von einem weißlichen Saum umrandet sind. Teilweise tritt eine Landkartenzunge ohne weitere Symptome auf, häufig machen sich jedoch zudem brennende Schmerzen bemerkbar. Oft liegt gleichzeitig auch noch eine Faltenzunge vor, die durch tiefe Einkerbungen auf der Zunge gekennzeichnet ist. Geschwollene Zunge Schwillt die Zunge plötzlich stark an, ist schnelles Handeln gefragt. Dann ist nämlich häufig eine allergische Reaktion, die lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann, die Ursache. In einem solchen Fall sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Ist die Zunge vor allem an dem Rändern geschwollen und entstehen an den Seiten Zahnabdrücke, kann dies unter anderem auf eine Erkrankung der Leber oder eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten. Daneben kann die Schwellung auch durch eine Erkrankung des Magen-Darm-Bereichs ausgelöst werden. Auch hier empfiehlt es sich, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Bläschen und Pickel auf der Zunge Bilden sich kleine Bläschen auf der Zunge, handelt es sich hierbei häufig um Aphten. Aphten rufen Entzündungen in der Schleimhaut hervor, die in der Regel nach einigen Tagen von selbst wieder verschwinden. Sie haben einen milchigen Farbton und sind von einem rötlichen Rand umgeben. Um die Symptome zu lindern, sind schmerzstillende Cremes sowie desinfizierende Lösungen geeignet. Daneben können kleine Bläschen oder Pickel auf der Zunge aber auch einen Hinweis auf Magen-Darm-Probleme, Allergien sowie ein geschwächtes Immunsystem liefern. Wenn die Beschwerden länger anhalten, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Zunge reinigen Neigt Ihre Zunge dazu stark belegt zu sein, sollten Sie sie regelmäßig reinigen. Auf natürlichem Wege können feste Lebensmittel dazu beitragen, Nahrungsreste und alten Zellen auf der Zunge abreiben. Daneben können Sie Ihre Zunge auch mit einer besonders weichen Zahnbürste oder einem speziellen Zungen-Schaber säubern. Achten Sie dabei stets darauf, die Zunge von hinten nach vorne zu reinigen. mehr