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Ablauf einer Chemotherapie

Verarbreichung einer Chemotherapie per Infusion © istockphoto, YakobchukOlena

Wird eine Krebserkrankung diagnostiziert, ist es wichtig, dass Art, Größe und Stadium des Tumors festgestellt werden. Anschließend wird die für den Patienten am besten geeignete Behandlungsmethode ausgewählt. Wird eine Chemotherapie durchgeführt, wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan aufgestellt.

Monotherapie oder Kombinationstherapie

Vor Beginn der Chemotherapie wird festgelegt, welche Zytostatika dem Patienten verabreicht werden. Hier steht eine Vielzahl an verschiedenen Medikamenten zur Verfügung, die entweder einzeln (Monotherapie) oder in Kombination (Kombinationstherapie) verabreicht werden können. Bei der Kombinationstherapie werden die verschiedenen Wirkweisen unterschiedlicher Zytostatika genutzt, um die Tumorzellen besonders effektiv bekämpfen zu können.

Neben den Zytostatika werden häufig noch Hilfsmedikamente verabreicht, die deren Wirkung verstärken, ohne jedoch selbst toxisch zu sein. Zudem werden Medikamente eingesetzt, die die unangenehmen Nebenwirkungen der Chemotherapie wie beispielsweise die starke Übelkeit lindern.

Port oder Infusion

Neben der Art der Zytostatika wird vor Beginn der Therapie auch die Verabreichungsform der Medikamente festgelegt. Einige Zytostatika können den Patienten in Form von Tabletten oder per Spritze verabreicht werden, meist erfolgt die Gabe jedoch durch eine Infusion.

Werden häufiger oder über einen längeren Zeitraum Zytostatika verabreicht, sollte über die Einsetzung eines sogenannten Ports nachgedacht werden. Dabei handelt es sich um einen festen Zugang in die Vene. Dieser wird während eines chirurgischen Eingriffes unter die Haut, meist in die Nähe des Schlüsselbeines, eingesetzt. Von dort aus besteht über einen dünnen Schlauch eine Verbindung zur Vene. Dadurch muss während der Behandlung nicht mehr jedes Mal eine Vene angestochen werden.

Dosierung der Zytostatika

Wie hoch die Medikamente bei einer Chemotherapie dosiert werden, ist in erster Linie von der Körperoberfläche des Patienten, die über die Körpergröße und das Gewicht ermittelt wird, abhängig. Daneben spielen aber auch weitere Faktoren eine Rolle: Leidet der Patient beispielsweise unter einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung, ist der Abbau bzw. die Ausscheidung der Zytostatika verlangsamt. Deswegen muss die Dosierung der Medikamente entsprechend angepasst werden.

Während der Behandlung kann die Dosierung der Zytostatika bei Bedarf neu ermittelt werden. Dies kann beispielsweise nötig werden, wenn der Patient unter sehr starken Nebenwirkungen leidet oder wenn sich sein Körper in den Therapiepausen nur schlecht von den Strapazen der Behandlung erholt.

Drei bis sechs Behandlungszyklen

Im Behandlungsplan werden auch die Dauer der Behandlung sowie der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Behandlungsphasen festgelegt. Meist erfolgt eine Chemotherapie nämlich in mehreren Behandlungszyklen – oftmals sind es zwischen drei und sechs Zyklen.

Ein Behandlungszyklus setzt sich aus mehreren Zytostatika-Gaben, die im Abstand von jeweils einigen Tagen erfolgen, zusammen. Danach erfolgt eine längere Pause, in der keine Medikamente verabreicht werden. Meist sind mehrere Behandlungszyklen nötig, um auch das Tumorgewebe zu bekämpfen, das während des vorherigen Zyklus nicht aktiv war und somit durch die Zytostatika nicht beeinflusst wurde.

In den Pausen zwischen den einzelnen Behandlungen kann sich der Körper von der Wirkung der Zytostatika erholen. Denn diese bekämpfen nicht nur die Krebszellen, sondern schädigen auch gesunde Zellen, die sich schnell teilen. Während der Pausen können sich diese Zellen regenerieren, bei gesundem Gewebe läuft dieser Prozess nämlich deutlich schneller als bei den Tumorzellen.

Ambulant oder stationär

Eine Chemotherapie kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. In der Regel wird die Behandlung heutzutage ambulant durchgeführt, so dass sich die Patienten zwischen den einzelnen Sitzungen zuhause erholen können. Die Behandlung wird entweder ambulant im Krankenhaus oder in der Praxis eines Onkologen durchgeführt.

Unter bestimmten Umständen kann jedoch auch eine stationäre Behandlung nötig werden. Dies ist beispielsweise bei besonders intensiven Behandlungen der Fall, bei denen die Nierenfunktion oder andere körperliche Funktionen regelmäßig überprüft werden müssen. Ebenso werden auch Patienten, die während der Behandlung als besonders infektionsgefährdet eingestuft werden, im Krankenhaus behandelt.

Aktualisiert: 26.09.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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