Johanniskraut: Natürliche Hilfe bei Verstimmungen

Johanniskraut © Mareefe

Immer mehr Menschen fühlen sich den hohen Anforderungen ihres beruflichen und familiären Alltags nicht mehr gewachsen. Nervosität, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung oder Unausgeglichenheit sind mögliche Reaktionen des Körpers. Werden diese Störungen nicht behandelt oder die Ursachen nicht ausgeschaltet, reagieren viele Menschen mit depressiven Verstimmungszuständen oder psychovegetativen Störungen bis hin zu Depressionen. Psychovegetative Störungen sind seelisch verursachte körperliche Beschwerden, denen keine organischen Erkrankungen zugrunde liegen.

Mögliche Ursachen von Verstimmungen

Es gibt eine Reihe möglicher Auslöser für Verstimmungen, wie zum Beispiel:

  • hormonelle Veränderungen
  • zwischenmenschliche Probleme
  • Lichtmangel in den Wintermonaten
  • steigende Lebensansprüche
  • Reizüberflutung
  • körperliche Erkrankungen

Johanniskraut: Wirkung

Bei milden Verstimmungen kann Johanniskraut helfen. Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend starke Nervenreize wie Angst, Panik oder Nervosität werden gewissermaßen abgeschirmt. Der Vorteil gegenüber vielen anderen Medikamenten: Johanniskraut kann nicht abhängig machen und ist sehr gut verträglich.

Medikamente aus dieser Pflanze haben in der Depressionsbehandlung einen hohen Stellenwert. Der Extrakt wirkt bei leichten und mittelschweren Formen der Depression mindestens genauso gut wie synthetische Mittel. Patienten sprechen auf Johanniskraut genauso gut an und doppelt so gut wie auf Placebos (Scheinmedikamente). Es macht ruhiger, gelassener und widerstandsfähiger gegenüber dem Alltagsstress.

Nebenwirkungen von Johanniskraut

Die volle Wirksamkeit dieses Arzneimittels setzt erst nach etwa zwei  Wochen ein. Eine mögliche unerwünschte Wirkung ist eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonne. Vor allem Menschen mit heller Haut sollten sich unter der Einnahme von Johanniskraut nicht zulange der Sonne aussetzen, denn es kann schneller zu Sonnenbränden kommen.

Bei bestimmten Medikamenten, zum Beispiel digoxinhaltigen Herzmitteln, einigen Antidepressiva, Blutgerinnungshemmern oder einem Medikament, das die Abstoßungsreaktion nach Organverpflanzungen unterdrückt, ist unter der Einnahme von Johanniskraut mit einer Beeinträchtigung der Wirkung zu rechnen.

Ob die Einnahme von Johanniskraut für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Was können Sie sonst noch tun? 8 Tipps!

Weitere Möglichkeiten, Verstimmungen abzuschwächen und ihnen vorzubeugen, sind:

  1. Lernen Sie, sich abzugrenzen.
  2. Spüren Sie Ursachen der Verstimmungen in Ihrem Leben auf.
  3. Üben Sie Entspannungstechniken zum Beispiel in Anti-Stress-Seminaren.
  4. Setzen Sie Prioritäten in Ihrem Leben.
  5. Suchen Sie sich Hilfe, wenn Sie selber nicht mehr weiterkommen.
  6. Der Stimmungsaufheller Serotonin ist in kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Nudeln, Bohnen, Kartoffeln, Bananen oder in Süßigkeiten, besonders Schokolade, enthalten.
  7. Nutzen Sie jeden Sonnenstrahl für einen Spaziergang.
  8. Ernähren Sie sich gesund mit viel Obst und Gemüse.

Was ist bei Verstimmungen zu beachten?

Bei Depressionen, die über eine Verstimmung hinausgehen, also zum Beispiel lange andauern oder bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Patienten, die unter Schlafstörungen, Angst oder körperlichen Symptomen leiden, sollten ebenfalls ihren Arzt aufsuchen.

Johanniskraut gegen Winterdepression

Im Herbst und Winter verzögert sich durch den Lichtmangel der Abbau des Hormons Melatonin. Die Folge: Wir fühlen uns auch tagsüber müde und antriebsarm. Zusätzlich wird durch das fehlende Sonnenlicht nicht genug von dem Stimmungsaufheller Serotonin produziert. Regelmäßig auftretende depressive Symptome im Herbst oder Winter werden als saisonal abhängige Depression (SAD) oder Winterdepression bezeichnet. Schwermut, Trauer, Leere, Angst sind die typischen Anzeichen für eine Depression.

Besteht zusätzlich Müdigkeit, Heißhunger auf Süßes, Erschöpfung und Gewichtszunahme deutet das auf eine SAD hin, die in den Herbstmonaten beginnt und im Frühjahr endet. Tröstend für viele Betroffene: Spätestens im Frühsommer lassen die depressiven Symptome wieder nach. Sie ist klar abzugrenzen von einer echten Depression, die von der Jahreszeit unabhängig ist und meist mit Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafstörungen einhergeht. In schweren Fällen ist unbedingt eine fachärztliche Betreuung erforderlich.

Aktualisiert: 14.06.2018 – Autor: gesundheit.de

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