Mesotherapie: Brücke zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin

Mesotherapie am Oberschenkel © istockphoto, LUNAMARINA

In den 50er Jahren wurde die Mesotherapie von dem französischen Arzt Dr. Michel Pistor entwickelt. Sein Bestreben war es, Medikamente in einer geringen Dosis gezielt zur Wirkung in den Körper und unmittelbar in die betroffene Körperstelle zu bringen. Die Mesotherapie lässt sich in allen medizinischen Bereichen einsetzen, in Deutschland ist sie vor allem für die ästhetische Anwendung und für das Anti-Aging bekannt.

Definition: Was ist Mesotherapie?

Hinter dem Begriff der Mesotherapie verbirgt sich eine Kombination aus verschiedenen Behandlungsmethoden der Schulmedizin und alternativen Behandlungsformen. In Fachkreisen wird die Mesotherapie auch gerne als Brücke von der Naturheilkunde zur Schulmedizin bezeichnet, denn "meso" lässt sich aus dem Griechischen mit "Mitte" übersetzen.

So vereint die Mesotherapie zum Beispiel Elemente aus der Akupunktur und der Neuraltherapie. Zudem wird auch das Prinzip der Reflexzonen angewendet. In den letzten Jahren hat die Mesotherapie ihren Bekanntheitsgrad vor allem durch den Einsatz im Anti-Aging und in der Kosmetik erhöht.

Geringe Nebenwirkungen durch punktuelle Mikroinjektionen

Der Leitgedanke der Mesotherapie lässt sich gemäß dem Motto "Weniger ist mehr" zusammenfassen. Denn es werden ausschließlich geringe Dosierungen von medizinischen Wirkstoffen zur Behandlung eingesetzt. Und da die Wirkstoffe direkt in die zu behandelnde Körperstelle gespritzt werden, können diese nicht in den ganzen Körper gelangen. Sie sollen wirklich nur dort wirken, wo ihr Einsatz auch gefragt ist.

Daher wird aus Fachkreisen der Mesotherapie auch immer wieder darauf hingewiesen, dass die Mesotherapie nur geringe Nebenwirkungen und so gut wie keine Komplikationen mit sich bringt.

Was wird bei der Mesotherapie gespritzt?

Nach einem intensiven Vorgespräch mit dem Patienten wird zur Behandlung eine individuelle Mischung aus verschiedenen Stoffen hergestellt. Ärzte und Heilpraktiker können sich hierbei aus schulmedizinischen Arzneimitteln, homöopathischen Potenzen, pflanzlichen Wirkstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen die notwendigen Präparate zusammenstellen, die sich wechselseitig verstärken und ergänzen. Wegen der potenzierten Wirkung werden die Stoffe in einer extremen Verdünnung zusammengefügt.

Dieses Gemisch wird dann mehrmals, aber in geringen Dosierungen, in die obersten Hautschichten der zu behandelnde Körperstelle gespritzt. Das Spritzen selbst verursacht keine unangenehmen Schmerzen, da in der Mischung stets auch ein leichtes Betäubungsmittel enthalten ist.

Wichtig für das Gelingen der Mesotherapie ist übrigens nicht nur die Zusammenstellung der verschiedenen Wirkstoffe, sondern auch die Injektion selbst, da es hier unterschiedliche Techniken gibt.

Was bewirkt die Mesotherapie?

Der Wirkung der Mesotherapie liegen die punktuelle lokale Anwendung der Wirkstoffe sowie der stimulierende Effekt des Nadeleinstichs zugrunde. Denn die Substanzen werden gezielt in bestimmte Akupunkturpunkte injiziert. Es kann eine Art Depot von Wirkstoffen im Körper gebildet werden, sodass die Wirkstoffe sich nach und nach entfalten können und für eine schnelle, aber zugleich anhaltende Wirkung sorgen sollen.

Dadurch, dass die gering dosierten Wirkstoffe nur in die betroffene Region gespritzt werden, wird der Organismus nicht unnötig belastet. Die Injektionen sollen das Immunsystem ankurbeln, die Durchblutung anregen und die Sauerstoffversorgung des Bindegewebes fördern. Darüber hinaus soll die Stimulation des Bindegewebes körpereigene Endorphine und entzündungshemmende Stoffe freisetzen.

Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass die Wirkung der Mesotherapie in der Wissenschaft umstritten und nicht eindeutig belegt ist.

Einsatz im Anti-Aging: Glatte und straffe Haut

Im Zuge des Anti-Aging-Trends hat die Mesotherapie auch in diesem Bereich Einzug gefunden. Ganz ohne einen chirurgischen Eingriff sollen Falten geglättet, Cellulitits und Schwangerschaftsstreifen behandelt und die Haut gestrafft werden können. Der Lifting-Effekt soll durch den Einsatz von Hyaluronsäuren, verschiedenen Antioxidantien und Vitaminen erzielt werden.

Diese Variante der Mesotherapie wird ebenso als Mesolifting oder Biolifting bezeichnet. Hierzu gehört auch die sogenannte Fett-weg-Spritze, mit deren Hilfe Fett an störenden Körperstellen beseitigt werden soll.

Einsatz der Mesotherapie in der Medizin

Auch wenn in Deutschland zunehmend die ästhetischen Behandlungsformen der Mesotherapie bekannt sind, hat sie in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge in verschiedenen medizinischen Bereichen verbuchen können. Die Therapie kann zum Beispiel bei folgenden Erkrankungen oder Verletzungen helfen:

Zu empfehlen ist die Mesotherapie auch bei stressbedingten Symptomen wie Schlaflosigkeit oder dem Burnout.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Sabrina Haas, überarbeitet: Nadja Weber

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