Küssen ist gesund

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Bis zu 100.000 Küsse teilt ein Mensch in einem 70-jährigen Leben aus. Diese Zärtlichkeiten sind gut angelegt: Küssen macht nämlich nicht nur Spaß, sondern ist auch gesund. Und wenn ein Kuss intensiv genug ist, verbraucht er sogar Kalorien. Aber auch auf den Blutdruck, das Immunsystem und die Entstehung von Stresshormonen hat Küssen Einfluss. Erfahren Sie, warum Küssen so gesund ist und in welchen Fällen Küssen auch ein Risiko darstellen kann.

Was Küssen im Körper bewirkt

Ein eindringlicher Kuss stellt den Körper auf den Kopf und löst heftige chemische Reaktionen aus: Puls und Körpertemperatur schnellen in die Höhe, Stoffwechsel und Blutzirkulation werden angekurbelt, Glückshormone lassen Schmerzen vergessen, das Immunsystem läuft auf Hochtouren:

  • Der Blutdruck steigt auf 150 mm Hg. Regelmäßiges Küssen kann den Blutdruck durch die Erweiterung der Gefäße aber sogar senken.
  • 34 Geschichtsmuskeln werden bewegt.
  • Der Herzschlag steigt bei Männern auf 110 Schläge pro Minute, bei Frauen auf 108.
  • Küssen setzt das Kuschelhormon Oxytocin frei, was die Bindung zwischen zwei Menschen stärkt.

Übrigens: Dass beim Küssen die Nasen nicht zusammenstoßen, hat einen einfachen Grund: Die meisten Menschen nähern sich ihrem Partner instinktiv mit nach rechts geneigtem Kopf.

5 Fakten über das Küssen (Infografik)

5 Fakten über das Küssen – © iStock.com/Kharichkina

Positive Wirkung des Küssens

Das Thema Küssen hat schon viele Wissenschaftler zum Forschen animiert. Hier zahlreiche positive Fakten, die dadurch in den letzten Jahren ans Licht gekommen sind:

  • Küssen macht schlank: Ein normaler Kuss verbrennt 6,5 Kalorien pro Minute, ein leidenschaftlicher Kuss sogar bis zu 20 Kalorien.
  • Küssen hilft Stress abzubauen. Das liegt daran, dass vermehrt Glückshormone wie Serotonin und Endorphine gebildet werden.
  • Küssen regt die Speichelbildung an. Das hat Vorteile für die Zähne, denn Speichel enthält Kalzium und das Spurenelement Phosphor. Vom Zahnschmelz aufgenommen, machen diese Substanzen ihn hart und stark gegen Karies.
  • Küssen kann Schmerzen lindern. Verantwortlich dafür ist vermutlich die verstärkte Bildung des Hormons Oxytocin.
  • Wer viel küsst, stärkt sein Immunsystem, denn die Bildung von Neuropeptiden wird angeregt. Diese aktivieren die natürlichen Killerzellen.
  • Der Kuss wirkt wie eine Art Schluckimpfung, die Küssende sich gegenseitig verpassen. Denn der Speichel enthält bis zu 22.000 verschiedene Arten von Bakterien. Werden diese bei einem Kuss ausgetauscht, werden Impulse zur Bildung von Abwehrkräften und Antikörpern ausgesendet.
  • Küssen kann Verspannungen lösen und soll gegenlästigen Schluckauf helfen, da beim Küssen vermehrt CO2 ins Blut gelangt.

Können Küsse gefährlich sein?

Was beim einen der Abhärtung dient, kann für den anderen negative Folgen haben: So können beim Küssen Meningokokken oder Cytomegalieviren übertragen werden. Auch eine Übertragung des Epstein-Barr-Virus kann so erfolgen. Dieses kann Pfeiffersches Drüsenfieber auslösen. Die Erkrankung wird deshalb im Volksmund auch als "Kusskrankheit" bezeichnet.

Auch das Bakterium Helicobacter pylori kann im Speichel vorkommen. Es verursacht nach Meinung von Wissenschaftlern viele Magengeschwüre, aber auch Magenschleimhautentzündungen und sogar Magenkrebs begünstigen. Dass die beim Küssen übertragene Menge ausreicht, um eine ernsthafte Erkrankung auszulösen, wird mittlerweile in der Medizin aber stark bezweifelt. Das Bakterium bleibt in der Mundhöhle wohl auch nur vorübergehend bestehen.

Aufpassen heißt es aber für Allergiker: Hat der Kusspartner allergieauslösende Nahrungsmittel auch nur in kleinsten Mengen zu sich genommen, kann ein intensiver Kuss kurz danach zu allergischen Reaktionen führen. Häufig kommt dies bei Nussallergien vor.

Aktualisiert: 10.02.2021 - Autor: Dagmar Reiche

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