Posttraumatische Belastungsstörung – was man selbst tun kann

Betroffene einer Posttraumatischen Belastungsstörung können eine ganze Reihe von Selbsthilfe-Maßnahmen eigenständig ergreifen, um den Prozess der Heilung und der Verarbeitung des Erlebten aktiv zu unterstützen und voranzutreiben. Wir geben Ihnen im Folgenden hilfreiche Ratschläge an die Hand, wie Ihnen das gelingen kann. Ziel dabei ist es, Ihren normalen Alltag wiederherzustellen und zurück ins Leben zu finden. Nehmen Sie dabei ruhig Unterstützung von Angehörigen und Freunden sowie von ausgebildeten Therapeuten in Anspruch.

Was kann ich als Betroffener selbst tun?

Ihre Reaktionen direkt nach dem Ereignis sind normal. Sie werden das Geschehen verarbeiten und lernen, mit der Situation umzugehen.

  • Das Wichtigste: Reden, reden, reden – so verarbeiten Sie das schlimme Ereignis. Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder einem guten Freund. Bitten Sie denjenigen, bei Ihnen zu bleiben.
  • Sie haben es überstanden. Sie sind jetzt sicher. Alles ist vorbei. Sagen Sie sich das immer wieder.
  • Versuchen Sie, Ihre Angst- und Spannungsgefühle mit Bewegung loszuwerden. Machen Sie einen Spaziergang, treiben Sie Ihren Lieblingssport. Falls Sie ein Entspannungsverfahren wie Autogenes Training beherrschen, wenden Sie dieses an.
  • Vermeiden Sie, sich zu betäuben – das hilft nur kurzfristig und das Leiden danach ist umso schlimmer. Kein Alkohol, keine Beruhigungs- oder Schlafmittel; aber auch keine aufputschenden Substanzen wie Kaffee oder Cola.
  • Essen Sie, auch wenn Ihnen jeder Bissen im Hals stecken bleibt. Trinken Sie ausreichend. Ihr Körper braucht Unterstützung.
  • Sie können nicht schlafen, grübeln und wälzen sich hin und her? Stehen Sie auf, bewegen Sie sich oder versuchen Sie, mit Musik oder etwas anderem zu entspannen.

Das Geschehene verarbeiten

Die nächsten Tage werden nicht einfach – aber Sie schaffen es! Geben Sie sich Zeit und haben Sie Geduld mit sich.

  • Versuchen Sie bald, Ihre normalen Rituale wiederaufzunehmen. Erwarten Sie aber nicht von sich, direkt wieder auf vollen Touren zu laufen.
  • Reden Sie weiter, bleiben Sie in Kontakt mit Familie, Freunden und Kollegen, selbst wenn Sie das Gefühl haben, gerade "in einer anderen Welt zu leben“. Diese Distanz wird wieder vergehen.
  • Seien Sie gut zu Ihrem Körper, achten Sie auf ausreichend Nahrung. Halten Sie Stress im Zaum und versuchen Sie immer wieder zu entspannen.
  • Seien Sie besonders vorsichtig beim Autofahren und Umgang mit Maschinen. In Stresszeiten passieren häufiger Unfälle.
  • Scheuen Sie sich nicht, fachliche Hilfe zu suchen, wenn es Ihnen nach Wochen bis Monaten noch immer nicht besser geht oder Sie plötzlich körperliche Beschwerden haben, die Sie vorher nur vom Hörensagen kannten.

Aktualisiert: 15.10.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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