PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung

Mann mit posttraumatischer Belastungsstörung greift sich an Kopf © istockphoto, nixoncreative

Afghanistan, Irak, Syrien – mit dem Einsatz von Soldaten in Krisengebieten werden diese Menschen mit den Gräueln des Krieges konfrontiert. Dabei taucht immer wieder der Begriff PTBS auf: Soldaten, die bei ihrer Rückkehr psychisch krank sind; Menschen vor Ort, die dem Krieg nicht nur körperlich, sondern auch seelisch verletzt entfliehen. Doch auch andere extrem belastende Ereignisse können Spuren hinterlassen. Außergewöhnlich schlimme Ereignisse, die die menschliche Psyche belasten, können in jedem Lebensalter zwei Reaktionsarten hervorrufen: Eine normale akute Belastungsreaktion und eine behandlungsbedürftige posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Früher wurden solche Reaktionen unter der Bezeichnung psychisches Belastungssyndrom zusammengefasst.

Die akute Belastungsreaktion

Die akute Belastungsreaktion (engl. stress reaction) ist eine natürliche Reaktion auf eine nicht-normale Situation, eine vorübergehende Phase, in der Körper und Seele auf ungewöhnliche, schwere körperliche und psychische Belastungen (Trauma) reagieren. Dies sind zum Beispiel selbst- oder miterlebte Ereignisse wie ein Unfall, eine Vergewaltigung oder ein anderes Gewaltverbrechen, eine Naturkatastrophe oder der Verlust einer wichtigen Bezugsperson.

Aber auch nach einer schweren körperlichen Störung wie einem Herzinfarkt kann eine akute Belastungsreaktion auftreten. Man schätzt, dass nach einer größeren Katastrophe etwa bis zu 90 Prozent der Betroffenen eine akute Belastungsreaktion zeigen.

Wie äußert sich eine akute Belastungsreaktion?

Das Ausmaß hängt von der individuellen und aktuellen Konstitution ab, die Dauer beträgt wenige Stunden bis mehrere Tage. Meist lassen die Symptome nach etwa acht Stunden allmählich wieder nach und klingen innerhalb von drei Tagen ganz ab.

Zunächst fühlt sich der Betroffene kurz nach dem Ereignis wie betäubt, er kann sich schlecht konzentrieren und orientieren, hat Schlafstörungen und vermittelt den Eindruck, als sei ihm alles egal, oder reagiert unpassend. Oft weigert er sich, die Situation anzuerkennen und versucht, sich zurückzuziehen. Aber auch Wutausbrüche, Aggressionen und Überaktivität kommen vor.

Solche Reaktionen können auch von körperlichen Symptomen begleitet sein, wie beispielsweise:

Im Prinzip gleicht die Symptomatik einer generalisierten Angststörung. Es existieren keine eindeutigen Kriterien, mit denen sich vorhersagen lässt, ob eine normale Belastungsreaktion in eine krankhafte Belastungsstörung übergehen wird.

Aktualisiert: 23.10.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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