Depression erkennen – 16 mögliche Symptome

Die Depression ist eine ernstzunehmende, psychische Erkrankung. Sie beeinflusst nicht nur die Gefühle und das Denken der Betroffenen, sondern kann auch verschiedene Körperfunktionen stören. Wichtigste Anzeichen für Depressionen sind eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Symptome, die bei depressiven Menschen auftreten können.

Doch nicht jede Depression äußert sich gleich: Während manche Menschen Ihre Depression kaum verstecken können, ist sie bei anderen Menschen selbst für Fachleute oft nicht sofort zu erkennen. Wie erkennt man Depressionen? In dieser Fotostrecke stellen wir Ihnen mögliche Symptome vor, mit denen sich eine Depression bei Männern oder Frauen äußern kann.

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Zentrales Symptom einer Depression: Interessenverlust und Freudlosigkeit

Mann mit Depression sitzt lustlos vor Memory © Getty Images/Westend61
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Ein sehr häufiges Symptom bei Depressionen ist der Verlust von Interessen. Was normalerweise Freude bereitet hat, spannend oder interessant war, beispielsweise Sport, Familienzeit oder Unternehmungen in der Freizeit, wird bei depressiven Menschen unwichtig und bedeutungslos. Dies kann mit einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld einhergehen.



Antriebslosigkeit – ein wichtiges Symptom bei Depressionen

Depressive Frau liegt antriebslos im Bett © Getty Images/Martin Dimitrov
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Bei depressiven Menschen ist der Antrieb für Aktivitäten jeglicher Art oft gering. Meist ist viel Motivation von außen nötig, damit die Betroffenen es schaffen, überhaupt etwas zu tun. Ihnen fehlen in vielen Fällen sogar die Kraft und der Wille, morgens aus dem Bett aufzustehen, selbst dazu müssen sie sich oft zwingen. Teils vernachlässigen sie auch Haushaltstätigkeiten und Körperpflege. Zudem sind sie häufig müde und teilnahmslos.



Gedrückte Stimmung: ein Hauptsymptom bei Depression

Depressive Frau sitzt weinend auf Bank © Getty Images/Elva Etienne
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Typisches Anzeichen für eine Depression ist eine niedergeschlagene, gedrückte Stimmung. Sie kann sich auch durch ein Gefühl der inneren Leere und Emotionslosigkeit bemerkbar machen. Betroffene berichten, dass sie sich wie versteinert, traurig und hoffnungslos oder verzweifelt fühlen. Ein solche depressive Stimmung unterliegt charakteristischen Tagesschwankungen. Sie tritt gehäuft morgens auf und wird "Morgentief" genannt, doch auch eine starke Ausprägung am Abend ("Abendtief") ist möglich



Schlafstörungen als Symptom einer Depression

Depressiver Mann liegt schlaflos im Bett © Getty Images/AndreyPopov
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Depressive Menschen berichten häufig über Schlafstörungen. Ein- oder Durchschlafstörungen ebenso wie ein Erwachen in den frühen Morgenstunden können daher ein Anzeichen für eine Depression sein.

Der daraus resultierende Schlafmangel führt dazu, dass die Betroffenen oft müde sind. Darüber hinaus kann die Müdigkeit weitere Symptome wie Antriebslosigkeit oder Abgeschlagenheit zusätzlich verstärken.



Depression: Unruhe oder Verlangsamung als Anzeichen

Unruhige Frau mit Depression spielt mit ihren Nägeln rum © Getty Images/PeopleImages
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Nicht nur Müdigkeit, sondern auch eine Verlangsamung der Sprache und der Bewegung kann ein Anzeichen für eine Depression sein. Andererseits wird auch eine große Unruhe beschrieben. Manche Betroffene unterliegen dem Zwang, sich ständig bewegen zu müssen, fühlen sich getrieben und können sich kaum entspannen.



Essstörung – Symptom bei Depression

Depressiver Mann verweigert Essen © Getty Images/Nes
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Bei Depressionen kann es vorkommen, dass das Essen nicht schmeckt, der Appetit fehlt und eine Gewichtsabnahme die Folge ist. Andererseits kann auch das Gegenteil eintreten: Betroffene essen übermäßig viel und nehmen stark zu. Beides kann ein Hinweis auf eine Depression sein.



Depression: Globusgefühl als Symptom

Depressive Frau mit Globusgefühl am Hals © Getty Images/Kittiphan Teerawattanakul / EyeEm
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Depressive Personen berichten mitunter von einem Druckgefühl in Brust und Hals, das als Globusgefühl bezeichnet wird. Es entsteht häufig durch großen psychischen Stress und kann auch als Beengtheit, Fremdkörpergefühl oder Kloß im Hals beschrieben werden.



Körperliche Symptome bei Depressionen

Depressiver Mann mit Atemnot © Getty Images/PeopleImages
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Depressionen können sich auf die Funktionen der Verdauungsorgane oder des Herzens auswirken und diese negativ beeinflussen. Hierzu zählen Herzkreislaufprobleme wie Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder Atemnot. Ebenso können Tinnitus oder Schmerzen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Magenschmerzen sowie Übelkeit und Durchfall vorkommen.



Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel als Symptom

Frau tröstet depressive Freundin mit Selbstzweifeln © Getty Images/Maria Korneeva
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Bei einer Depression können Gefühle der Schuld und Wertlosigkeit bis hin zu einem gewissen Selbsthass auftreten. Betroffenen fühlen sich minderwertig und grübeln über ihr Leben nach. Das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl sind eingeschränkt. Typische Gedanken, die sich Menschen mit einer Depression machen, beschäftigen sich mit Sorgen und Angst vor der Zukunft sowie mit der Suche nach Fehlern bei der eigenen Person. Pessimismus und negative Sichtweisen sind keine Seltenheit.



Kognitive Störungen als Symptom bei Depressionen

Depressive Frau hat Konzentrationsprobleme bei der Arbeit © Getty Images/Sutthichai Supapornpasupad
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Auch die kognitiven Körperfunktionen können bei einer Depression betroffen sein. Hierzu zählt, dass depressive Personen weniger aufmerksam sind, zu Vergesslichkeit neigen und Konzentrationsschwierigkeiten haben. Auch eine verstärkte Geräuschempfindlichkeit kann mit einer Depression zusammenhängen.



Symptome bei Depressionen: Angst und Panikattacken

Depressive Frau sitzt ängstlich am Boden © Getty Images/Francesco Carta fotografo
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Angstgefühle kommen bei Menschen mit Depressionen häufig vor. Belastende Bilder im Kopf, beispielsweise durch schlechte Erlebnisse und Erinnerungen, können die Angst noch verstärken.

Tritt die Angst sehr heftig auf und ist mit Symptomen wie beispielsweise Herzrasen, Schwindel und Atemnot verbunden, handelt es sich um eine Panikattacke. Diese klingt meist nach einigen Minuten wieder ab.

Depressionen und Angsterkrankungen, wie Panikstörungen oder Phobien, sind nicht immer leicht voneinander zu unterscheiden. Es kann auch vorkommen, dass eine Angststörung in eine Depression mündet und umgekehrt.



Suizidgedanken und Todessehnsucht bei Depressionen

Depressiver Mann mit Suizidgedanken schaut von Brücke © Getty Images/SilviaJansen
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Menschen mit schweren Depressionen denken mitunter über eine Selbsttötung nach. Das geschieht vor allem bei Betroffenen, die sehr hoffnungslos sind und den Glauben an sich selbst verloren haben. Die scheinbar ausweglose Situation lässt eine Todessehnsucht entstehen. Wenn Suizidgedanken auftreten oder bei anderen Menschen erkannt werden, sollte dringend ärztliche Hilfe gesucht werden.



Sexualität und Depression – diese Symptome können auftreten

Depressive Frau weist Mann im Bett zurück © Getty Images/Prostock-Studio
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Das Sexualleben und damit die Paarbeziehung können ebenfalls durch die Depression beeinträchtigt werden. Häufig verlieren Betroffene die Freude an Intimität und Sex. Es kann zu einem Libidoverlust, zu Impotenz, Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. Auch die Orgasmusfähigkeit kann durch eine Depression eingeschränkt sein.



Symptome einer Depression bei Frauen

Frau mit Depression lehnt an einer Wand © Getty Images/Westend61
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Bei Frauen kann es in den zwei Wochen vor dem Eintreten der Menstruation zu einer depressiven Verstimmung kommen. Diese wird in Zusammenhang gebracht mit einem Krankheitsbild, das sich PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) nennt. Anzeichen einer Depression bei Frauen können auch nach einer Geburt auftreten (Wochenbettdepression oder postpartale Depression) oder gehäuft in den Wechseljahren. Sie ähneln im Wesentlichen den Symptomen anderer Depressionen.



Symptome einer Depression bei Männern

Wütender Mann mit Depression schreit Frau an © Getty Images/South_agency
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Eine Depression äußert sich beim Mann teilweise durch Anzeichen, die bei der Frau nicht vorkommen. Depressive Männer können besonders aggressiv, wütend, feindselig, streitsüchtig und reizbar sein und sogar eine Wut auf den*die Partner*in entwickeln. Auch Schuldzuweisungen und Vorwürfe können dabei eine Rolle spielen. Männer haben außerdem ein erhöhtes Risiko, eine Sucht zu entwickeln. Einige Symptome, wie beispielsweise Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit, können beim Mann auch fehlen oder werden von den Betroffenen ignoriert, da sie in der Gesellschaft als Zeichen für Schwäche gelten.



Schwere Depression an den Augen erkennen?

Augen einer Frau mit Depression © Getty Images/solidcolours
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Natürlich bedarf es zur Diagnose einer Depression mehr als den Blick in die Augen. Eine Studie konnte jedoch zeigen: Je schwerer die Depression, desto geringer fällt die Erweiterung der Pupillen in bestimmten Situationen aus. Denn die Pupillen depressiver Menschen reagieren anders als die Pupillen gesunder Menschen. So öffnen sie sich weniger weit bei Aussicht auf eine Belohnung, und zwar in Abhängigkeit vom Schweregrad der Depression.



ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
F32 bis F34, F39, F41.2, F53, F92

Aktualisiert: 18.01.2023
Autor*in: Dr. rer. nat. Isabel Siegel, Diplom-Biologin und Medizinautorin