Migräne in den Wechseljahren

Frau in den Wechseljahren hat Migräne © istockphoto, m-imagephotography

Pochen im Kopf, Übelkeit, Erbrechen und temporäre Niedergeschlagenheit – ein Drittel aller Frauen leidet an Migräne. Schwankungen im Hormonspiegel durch den weiblichen Zyklus scheinen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen teilweise eine Rolle bei Migräne unter Frauen zu spielen. Bei manchen Frauen verschwindet Migräne mit Beginn der Wechseljahre, bei manchen werden die Symptome der Migräne jedoch auch schlimmer im Verlauf der Wechseljahre.

Ursachen von Migräne in den Wechseljahren

Wie bei Migräne generell kann auch speziell bei Migräne in den Wechseljahren nicht eindeutig gesagt werden, welche Ursachen zu den oft quälenden Schmerzen bei Migräne führen. Zum einen können Schwankungen im Hormonspiegel das empfindliche Gleichgewicht im Gehirn durcheinanderbringen und dadurch Migräne begünstigen. Zum anderen können aber auch Vorerkrankungen, altersbedingter Verschleiß der Halswirbelsäule oder Depression zu Migräne in den Wechseljahren führen.

Zunächst ist es darum wichtig, Ursachen für Migräne während der Wechseljahre zu finden. Sind die Anzeichen Folge einer anderen Erkrankung, sollte zunächst diese behandelt werden. Meistens lassen sich in diesem Fall auch die Kopfschmerzen gut behandeln oder sie verschwinden ganz von selbst.

Schwieriger ist die Behandlung, wenn keine konkreten Ursachen für Migräne während der Wechseljahre zu finden sind. Da ältere Menschen häufig an weiteren Erkrankungen leiden, muss eine Behandlung der Migräne individuell angepasst werden. Spezielle Therapien für ältere Betroffene gibt es darum bislang nicht.

Behandlung bei mittleren und schweren Attacken

Bei mittleren und schweren Migräneattacken können Schmerzmittel helfen. Ärzten steht heutzutage eine ganze Reihe an Substanzen zur Verfügung, die sowohl gegen den Kopfschmerz als auch gegen die Begleitsymptome bei einer Migräne wirken können.

Dazu gehören zum Beispiel Triptane. Diese haben jedoch den Nachteil, dass sie unter Umständen die Gefäße verengen können. Für Menschen, die an koronaren Herzkrankheiten oder Durchblutungsstörungen leiden, sind sie darum womöglich ungeeignet. In jedem Fall sollte mit dem behandelnden Arzt über die Einnahme beziehungsweise über eine alternative Behandlung gesprochen werden.

Behandlung bei leichten Migräneattacken

Leidet die Betroffene nur ab und zu an Migräne während der Wechseljahre oder sind die einzelnen Attacken nicht sehr stark, können von Migräne betroffene Frauen versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Oft helfen bereits einfache Maßnahmen, um die Schmerzen zu lindern – etwa Ruhe in einem abgedunkelten Raum oder kühlende Kompressen. Auch Magnesiumtabletten können in Frage kommen, da sie krampflösend wirken.

Vorsicht ist bei einer Hormonersatztherapie geboten: Hormonpräparate, wie sie Frauen bei starken Beschwerden während der Wechseljahre verschrieben werden, können nach einer Studie der Harvard Medical School in Bosten Migräne noch verstärken und in einigen Fällen überhaupt erst hervorrufen.

Als Alternative kann versucht werden, den durch die Wechseljahre ausgelösten Hormonmangel durch Phytohormone auszugleichen. Diese Ersatz-Hormone kommen in einigen Pflanzen und Kräutern vor und können in manchen Fällen helfen, Migräne zu lindern. Zu diesen Phytohormonen gehören zum Beispiel:

  • Mönchspfeffer
  • Schafgarbe
  • Wilder Yams
  • gekeimter Bockshornklee
  • Papayasamen

Aktualisiert: 19.02.2016 - Autor: Astrid Zehbe

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