Unfallheilkunde (Traumatologie)

Unfallheilkunde: Maßnahmen im Krankenhaus © istockphoto, Wavebreakmedia

Auch wenn sich der Begriff so anhört – Traumatologie hat nichts mit süßen Träumen zu tun, sondern mit schmerzlicher Realität. Sein deutsches Pendant, die Unfallheilkunde, weckt da eher die richtigen Assoziationen. Trauma bedeutet im Griechischen "Wunde, Verletzung". Der Begriff meint zum einen jede Einwirkung, die den Organismus schädigt ("traumatisiert"), also z.B. ein Unfall oder ein psychisches Schockerlebnis. Zum anderen wird damit auch der daraus entstandene Schaden bezeichnet, also z.B. der resultierende Knochenbruch mit Fleischwunde oder Angsterkrankung.

Die Traumatologie ist damit die Lehre von Entstehung, Verhütung, Erkennen und Behandlung von Unfallverletzung. Allerdings beschränkt sie sich auf körperlichen Verletzungen, was die synonym verwendete Bezeichnung Unfallchirurgie auch nahe legt. Ärzte, die darauf spezialisiert sind, werden als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bezeichnet. Für seelische Verletzungen sind Ärzte der Fachgebiete Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bzw. Psychiatrie und Psychotherapie zuständig.

Die Aufgaben der Traumatologie

Unfallmediziner müssen viele Dinge beherrschen. Dazu gehören die Erste Hilfe am Unfallort, die Schockbehandlung und operative Versorgung im Krankenhaus. Die Situation muss häufig sehr rasch eingeschätzt werden – gibt es mehrere Verletzte, die Hilfe benötigen, wo besteht womöglich Lebensgefahr, was tue ich zuerst, was kann warten oder delegiert werden, was muss sofort getan werden, um weitere Schäden oder Gefahren für andere abzuwenden, wie und wohin wird der Verletzte transportiert (z.B. in eine Spezialklinik für Verbrennungen) – diese kurze Auswahl zeigt bereits, wie viele Dinge gleichzeitig getan und im Blick behalten werden müssen.

Schwer- und Mehrfachverletzte

Patienten mit einem Polytrauma, also mit mehreren Verletzungen an mindesten zwei Körperregionen, z.B. nach einem Autounfall, sind besonders gefährdet für lebensgefährliche Komplikationen und erfordern viel Erfahrung des behandelnden Teams, das sich dann oft aus mehreren Fachrichtungen zusammensetzt.

Sind die akute Bedrohung abgewendet und Komplikationen eingedämmt, müssen die Patienten adäquat weiterbetreut werden – oft zunächst auf der Intensivstation. Manchmal erfolgt dann eine Weiterverlegung in eine Spezialabteilung oder eine spezialisierte Klinik. Besonders bei Schwer- und Mehrfachverletzten sind Rehabilitationsmaßnahmen (manchmal über Monate bis Jahre) notwendig, dazu gehören die medizinische Aufbautrainings- und Gerätetherapien unter Anleitung von Physiotherapeuten und die Ergotherapie.

Betroffene brauchen evtl. eine Versorgung mit Prothesen oder Hilfsmitteln, Informationen zu rechtlichen und sozialen Belangen (z.B. Wiedereingliederung in den Beruf, Erwerbsfähigkeitsminderung, Spätschäden, Berentung etc.) und oft auch eine psychische Unterstützung. Das alles bedarf der Koordination, Begutachtung und Betreuung der Unfallchirurgen und ihrer spezialisierten Teams.

Aktualisiert: 07.03.2014 – Autor: Dagmar Reiche

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