Lifeline Logo

Endoskopie - Periskope für die Körperinnenwelten

Mit Periskopen lässt sich nicht nur unbemerkt um die Ecke in Nachbars Garten spähen, sondern auch das Innenleben eines Körpers erkunden. Die Endoskopie hat sich in den letzten Jahrzehnten einen festen Stammplatz in der medizinischen Diagnostik und Therapie erobert. Bereits vor Jahrtausenden versuchten die ersten Ärzte, sich über den Gesundheitszustand ihrer Patienten nicht nur durch äußeres Betrachten ein Bild zu machen. Sie verwendeten erstmals Katheter, um die Harnblase zu entleeren und hatten dabei die Idee, dass man sich durch diese natürlichen Körperöffnungen einen Einblick ins Innenleben eines lebenden Menschen verschaffen kann.

Seither ist nicht nur viel Zeit vergangen, sondern die Methoden, menschliche Innenräume auszuleuchten und so Krankheiten aufzuspüren, wurden durch neue technische Möglichkeiten revolutioniert und haben ihrerseits für eine Revolution in der medizinischen Diagnostik und Therapie gesorgt. Ihren Namen haben die Endoskopien, also Spiegelungen von Körperhöhlen, aus dem Griechischen – endo steht für innen, skopie bedeutet Umherschauen.

Eine kurze Geschichte der Endoskopie

Schon im alten Ägypten wurden 3 000 Jahre vor Christus Katheter aus Bronze oder Zinn in die Harnblase eingeführt. Der griechische Arzt Hippokrates untersuchte 400 vor Christus mit sogenannten "Speculen" Mund-, Vaginal- und Enddarmbereich. Dies waren einfache starre Rohre, die zum Aufspreizen der Körperöffnungen dienten und wahrscheinlich keine Begeisterungsausbrüche beim Patienten hervorriefen. Außerdem ermöglichten sie weder ein tieferes Eindringen noch eine gute Ausleuchtung des Untersuchungsraumes.

Die ausreichende Ausleuchtung stellte lange Zeit das Problem der wissbegierigen Ärzte dar: Sie versuchten, Licht von Kerzen mittels Spiegel ins Dunkel der Patienten zu bringen, daher der heute noch gebräuchliche deutsche Name der Untersuchungsmethode: Spiegelung. Erst die Erfindung der Glühlampe, von Edison 1879 patentiert, ermöglichte es, die Hohlorgane des Menschen mit soviel Licht zu versorgen, dass die dünnen optischen Instrumente, die durch die Körperöffnungen eingeführt wurden, gut sichtbare Bilder zum Arzt zurücklieferten.

Aktualisiert: 21.11.2013 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?