Posttraumatische Belastungsstörung – Therapie der PTBS

Therapiekonzepte

Auch wenn die akute Belastungsreaktion keine Störung im engeren Sinn ist, benötigen doch viele Betroffene vorübergehend Unterstützung. Häufig genügen Laien wie Partner, Familie oder Freunde die Situation erträglicher zu machen und zu verarbeiten.

Beim PTBS sollte auf jeden Fall eine Therapie erfolgen, damit der Betroffene wieder in ein normales Leben zurückfinden kann.

Was wird bei einer akuten Belastungsreaktion getan?

Bei großen Katastrophen und Unfällen stehen häufig psychologisch geschulte Ersthelfer zur Verfügung, die den Betroffenen unterstützen, mit ihm sprechen und ihm auch durch Informationen und Beratung dabei helfen, die akute Situation zu bewältigen.

Innerhalb von ein bis drei Tagen nach dem Ereignis kann für die primären Opfer (zum Beispiel die Passagiere nach einer Flugzeugentführung) oder sekundären Opfer (zum Beispiel die Angehörigen der Insassen nach einem Flugzeugabsturz) eine professionell geführte Gruppensitzung zur psychologischen Nachbesprechung (Debriefing) anberaumt werden.

In Deutschland gibt es auch spezielle Krisenmanagement-Teams, die Betroffenen mit ausgeprägten Symptomen individuell helfen. Allerdings wird die Wirksamkeit solcher routinemäßigen, systematisierten psychologischen Unterstützung und insbesondere des Debriefings in vielen Fachpublikationen kontrovers diskutiert, von manchen Experten sogar als eher schädlich eingestuft.

Akute Schlafstörungen und Angstzustände können für kurze Zeit durch Medikamente (Benzodiazepine, Hypnotika) gelindert werden.

Psychotherapeutische Behandlung der PTBS

Die Behandlung der PTBS als sogenannte Traumatherapie ruht vor allem auf zwei Säulen: der Psychotherapie und der medikamentösen Behandlung.

Die Psychotherapie zielt darauf ab, dass sich der Betroffene an die auslösende Situation erinnert, sie so verarbeitet und als seiner Biografie zugehörig akzeptiert. Dazu stehen Einzel- und Gruppentherapieverfahren, ambulante Kriseninterventionen und stationäre (Kurzzeit-)Aufenthalte zur Verfügung. Bei länger bestehendem PTBS kommt vor allem die Verhaltenstherapie bei speziell geschulten Therapeuten oder in spezialisierten Einrichtungen zum Einsatz.

Ein Ende der 80er Jahre entwickeltes, hilfreiches Verfahren ist das EMDR (engl. Eye Movement Desensitization and Reprocessing, "gelenkte Augenbewegungen"). Auch das Biofeedback-Verfahren hat sich als wirksam erwiesen. Daneben kommen Entspannungsverfahren zum Einsatz.

Medikamentöse Behandlung der PTBS

Die medikamentöse Behandlung wird vor allem unterstützend eingesetzt; oft benötigt der Betroffene zunächst Tabletten, um überhaupt einer Psychotherapie zugänglich zu sein. Therapiert werden damit vor allem die Angstzustände, Schlafstörungen und Übererregbarkeit.

Aktualisiert: 15.10.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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