Wenn Lärm zur Belastung wird – was tun?

Frau mit Gehörschutz gegen störenden Lärm © istockphoto, vitranc

Sehnen auch Sie sich manchmal vergeblich nach Stille, weil Sie den alltäglichen Lärm nicht mehr "hören können" bzw. wollen? Stört Sie gelegentlich die Musik im Kaufhaus oder im Lift? Gehören sie zu den 70 % der Deutschen, die sich über Straßenlärm beschweren? Oder haben Sie nur wenig Probleme mit Lautstärke, stehen vielleicht sogar auf laute Diskomusik? Der Tag gegen den Lärm soll uns alle auf die Belastung durch Schalleinwirkungen aufmerksam und sensibel gegenüber Lärm und dessen Folgen machen. Lärm ist ein gravierendes Umweltproblem. Andauernde aber auch kurzzeitige Lärmexposition kann eine Vielzahl an negativen Effekten auf den Menschen haben, die von dem Gefühl, belästigt zu werden, bis zu einer akuten oder chronischen Schädigung der Gesundheit reichen.

Wussten Sie schon, dass ...

  • nahezu alle Deutschen (80 %) in irgendeiner Weise von Lärm betroffen sind?
  • über die Hälfte der Bevölkerung durch mehrere Lärmquellen zugleich belästigt wird?
  • über ein Drittel der Menschen in Deutschland sich durch Straßenlärm wesentlich belästigt fühlt?
  • rund ein Viertel der Bundesbürger/innen vom Schienenverkehrslärm beeinträchtigt wird?
  • fast 15 % sich durch Fluglärm wesentlich gestört fühlen?
  • immerhin 6,5 % der Deutschen durch den Lärm ihrer Nachbarn hochgradig belästigt werden?

Störender Lärm

Natürlich verhindert Lärm eine gute Kommunikation und verschlechtert die Konzentration. Dies kann sich vor allem am Arbeitsplatz bemerkbar machen und wenn sich die Lärmquelle in unmittelbarer Nähe befindet. Lärmbelästigungen führen außerdem zu Schlafstörungen und belasten das Herz-Kreislauf-System.

Besteht die Beeinträchtigung länger, kann es zu Schwerhörigkeit (ca.14 Millionen Bundesbürger, etwa 15 % der Bevölkerung, steigende Tendenz) oder dem gefürchteten Tinnitus (fast 3 Millionen Bundesbürger, 4 % der Bevölkerung über 10 Jahre; Tendenz steigend) kommen. Dass man sich unter einer ständigen Lärmbelästigung nur schlecht entspannen kann und die Erholung leidet, muss kaum noch erwähnt werden.

7 Tipps gegen Lärm im Alltag

Die folgenden Empfehlungen können mit einem sehr geringen Aufwand durchgeführt werden, haben aber bereits eine beträchtliche Wirkung! Überdenken Sie daher alle Punkte in Ruhe. Und überlegen Sie, ob Sie den ein oder anderen beherzigen können.

  1. Machen Sie nicht mehr Lärm als unbedingt erforderlich und unter gegebenen Umständen vermeidbar ist. Achten Sie dabei das Recht Anderer auf Ruhe.
  2. Tragen Sie IMMER einen Gehörschutz wenn es vorgeschrieben oder ratsam ist. Benutzen Sie dafür ausschließlich Produkte mit optimaler Schutzfunktion. Überprüfen Sie vor jeder Tätigkeit, ob Sie einen Gehörschutz benötigen, z.B. beim Rasenmähen, Heckeschneiden oder beim Heimwerken.
  3. Überprüfen Sie das Spielzeug Ihrer Kinder! - Knackfrösche und Schreckschusspistolen können auch bei kurzzeitiger Einwirkung erhebliche Gehörschäden nach sich ziehen!
  4. Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten, bei denen Sie großen Schallpegeln ausgesetzt sind.
  5. Überprüfen Sie kritisch die Lautstärkeeinstellung an Ihren Radio- und Fernsehgeräten, von denen Sie täglich beschallt werden. Überdenken Sie Ihre Gewohnheiten: Muss das Radio oder Fernsehgerät im Hintergrund laufen?
  6. Benutzen Sie nicht aus Spaß oder Unachtsamkeit die Hupe Ihres Autos.
  7. Lassen Sie in regelmäßen Abständen Ihr Gehör von Fachleuten überprüfen.

Aktualisiert: 21.09.2017 – Autor: Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA)

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