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Durchführung der Endoskopie

Wie erlebt der Patient die Untersuchung?

Wie der Patient eine Endoskopie erlebt und worauf er zu achten hat, hängt stark von der Art der endoskopischen Untersuchung ab, der er sich zu unterziehen hat. Einige sind mit so großem Aufwand verbunden, dass der Patient dafür in Vollnarkose versetzt wird, wie bei der Bauchspiegelung. Andere kommen ganz ohne Betäubungsverfahren aus, wie die Spiegelung der Gebärmutter.

Bei der häufigsten Form der Endoskopie, der Magen- und/oder Darmspiegelung, wird das Endoskop durch den Mund oder den After eingeführt. Der jeweilige Bereich wird mit einem örtlichen Betäubungsmittel behandelt, um dort Schmerzen durch die Reizung zu verhindern. Magen oder Darm müssen frei von Speiseresten sein, weshalb der Patient einige Zeit vor der Untersuchung nichts mehr essen darf und im Falle der Dickdarmspiegelung auch Abführmittel bekommt.

Beide Untersuchungen finden oft nach der Gabe eines Beruhigungsmittels statt, durch das Schmerzempfinden und Angst verringert werden, der Patient aber noch auf Anweisungen reagieren kann (Analgosedierung). Wird ein solches Mittel verabreicht, darf man danach nicht selbst Auto fahren und keine Maschinen bedienen. Zu beachten ist außerdem, dass der Magen nicht gleich mit zu viel Essen überfordert wird. Genaue Hinweise, was bei den jeweiligen endoskopischen Untersuchungen zu beachten ist, gibt der behandelnde Arzt.

Neue endoskopische Techniken

Meist ist es nicht sonderlich angenehm, eine endoskopische Untersuchung über sich ergehen zu lassen, auch wenn die Geräte mittlerweile recht klein und flexibel sind. Doch die findigen Entwickler in der Medizintechnik sind schon weiter: Bei der "virtuellen Endoskopie" braucht man kein Endoskop, sondern durch die Kombination von durchleuchtenden Untersuchungsmethoden wie Röntgen oder Magnetresonanztomographie und speziellen Computern wird ein virtuelles inneres 3-D-Bild des zu untersuchenden Organs erzeugt. Der Arzt kann sich dann wie beim Endoskopieren am Bildschirm durch die Körperinnenwelten bewegen, ohne dass dem Patienten tatsächlich ein Endoskop eingeführt wird. Nachteil dieser Technik ist, dass kein Gewebe zur Untersuchung entnommen werden kann.

Die virtuelle Endoskopie ist im Prinzip für jeden Hohlraum des Körpers möglich – lufthaltige Räume wie Magen und Darm, Nasennebenhöhlen oder Innenohr und flüssigkeitsgefüllte Räume wie Gefäße oder Bronchien. Am verbreitetsten ist die virtuelle Darmspiegelung.

Eine weitere für den Patienten angenehme Technik zur endoskopischen Darstellung des Magen-Darm-Traktes ist die sogenannte Kapsel-Endoskopie. Hierbei schluckt der Patient eine Kapsel, die eine Miniaturkamera, einen Sender und eine Batterie enthält. Diese wandert durch den Magen-Darm-Kanal und sendet pro Sekunde zwei Bilder ihrer Kamera an einen Empfänger, den der Patient bei sich trägt. Dabei kann er ganz normal seinen täglichen Beschäftigungen nachgehen. Die Bilder werden nach der Endoskopie vom Arzt an einem Computer zu einem "Film" zusammengesetzt. Die Kapsel wird ausgeschieden und nicht wiederverwertet. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass sie die Darstellung des Dünndarmes ermöglicht, der anderen endoskopischen Techniken größtenteils nicht zugänglich ist.

Aktualisiert: 11.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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