Chirotherapie: Therapieformen

Was wird bei welcher Therapie gemacht?

Bei einer manuellen Behandlung sind grundsätzlich die Hände des behandelnden Therapeuten das wichtigste Arbeitswerkzeug. Er hat in seiner Ausbildung verschiedenste Untersuchungsmethoden und Behandlungsformen gelernt, um einen Missstand am Körper seines Patienten zu beheben. Trotzdem unterscheiden sich die Therapieformen, da sie teilweise auf unterschiedlichen theoretischen Grundlagen beruhen.

Manuelle Medizin/Chirotherapie

Der manuellen Medizin/Chirotherapie liegt das Verständnis zugrunde, dass Störungen an der Wirbelsäule oder an anderen Gelenken durch spezielle Tests erkannt und mit manipulierenden und mobilisierenden Handgriffen – es existieren über 100 davon – behoben werden können.

Die Wirbelsäule mit ihren vielen Wirbelknochen, Gelenken, Bandstrukturen und Muskeln ist eine komplizierte Konstruktion. Damit sie einwandfrei funktioniert, muss das Zusammenspiel zwischen allen Strukturen reibungslos ablaufen. Sobald Verspannungen oder Gelenkblockierungen auftreten – was durch unseren rückenunfreundlichen Alltag häufig der Fall ist –, können diese durch die manuelle Medizin effektiv beseitigt werden.

In der Praxis wird dabei besonders berücksichtigt, dass die Manipulation in der gestörten Region mit einem kurzen Weg, für kurze Zeit und mit kleiner Kraft durchgeführt wird, um das Gewebe zu schonen.

Chiropraktik und Kinesiologie

Auch die Chiropraktik und die Kinesiologie bedienen sich dieser theoretischen Grundlage. Allerdings greift die Kinesiologie auch auf andere Konzepte wie die Akupunktur, die Kraniosakraltherapie und die Homöopathie zurück.

Für sie ist die Funktion der einzelnen Muskeln, besonders im Vergleich zur Gegenseite ausschlaggebend für die Therapie, in der dann bestimmte Muskeln und/oder Akupunkturpunkte stimuliert werden. Die Muskeln werden mit einem ausführlichen Muskeltest getestet.

Krankengymnastik-Techniken und Osteopathie

Die Krankengymnastik-Techniken nach Brügger, Brunkow, Cyriax, Janda, Maitland und McKenzie beinhalten verschiedene Handgriffe zur Mobilisation und Manipulation und setzen die Theorie der manuellen Medizin in die Tat um.

Die Osteopathie mit ihren Unterformen behandelt zwar auch Bewegungseinschränkungen des Körpers, allerdings stellt der mit der manuellen Medizin vergleichbare Teil, die parietale Osteopathie, nur einen Bereich dar. Das Konzept der Osteopathie geht über reine Bewegungsstörungen, die durch Gelenke, Knochen und Muskeln hervorgerufen werden, hinaus.

Sie geht davon aus, dass alle Gewebe im Körper, da sie durch Bindegewebe, Nerven und Blutgefäße miteinander in Verbindung stehen, aufeinander einwirken können und Störungen dieser Gewebeverbindungen – sei es im Bereich der Eingeweide (Viszeralosteopathie) oder im Bereich des Gehirns und der Schädelknochen (Kraniosakraltherapie) – durch gezielte Handgriffe von außen beeinflussbar sind. Dabei sollen die einzelnen Handgriffen nicht unbedingt die Störung beseitigen, sondern teilweise lediglich die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

In der Dorn-Therapie, der manuellen Neurotherapie, beim Bowtech und Rolfing kommen Handgriffe zum Einsatz, die teilweise denen der manuellen Medizin entsprechen oder Abwandlungen darstellen, teilweise von dem jeweiligen geistigen Urheber der Methode stammen.

Aktualisiert: 11.01.2017
Autor*in: Nathalie Blanck

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