Johanniskraut – Wirkung

Johanniskraut © Antranias

Die in Johanniskraut enthaltenen Wirkstoffe haben vielfältige Effekte auf das menschliche Nervensystem. Insbesondere das Hyperforin beeinflusst das Nervensystem in der Art, dass es zu einer Wiederherstellung des Gleichgewichts der Botenstoffe im Gehirn kommt.

Johanniskraut: Wirkung auf die Stimmung

Die stimmungsaufhellende, angstlösende und antidepressive Wirkung von Johanniskraut beruht auf einer Erhöhung der Konzentration bestimmter Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die bei depressiven Verstimmungen vermindert im Gehirn freigesetzt werden.

Hyperforin hemmt die Wiederaufnahme dieser Stoffe in die Nervenendigung, wodurch sie schneller wieder zur Verfügung stehen bzw. dauerhaft wirken können. Hypericin, Flavonoide und Xanthone hemmen zusätzlich den Abbau von Serotonin, was die Wirkung noch verstärkt.

Bei dauerhafter Anwendung vermag Johanniskraut so den Nervenstoffwechsel zu regulieren.

Weitere Effekte von Johanniskraut

Andere Inhaltsstoffe des Krautes haben wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien. Die schnellere Wundheilung durch Johanniskraut beruht vermutlich auf den enthaltenen Gerbstoffen. Diese führen zu einer Verdichtung der Oberflächen des Gewebes, wodurch Erreger schwerer eindringen können und die Wunden schneller heilen.

Nebenwirkungen von Johanniskraut

Bei hellhäutigen Personen sind insbesondere bei der Einnahme hoher Dosen Johanniskraut sonnenbrandähnliche Reaktionen beim Sonnenbaden möglich. In seltenen Fällen kommt es zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Hautschwellung, Unruhe oder Müdigkeit oder auch Magen-Darmbeschwerden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Johanniskraut erhöht die Aktivität eines bestimmten Leberenzyms, das für den Abbau verschiedener Medikamente verantwortlich ist. Durch die Einnahme von Johanniskraut kann es deshalb zu einem vermehrten Abbau und somit verminderter Wirkung von verschiedenen Immunsuppressiva (z.B. Cyclosporine), HIV-Medikamenten, Medikamenten, die zur Behandlung von Krebsleiden verwendet werden (Zytostatika), Herzmedikamenten (Digoxin) und vielen anderen kommen.

Johanniskraut kann andersherum aber auch die Wirkung verschiedener anderer Arzneimittel, wie Antidepressiva oder Narkosemittel, verstärken.

Johanniskraut und die Pille

Wichtig ist auch insbesondere der vermehrte Abbau von einigen Arzneimitteln zur hormonellen Empfängnisverhütung (Pille). Bei der gleichzeitigen Einnahme von Johanniskraut und der Pille und dem dadurch bedingten Wirkverlust der Pille ist das Risiko von ungewollten Schwangerschaften demnach erhöht.

Autor: Dr. med. Carmen Monasterio

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