Patientenverfügung – den Willen schwerstkranker Menschen respektieren

Frau schreibt Patientenverfügung © rawpixel

Was ist, wenn man durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit nicht mehr in der Lage ist, bei einer medizinischen Entscheidung mitzubestimmen? Mit einer Patientenverfügung, auch Patiententestament genannt, kann man zum Ausdruck bringen, dass man in Krankheitssituationen, die zum Tode führen werden, keine Behandlung wünscht, die das Leben künstlich verlängern würde. Es geht hierbei nicht um aktive Sterbehilfe – die ist in Deutschland gesetzlich verboten. Für viele Betroffene ist die Patientenverfügung jedoch eine Möglichkeit, selbstbestimmt, in Würde und ohne Schmerzen zu sterben.

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung

Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, für den Fall der Fälle vorzusorgen.

  1. Mit einer Patientenverfügung bestimmt der Unterschreibende, welche medizinische Behandlung er in dem Fall haben will, in dem er nicht mehr äußerungsfähig ist.
  2. Mit einer Vorsorgevollmacht erteilt man einer Vertrauensperson Vollmacht in vermögensrechtlichen und persönlichen Angelegenheiten. Diese Person entscheidet dann, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist.
  3. Mit einer Betreuungsverfügung gibt man dem Gericht eine Empfehlung, wer als Betreuer bestellt werden sollte. Das ist nur dann erforderlich, wenn man keine Vorsorgevollmacht erteilt hat.

Angst vor der Pflegebedürftigkeit

Über 900.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland. Einer Umfrage von Infratest im Auftrag der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung zufolge würde rund die Hälfte der Deutschen lieber den Freitod wählen, als zum Pflegefall zu werden. Demnach sehen 51 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer einen Ausweg im begleiteten Suizid.

Die Angst vor der Pflegebedürftigkeit ist also bei vielen Menschen groß.

Wofür eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung bezieht sich auf den Sterbeprozess oder auf einen nicht mehr veränderbaren Ausfall lebenswichtiger Körperfunktionen mit absehbarer Todesfolge. Sie enthält Anweisungen zur Sterbebegleitung, wobei man einen möglichen Behandlungsverzicht – etwa Wiederbelebungsmaßnahmen – ausdrücklich benennen kann. Das bedeutet, auf eine lebensverlängernde Behandlung zu verzichten, wenn man unheilbar krank ist und sich im Sterben befindet.

Außerdem ist eine Palliativbehandlung gemeint, die die Abgabe von schmerzlindernden Medikamenten an tödlich erkrankte Menschen einschließt, auch wenn durch diese Medikamente als Nebenwirkung der Eintritt des Todes beschleunigt werden kann.

Aktualisiert: 17.07.2018 – Autor: bo, überarbeitet: Nadja Weber

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