Implantat oder Brücke – Was Sie schon immer wissen wollten...

Was Sie schon immer über Brücken und Implantate wissen wollten: Dr. Dr. Manfred Nilius beantwortet die häufigsten Fragen zum Thema.

Wann ist ein Implantat besonders sinnvoll?

Mit Hilfe eines Implantats ist auch dort eine feste Verankerung möglich, wo keine natürliche zur Verfügung steht. Der Vorteil: Das Abschleifen gesunder Zähne ist überflüssig, da die Implantate direkt im Kiefer und nicht an den Zahnwänden befestigt werden wie bei einer Brücke.

In welchen Fällen ist eine Brücke nach wie vor die bessere Lösung?

Eine Brücke ist erste Wahl, wenn auch beide Nachbarzähne angegriffen sind. Denn in diesem Fall werden sie ohne zusätzliche Kosten optisch mitversorgt.

Wann sollte man prinzipiell auf ein Implantat verzichten?

Bei Diabetes, Leukämie, Herzerkrankungen oder schweren Störungen des Immunsystems sind Implantate nur eingeschränkt zu empfehlen. Das Gleiche gilt bei bestimmten Medikamenten oder Drogenabhängigkeit. In diesen Fällen ist zuvor unbedingt ein Gespräch mit dem Hausarzt erforderlich.

Wo liegen die spezifischen Nachteile beider Methoden?

Implantate: In der Regel sind die Kosten höher als bei herkömmlichen Brücken. Außerdem muss – wenn auch nur minimalinvasiv – in den Kieferknochen gebohrt werden. Im Oberkiefer ist auf die Nasennebenhöhle zu achten. Im seitlichen Unterkieferbereich gilt es die Gefühlsnerven zu schonen.

Brücken: Diese werden von Patienten oft eher als Fremdkörper empfunden. Sie können verrutschen und wackeln und bieten nicht einen so festen Sitz wie die im Knochen fest verankerten Implantate. Oft muss sehr viel Zahnsubstanz geopfert werden, um eine schönen neue Krone fertigen zu können. Bei Brücken mit Metallgerüst schimmert zudem oft der dunkle Kronenrand durch die Schleimhaut.

Gibt es Risiken?

Implantate: Es können Wundheilungsstörungen eintreten. Bei Rauchern ist die Erfolgsquote von derzeit etwa 98,8 Prozent deutlich verringert. Ernsthafte Risiken sind nicht bekannt.

Brücke: Zahnnervschädigung mit anschließender Nerventfernung und Zahnverfärbung. Verlust des Zahnes und damit Verlust der gesamten Brücke. Hygieneprobleme unter den Brückengliedern (Reinigung schwierig).

Können Implantate Allergien auslösen?

Statt herkömmlicher Materialien wie Gold und Stahl werden inzwischen vermehrt "sanftere" Materialien wie "Zirkonoxid"-Keramik für den Implantataufbau verwendet. Damit ist das Problem der nicht selten auftretenden Metallunverträglichkeit vom (Behandlungs-)Tisch. Und auch optisch spricht einiges für die neue Alternative: Der bei Implantaten früher häufige Grauschimmer ist garantiert kein Thema mehr.

Wie lange halten moderne Implantate und Brücken?

Implantate: Bei richtiger Pflege halten sie ein Leben lang.

Brücken: 15 Jahre und länger.

Wie wird der Zahnersatz "verankert"?

Implantate: Ein Skalpell ist bei modernen Methoden überflüssig. Statt die Schleimhäute aufzuschneiden stanzen Implantologen Löcher. Ganz neu ist die "Korkenzieher-Methode". Spezielle Lasertechnik und ein korkenzieherähnliches Gewinde ermöglichen die Verankerung des Implantats mit einer einzigen, nur zwei Millimeter winzigen Bohrung. Der Vorteil für den Patienten: Die Wunde verheilt schneller, Schwellungen und Schmerzen werden erheblich reduziert.

Brücken: Neben einem Brückenglied, das die Lücke überspannt, werden als Halterung zwei Ankerkronen auf die Zähne links und rechts der Lücke gesetzt.

Ist auch bei wenig Knochensubstanz ein Implantat möglich?

In der Regel bietet der Kieferknochen einer Zahnlücke ausreichende Substanz für ein Implantat mit Keramik-Aufbau. Ist das nicht der Fall, so kann der fehlende Knochen mit künstlichen Ersatzmaterialien und/oder körpereigenem Gewebe aufgebaut werden.

Wie viel kostet der Zahnersatz?

Implantate: 1.500 bis 2.500 Euro kostet das Implantat, plus Aufbau und Zahnkrone.
Brücken: ab 1.500 Euro.

Bezahlt die Kasse einen Teil der Kosten?

Ja, es gibt einen Festzuschuss, allerdings nur für die Krone. Die Kosten für die Implantation bezuschussen die Krankenkassen in der Regel nicht.

Worauf sollte ich bei der Arztwahl achten?

Entscheidet man sich für ein Implantat, so sollte der Kieferchirurg oder Zahnarzt eine Weiterbildung zum Implantologen vorweisen können.

Aktualisiert: 27.07.2017 - Autor: Dr. Dr. Nilius

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