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Heilberufe - was gehört dazu?

Arzt untersucht jungen Mann © rawpixel

Bei dem Begriff Heilberuf denken die meisten wohl an das Arbeitsfeld des Arztes. Doch in Deutschland zählen noch andere Berufsgruppen dazu – manche mit, andere ohne akademische Ausbildung. Hier ein Pfad durch diesen Dschungel im Gesundheitswesen.

Begriffserklärung

Nicht jeder, der Krankheiten erkennt, heilt oder lindert, ist ein Angehöriger der Heilberufe – schließlich versorgen auch Mütter kleine Wehwehchen ihres Kindes oft selbst. Auf der anderen Seite zählen in Deutschland zu den anerkannten Heilberufen auch Berufsgruppen wie die Apotheker oder Kosmetikerinnen, an die man spontan nicht unbedingt denkt. Was genau sind also Heilberufe?

Die oben genannte Beschreibung ist eine wichtige Säule zur Charakterisierung von Heilberufen: Dies sind berufliche Tätigkeiten, die der Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten oder Behinderungen dienen oder Leistungen der vorbeugenden Gesundheitspflege erbringen. Dabei wird unterschieden zwischen den Heilberufen im engeren Sinn, den akademischen Heilberufen, und den Heilberufen ohne akademische Ausbildung, die auch als Gesundheitsfachberufe oder Medizinalfachberufe bezeichnet werden. Die Gruppe der Heilpraktiker nimmt eine Sonderstellung ein.

Akademische Heilberufe

Diese zeichnen sich durch eine bundesgesetzlich geregelte universitäre Ausbildung aus, und zwar zum Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker oder Psychotherapeuten (psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut). Die Erlaubnis zur Ausübung des Berufs heißt Approbation und ist zwingende Voraussetzung dafür, in dem jeweiligen Beruf tätig zu werden.

Regelungen:
Ausbildung, Zulassung und Berufstätigkeit sind in Bundes- und Landesgesetzen geregelt, für die Regelung der Berufsausübung und Weiterbildung sind die Länder zuständig. In manchen Bundesländern sind die einzelnen Gesetze für akademische Heilberufe zu einem Heilberufekammergesetz zusammengefasst. Akademische Heilberufe sind typischerweise in öffentlich-rechtlichen Berufsorganisationen ("Kammern“, z.B. Ärztekammer) organisiert, die auf landesrechtlicher Ebene die Berufsausübung, Berufsvertretung und Berufsgerichtsbarkeit regeln.

Leistungen:
Ein Arzt ist berechtigt, alle aus seiner Sicht notwendigen und angemessenen Tätigkeiten auszuführen, die den medizinischen Standards und Regeln der Heilkunst entsprechen müssen. Dabei ist er verpflichtet, Dienlichkeit und Risiken sowie Alternativen gewissenhaft zu prüfen und den Patienten über seine Überlegungen und Schritte genau informieren. Nicht bei all solchen Leistungen werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sondern etliche müssen als individuelle Gesundheitsleistungen (IgeL) vom Patienten selbst bezahlt werden.

Aktualisiert: 17.09.2013 – Autor: Dagmar Reiche

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