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Baldrian mit beruhigender Wirkung

Baldrian © Paolinio

In seiner Geschichte als Heilpflanze musste der Baldrian für fast alles herhalten. So galt Baldrian lange Zeit auch als Aphrodisiakum: Die Empfehlung zielte wohl schon damals auf dessen harmonisierende und beruhigende Wirkung ab. Obwohl schon Römer, Ägypter und Heilkundler des Mittelalters die Baldrianwurzel zur medizinischen Behandlung eingesetzt haben, gibt uns die Pflanze noch heute Rätsel auf.

Herkunft des Baldrians

So weiß man beispielsweise nicht genau, woher der Name Valeriana officinalis kommt. Die einen siedeln die Bezeichnung im Mittelalter an und behaupten, dass es sich hierbei um eine Namensgebung nach der römischen Provinz Valeria handele. Andere erklären das lateinische Wort" valere" – gesund sein, sich wohl fühlen – zum Wortursprung.

Zur Herstellung der Arznei werden die Wurzeln des europäischen Baldrians verwendet. Der Bedarf an Baldrian-Präparaten ist groß, sodass die gut 1,5 Meter hohe Pflanze mit ihren doldenförmigen rosa-weißen Blüten auf Plantagen angebaut wird. Wild wächst Baldrian vor allem in den Sumpfgebieten Europas und Asiens.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Baldrian

Über hundert Inhaltsstoffe haben Wissenschaftler im Baldrian nachgewiesen. Welche dieser Substanzen für die Wirkungen verantwortlich ist, bleibt unklar. Vermutet wird, dass erst das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe eine Wirkung auslöst. In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass Baldrian-Extrakte einen hemmenden Einfluss auf die Nervenleitung im Gehirn ausüben, ähnlich wie Benzodiazepine, die bekanntesten rezeptpflichtigen Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Ausgelöst wird eine schlaffördernde und angstlösende Wirkung. Das erklärt, warum Baldrian die Einschlafzeit verkürzt, sowie Schlafqualität und Allgemeinbefinden verbessert. Wie bei vielen Heilpflanzen macht sich auch die Wirkung des Baldrians erst nach einiger Zeit, sprich Tagen oder Wochen, bemerkbar. Zuerst löst sich die innere Anspannung und erst danach wird auch der Schlaf wieder erholsam.

Anwendung von Baldrian

Im Mittelalter galt Baldrian als Kraut gegen jedes Zipperlein – von Augenleiden bis hin zur Pest. Den Untersuchungen der modernen Wissenschaft konnten diese Versprechungen nicht standhalten. Heute sind Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen und krampfartige Magen-Darm-Beschwerden Einsatzgebiete von Baldrian. Er wird in verschiedenen Formen angeboten: in Tropfenform, als Tablette, Dragee oder Kapsel. Außerdem wird er manchmal zur Wirkungsverstärkung mit anderen Heilpflanzen kombiniert – zum Beispiel mit Hopfen, Johanniskraut, Passionsblume oder Melisse. Zusätzlich sind Tees und Badezusätze mit Baldrian erhältlich.

Die Dosierung von Baldrian-Präparaten sollte ausreichend hoch gewählt werden. Vom Baldrianextrakt sollten zweimal täglich 15 Tropfen eingenommen werden, damit sich die Wirkung voll entfalten kann. Der Zeitpunkt der Einnahme hängt von den Beschwerden ab. Bei Schlafstörungen kann eine einmalige Gabe eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen genügen.

Aktualisiert: 28.07.2017 – Autor: gesundheit.de

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