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Ranitidin zum Schutz des Magens

Schutz des Magens mit Ranitidin © istockphoto, Nastco

Ranitidin ist ein Wirkstoff zum Magenschutz. Er gehört zur Gruppe der H2-Antagonisten. Das bedeutet, dass Ranitidin im Magen an den Rezeptoren namens „H2“ ansetzt und diese blockiert. Zur gleichen Wirkstoffgruppe gehören außerdem noch Famotidin, Roxatidin, Nizatidin und das früher verwendete Cimetidin. Nur Ranitidin und Famotidin sind niedrig dosiert rezeptfrei erhältlich. Für höhere Dosierungen mit diesem Wirkstoff sind die Medikamente rezeptpflichtig.

Wie Ranitidin wirkt

Die Magensäure wird in den Belegzellen des Magens produziert. Wirkstoffe wie Ranitidin unterdrücken die Bildung von Magensäure, indem sie an den H2-Rezeptoren, den sogenannten Histamin-2-Rezeptoren, mit dem Histamin konkurrieren. Histamin aktiviert die Säurebildung und das Freisetzen von Verdauungsenzymen. Die H2-Antagonisten hemmen hingegen die Säurebildung und damit die Verdauung. Das schützt den Magen.

Ranitidin wirkt also entgegengesetzt (antagonistisch) zum Histamin am H2-Rezeptor des Magens. Deshalb wird das Medikament auch H2-Rezeptor-Antagonist genannt. Mit Hilfe von Ranitidin neutralisiert sich auf diese Weise der Magensaft. Das macht ihn weniger gefährlich und aggressiv gegenüber dem Magen und den angrenzenden Organen wie der Speiseröhre und dem Dünndarm.

Wann kommt es zur Anwendung?

So können einerseits bereits bestehende Schleimhautentzündungen oder Schleimhautverletzungen besser heilen. Und zusätzlich kann der Magen in Ausnahmesituationen, in denen der Körper unter starkem Stress steht, vor dem Entstehen solcher Entzündungen geschützt werden.

In welchen Situationen kann das der Fall sein? Steht unser Körper zum Beispiel wegen einer Operation oder während eines langen Krankenhausaufenthaltes unter Stress, neigt der Magen dazu, mehr Säure zu produzieren. Das wird mit Hilfe von Ranitidin verhindert.

Nebenwirkungen einer Therapie mit Ranitidin

Ranitidin gilt als sicher und gut verträglich. Nur selten kommt es zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall oder Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schwindel und Herzrhythmusstörungen. Wichtig ist aber zu beachten, dass bei schweren Leberfunktionsstörungen und der Krankheit namens Porphyrie kein Ranitidin eingenommen werden darf.

Nur zweite Wahl

Trotz der guten Verträglichkeit von Ranitidin ist es nur das Mittel der zweiten Wahl zum Magenschutz außerhalb des Krankenhauses. Das liegt zum einen daran, dass die Wirkung von Ranitidin deutlich geringer ist als die von den häufiger verwendeten Protonenpumpeninhibitoren (PPI). Außerdem gibt es nach dem Absetzen von Ranitidin häufig das Problem, dass der Magen dann umso mehr Säure produziert und bereits abgeheilte Entzündungen wieder aufflammen.

Wechselwirkungen

Ranitidin wird über die Magenschleimhaut aufgenommen. Wenn eine Magenschleimhautentzündung gleichzeitig mit Antazida oder Sucralfat behandelt wird, kann das die Aufnahme von Ranitidin verschlechtern. Deshalb muss Ranitidin zwei Stunden vor den genannten Medikamenten eingenommen werden.

Da Ranitidin die Magensäureproduktion vermindert, verändert sich dadurch der pH-Wert im Magen. Andere Medikamente, wie zum Beispiel das Pilzmittel Ketoconazol, die pH-abhängig im Magen aufgenommen werden, können deshalb eine andere Dosierung benötigen.

Alternativen zu Ranitidin

Alternativen zu Ranitidin und H2-Antagonisten sind:

  • Protonenpumpeninhibitoren
  • M1-Antagonisten (auch sie hemmen die Säureproduktion, aber mit Hilfe eines anderen Mechanismus)
  • Schleimhaut schützende Mittel, die vermehrt Schleim produzieren, der den Magen vor der Säure schützen soll, z.B. Sucralfat
  • Antazida: Stoffe, die die Magensäure neutralisieren, dazu gehört auch das bekannte Hausmittel Natron (Natriumhydrogencarbonat), dessen Anwendung mittlerweile aber nicht mehr empfohlen wird

Richtige Dosierung und Anwendung

Ranitidin darf nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt auch für Kinder verwendet werden. Je nach Herstellerinformation werden Altersangaben für Kinder ab zwei, ab drei oder ab zehn Jahren gemacht. Bei Erwachsenen sind übliche Dosierungen von Ranitidin eine Tablette à 300 mg vor dem Schlafengehen bei bestehendem Magen- oder Dünndarmgeschwür. Alternativ können morgens und abends je 150 mg eingenommen werden. Um den Magen und Dünndarm bei einem bereits abgeheilten Geschwür vorsorglich zu schützen, reichen 150 mg Ranitidin am Abend.

Da Ranitidin vor allem über die Niere ausgeschieden wird, muss besondere Vorsicht bei Menschen mit chronischem Nierenversagen gewahrt werden. Wenn die Niere nicht mehr gut arbeitet oder sogar kurz vor dem Versagen steht, muss die Menge Ranitidin deshalb deutlich vermindert werden. Genaue Dosierungen besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ranitidin in der Schwangerschaft

Schwangerschaft und Stillen: Bisherige Untersuchungen zu Ranitidin während der Schwangerschaft haben keine schädlichen Wirkungen auf das Ungeborene ergeben. Dennoch sollte vor Einnahme in der Schwangerschaft ein ausführliches Gespräch zur Risiko-Nutzen-Abwägung mit dem behandelnden Arzt geführt werden. Da Ranitidin in die Muttermilch ausgeschieden wird, sollte eine Einnahme während des Stillens vermieden werden.

Aktualisiert: 16.08.2018 – Autor: Dr. med. Julia Völker

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