Zahnfüllung – Welches Material ist das richtige?

Zahnarzt überprüft Zahnfüllung © istockphoto, oneblink-cj

Zähne müssen viel leisten. Sie sollen den täglichen Anforderungen gerecht werden und das möglichst ein Leben lang. Der Kaudruck, dem ein Zahn standhalten muss, kann bei Frauen bis zu 300, bei Männern bis zu 400 Kilo betragen. Neben der reinen Kaufunktion haben unsere Zähne aber auch eine soziale Aufgabe. Ein strahlendes Lächeln und eine fehlerfreie Aussprache hängen ganz entscheidend von einem intakten Gebiss ab. Trotz regelmäßiger Zahnpflege können Karies-Bakterien aber dennoch die Zähne zerstören.

Welche Füllungen und Materialien gibt es?

Ist die Zahnhartsubstanz erst einmal angegriffen bleibt nur noch die "Reparatur". Um den betroffenen Zahn zu retten, trägt der Zahnarzt das erkrankte Gewebe ab und füllt das gesäuberte Loch (Kavität).

Dank moderner Werkstoffe und Entwicklungen in der Zahnmedizin und der Zahntechnik gibt es heutzutage dafür eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien und Techniken. Welches Material am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Größe und Lage des Defekts ab und muss im Einzelfall bestimmt werden.

Häufig sind verschiedene Materialien zur Reparatur möglich, die sich in ihren Eigenschaften und dem Preis unterscheiden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die gebräuchlichsten Füllungen und Methoden.

Weiche Füllungen

Grob unterteilt werden können die Materialien zunächst in

  1. weiche Füllungen und
  2. harte Füllungen

Weiche Füllungen aus Amalgam oder Komposit eignen sich am Besten bei kleinen und mittelgroßen Defekten. Sie werden vom Zahnarzt direkt in die Kavität eingebracht und härten dann im Mund, beziehungsweise im Zahn, aus. Welche Materialien dafür infrage kommen, erfahren Sie im Folgenden.

Amalgam

Amalgam ist eine flüssige, knetbare oder feste Legierung. Für zahnärztliche Zwecke werden sogenannte "Alloys", das sind Pulver aus Silber, Kupfer oder Zinn mit Quecksilber vermischt. Auf Grund der dunklen metallischen Färbung wird Amalgam im Regelfall nicht im Frontzahnbereich eingesetzt. Wegen seiner hohen Belastbarkeit und einem optimalem Abschluss zur Zahnsubstanz gewährleistet es aber gerade bei den Backenzähnen eine hohe Haltbarkeit.

Es wird seit mehr als 100 Jahren verwendet. Aufgrund seines Quecksilberanteils ist dieser Füllungswerkstoff umstritten. Doch auch nach zahllosen und langangelegten Tests und Erfahrungen wird es als unbedenklich eingestuft.

Kunststoff (Komposit)

Komposite bestehen heute nur noch zu 20 Prozent aus Kunststoff. Deshalb ist der Begriff "Kunststofffüllung" eigentlich irreführend. Die darin eingebetteten Füllstoffe, wie Glas- Keramik und Quarzpartikel machen heute den weitaus größeren Anteil dieses Materials aus.

Nach dem Einbringen in den Zahn härten Kompositfüllungen durch den Einsatz von blauem Licht im Zahn aus. In der Regel sind sie universell einsetzbar und entsprechen auch in ihrer Farbe den ästhetischen Ansprüchen.

Die neuen Kunststoffe halten heute den mechanischen Anforderungen beim Kauen problemlos stand und werden daher bei Bedarf oder auf Wunsch des Patienten als Alternative zum Amalgam eingesetzt. Durch den höheren Schrumpfungsgrad beim Aushärten können durch Mikrorisse jedoch Probleme beim Übergang von der Füllung zum Zahn entstehen.

Provisorische Füllmaterialien

Provisorische Füllmaterialien sind alle Zementarten mit denen ein Zahn kurzzeitig versorgt werden kann. Provisorische Füllungen werden aus Materialien hergestellt, die sich einfach in den Zahn einbringen und auch wieder entfernen lassen. Sie sollen nur für kurze Zeit halten und werden dann gegen eine permanente Füllung ausgetauscht.

Aktualisiert: 31.10.2018 – Autor: Initiative proDente e.V.

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