Pilze gegen Krankheiten: Pilze bei Allergien

Pilze bei Allergien

Jeder zweite Bundesbürger wird nach Schätzungen von Experten im Jahr 2010 von Allergien betroffen sein. Schon die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat laut Lelley mit einem Pilz auf diese Krankheit eine Antwort gekannt. Eine antiallergische Wirkung gegen Heuschnupfen und bestimmte Nahrungsmittel sei beim "Glänzenden Lackporling" (Ling zhi) nachgewiesen worden. Er greife ein, indem er durch die Hemmung der Histaminfreisetzung die unangenehmen Symptome unterdrücke oder gar nicht entstehen lasse.

Wirkung von Histamin

Histamin zählt zu den Stoffen, die bei einer allergischen Reaktion freigesetzt werden. Es ist für die unangenehmen und manchmal sogar gefährlichen Symptome verantwortlich. Die Symptome als Folge einer erhöhten Histamin-Belastung können Hautrötungen, Juckreiz und Quaddelbildung, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe, Herzrasen, Schwindel, Empfindungsstörungen der Haut, rinnende Nase, Asthma aber auch Kopfschmerzen und Migräne sein.

Histamin wird dann freigesetzt, wenn Immunglobulin-E-Antikörper auf den Mastzellen ein Allergen (z. B. Blütenstaub) erkennen und als Reaktion darauf Botenstoffe aussenden. Als Inhaltsstoff für die Hemmung der Histaminfreisetzung werden im Pilz primär die Triterpene verantwortlich gemacht – und Terpene und speziell Triterpene, besitzen antimikrobielle Wirkungen Diese Naturstoffe werden in der Fachwelt als vielversprechende chemoprotektive Substanzen angesehen und unter anderem auch als krebshemmend wirksam beschrieben.

Allzweckwaffe Shiitake

Hierzulande immer beliebter ist der Shiitake (Lentinula edodes), ein hell- bis dunkelbrauner Pilz, der auf verschiedenen Laubbäumen, vorzugsweise auf solchen mit hartem Holz wächst. Die traditionelle chinesische Medizin setzt den Shiitakepilz bei Erkältungen, Schwächezuständen, Magenverstimmungen, Allergien und allgemein zur Verlangsamung von Alterungsprozessen ein.

Besondere Aufmerksamkeit erregt der blutcholesterinsenkende Effekt des Shiitakepilzes, der in klinischen Tests bestätigt werden konnte. Nach Ergebnissen amerikanischer und japanischer Forscher wandelt der regelmäßige Verzehr dieses Pilzes das schädliche LDL-Cholesterin im Blut in das nützliche HDL-Cholesterin um.

Außerdem wird der Shiitakepilz vorwiegend dort eingesetzt, wo eine geschwächte Immunfunktion als auslösender oder verstärkender Faktor einer Krankheit vorliegt. Und das ist keine neue Erkenntnis: Aus der Mingdynastie (1368–1644) sind erste Aufzeichnungen zu den heilenden Wirkungen des Shiitakepilzes überliefert, sie sprechen von dem Pilz als "Lebenselixier". Er ist nach dem Champignon der zweithäufigste Speisepilz auf der Welt. Ihm und seinen Präparaten werden auch pharmakologische Wirkungen von großer Bandbreite bis hin zur Krebs- und Aids-Behandlung zugeschrieben.

Als hauptsächliche Aromastoffe sind zyklische Schwefelverbindungen identifiziert worden: Lenthionin; 1, 2, 4, 5,- und 1, 2, 3, 5-Tetrathian und Trithiolan sowie die Aminosäure Eritadenin. Eritadenin ist für die cholesterinsenkende Wirkung von Shiitake verantwortlich und kann durch spezielle Extrakttechniken konzentriert und standardisiert werden. (aus: Enman, Rova U., Berglund KA: Quantification of the bioactive compound eritadenine in selected strains of shiitake mushroom (Lentinus edodes). J Agric Food Chem. 2007)

Dazu schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): "Wissenschaftliche Forschungen bestätigten inzwischen viele Effekte der Heilpilze, die in der Vergangenheit nur auf Grund empirischer Beobachtungen verbreitet wurden. Fest steht, dass Großpilze ein umfangreiches Reservoir an bisher nicht oder nur ungenügend erforschten Substanzen bilden, die auch in der Human- und Veterinärmedizin eingesetzt werden könnten und eingesetzt werden sollten. Zahlreiche Beispiele aus jüngster Vergangenheit belegen, dass die Verwendung von Großpilzen für therapeutische Zwecke erfolgreich war."

Shiitake-Unverträglichkeit

Aus der Literatur ist allerdings bekannt, dass nach dem Verzehr solcher Pilze in einzelnen Fällen Hautreaktionen auftraten. Das BfR hat das gesundheitliche Risiko beim Verzehr von Shiitake-Pilzen vorläufig bewertet. Ergebnis: Vermutlicher Auslöser dieser Unverträglichkeitsreaktionen ist das oben schon erwähnte Polysaccharid Lentinan, ein natürlicher Inhaltsstoff des Pilzes.

Bei dieser sogenannten Shiitake- oder Flagellanten-Dermatitis handelt es sich um streifenförmige, peitschenhiebähnliche Rötungen der Haut am Körper, den Armen und Beinen sowie im Nackenbereich. Derartige Reaktionen können auch dann auftreten, wenn die Pilze vor dem Verzehr gut durchgekocht wurden.

In Deutschland sind allerdings bisher nur wenige Fälle von Shiitake-Dermatitis bekannt. Dennoch sollten die Verbraucher auf das Risiko beim Verzehr von Shiitake-Pilzen hingewiesen werden.

Aktualisiert: 23.01.2017 – Autor: bo

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?