Eukalyptus

Eukalyptus © istockphoto, Dio5050

Nicht nur Koalabären schätzen den Eukalyptus, der ihre einzige Nahrungsquelle ist. Seine Wirkstoffe machen die Symptome einer Erkältung erträglicher und verscheuchen unliebsame Insekten. Der Eukalyptus gehört zur großen Familie der Myrtengewächse, ist also mit Gewürznelke und Guave verwandt. Die ursprünglich ausschließlich in Australien und Tasmanien beheimateten Eukalyptusarten werden heute weltweit in subtropischen und mediterranen Klimazonen angepflanzt. Mittlerweile sind über 500 Arten bekannt, wobei überwiegend der "Gewöhnliche Eukalyptus" (Eukalyptus globulus) medizinisch verwendet wird.

Geschichte des Eukalyptus

Der Name leitet sich vom griechischen eu = gut und kalyptos = verschlossen ab und bezieht sich auf die Blütenknospe, die sich mit einem abspringenden Deckel öffnet.

Frühere Generationen hatten allerdings weniger medizinische Gründe für die Kultivierung des hohen, raschwüchsigen Baumes: Etwa seit dem 17. Jahrhundert diente er im Mittelmeergebiet zur Trockenlegung von Sümpfen mit dem Zweck, Mücken, die Krankheiten wie etwa Malaria übertragen, die Vermehrungsgrundlage zu entziehen. Darauf fußt vermutlich auch der Name "Fieberbaum", denn die Inhaltsstoffe besitzen selbst keine fiebersenkende Wirkung.

Außerdem wurde der Baum als Holzlieferant entdeckt. Eukalyptusholz ist besonders widerstandsfähig und wird beispielsweise für den Bau von Schiffskielen verarbeitet.

Eukalyptusöl

Das Eukalyptusöl wurde bereits in früheren Zeiten wegen seiner antiseptischen Eigenschaften vor allem als Mittel zur Desinfektion medizinischer Geräte und in der Wundbehandlung eingesetzt. Heute werden nach dem europäischen Arzneibuch die getrockneten Blätter älterer Eukalyptusbäume und das aus den frischen Blättern und Zweigspitzen gewonnene ätherische Öl als pflanzliches Arzneimittel verwendet. Bei der Anwendung spielen die Blätter als solche allerdings keine große Rolle mehr.

Wirkung des ätherischen Öls

Meist wird das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Öl eingesetzt. Dieser Hauptwirkstoff – ein schnell verdunstendes, typisch aromatisch riechendes ätherisches Öl – wird ebenfalls freigesetzt, wenn man Eukalyptusblätter zwischen den Fingern verreibt. Das darin enthaltene 1,8-Cineol (Eucalyptol) wirkt auswurffördernd und schleimlösend im Bronchial- und Nasenbereich und führt zu einem Kühleffekt auf der Haut. Dieses Phänomen wird auch bei Zubereitungen in Sportsalben oder lokalen antirheumatischen Einreibungen genutzt. Bei der Inhalation mit Eukalyptusöl vermittelt der Kühleffekt das Gefühl einer verbesserten Nasenatmung.

Das ätherische Öl wird nach der Aufnahme in den Körper zum Teil über die Lunge wieder ausgeschieden. Auf seinem Weg kann es vor Ort Bakterien und Viren zu Leibe rücken sowie zähen, festsitzenden Schleim lösen und das Abhusten erleichtern. Eine klassische Arzneiform mit enthaltenem Eukalyptusöl sind Erkältungssalben oder -balsame zum Einreiben auf Brust und Rücken, wo das ätherische Öl zum einen durch die Verdunstung inhaliert wird, zum anderen durch die Haut zur Wirkung kommt.

Verwendung von Eukalyptusöl

Eukalyptusöl wird häufig in Hustenbonbons, Erkältungsbädern sowie wegen seiner desodorierenden Wirkung in Zahncremes und Mundwässern eingesetzt. Wegen des starken Geruchs benutzt man es nach wie vor als Insekten vertreibendes Mittel. Eine weitere Wirkstoffgruppe, die Gerbstoffe, kommt beim Trinken von Eukalyptustee zum Tragen: Durch ihren adstringierenden, das heißt zusammenziehenden Effekt auf die Rachenschleimhaut eignet sich Eukalyptustee auch zum Einsatz bei Entzündungen in diesem Bereich.

Verträglichkeit von Eukalyptus

Nach neuesten Forschungen verspricht noch eine weitere, in den Blättern enthaltene Stoffgruppe positive Wirkungen: Phloroglucin-Verbindungen scheinen Entzündungen zu lindern und ebenfalls Bakterien und Viren zu hemmen. Inwieweit diese Verbindungen für die Wirksamkeit von Bedeutung sind, muss noch geklärt werden.

Eukalyptuszubereitungen werden in der Regel gut vertragen, nur in sehr seltenen Fällen können sie zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen führen. Allerdings sollte Eukalyptus nicht bei stark entzündlichen Erkrankungen im Magen Darm-Bereich, der Galle oder bei schweren Lebererkrankungen angewendet werden.

Vorsicht ist ebenfalls bei Säuglingen und Kleinkindern geboten: Bei ihnen dürfen Eukalyptuszubereitungen keinesfalls im Bereich des Gesichts, speziell der Nase, aufgetragen werden. Denn die ätherischen Öle können bei ihnen den sogenannten Kratschmer-Reflex auslösen. Hierbei drohen Atemstörungen bis hin zur Erstickung durch Verkrampfungen im Kehlkopf.

Wechselwirkungen

In wissenschaftlichen Untersuchungen beeinflusste Eukalyptus bestimmte Enzyme, die unter anderem Arzneistoffe abbauen. Daher ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten und Eukalyptuspräparaten Vorsicht geboten, da möglicherweise die Wirksamkeit der Arzneimittel herabgesetzt werden kann.

Aktualisiert: 19.10.2015

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