Novminsulfon (Novalgin®) – gefährliche Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Novaminsulfon gehören Übelkeit und Erbrechen sowie eine leichte Rotfärbung des Urins. Daneben kann es auch zu Kreislaufschwankungen kommen. Sehr selten können außerdem Hautveränderungen, Verwirrtheit und Bewusstseinstrübungen auftreten.

Bei einer dauerhaften Einnahme von Novaminsulfon kann das Schmerzmittel allerdings auch Organschäden, vor allem an den Nieren, hervorrufen.

Nebenwirkungen von Novalgin®

Gelegentliche Nebenwirkungen von Novalgin® sind ein violetter bis roter, teilweise blasiger Hautausschlag sowie ein Blutdruckabfall. Das Risiko einer Blutdrucksenkung kann bei extrem hohem Fieber erhöht sein.

Typische Anzeichen eines Blutdruckabfalls sind:

  • Herzjagen
  • Blässe
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Schwindel und Ohnmacht

Seltene Nebenwirkungen von Novalgin®

Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören in erster Linie Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese können auch nach mehrfach problemloser Anwendung auftreten und lebensbedrohlich sein.

Anzeichen einer leichten Überempfindlichkeitsreaktion sind:

  • Augenbrennen
  • Husten, Niesen, Nasenlaufen
  • ein Engegefühl in der Brust
  • Hautrötungen (besonders im Gesicht)
  • Nesselsucht
  • Übelkeit und Bauchkrämpfe
  • ein Brennen, Jucken und Hitzegefühl auf und unter der Zunge und besonders auf den Handflächen und Fußsohlen

Leichte Reaktionen können unter Umständen in eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion übergehen und eine starke Nesselsucht, Schwellungen, krampfartige Verengung der Atemwege, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und einen Kreislaufschock verursachen. Eine weitere seltene Nebenwirkung von Novalgin® ist eine verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen.

Sehr selten kann auch ein Asthmaanfall, eine akute Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zu Nierenversagen sowie eine großflächige Blasenbildung der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom) auftreten.

Novaminsulfon: Vorsicht vor allergischen Reaktionen

In seltenen Fällen kann es durch die Einnahme von Novaminsulfon zu einer Überempfindlichkeitsreaktion und einem anschließenden Schock kommen. Im schlimmsten Fall kann diese Nebenwirkung tödliche Folgen haben.

Bei bereits bestehenden Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale oder Heuschnupfen kann zudem durch die Einnahme von Novaminsulfon ein Anfall ausgelöst werden. Diese Nebenwirkung tritt vor allem dann auf, wenn Novaminsulfon zu schnell injiziert wird. Dann kann es auch zu einem kritischen Blutdruckabfall kommen.

Im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln ist bei Novaminsulfon allerdings positiv anzumerken, dass es sehr gut magenverträglich ist. Zudem liegt kein Suchtpotential vor, wie es beispielsweise bei Opioiden existiert.

Agranulozytose als schwere Nebenwirkung

Sehr selten kann es durch die Einnahme von Novaminsulfon zu einer Schädigung der Zellbildung im Knochenmark kommen (Agranulozytose). Im Knochenmark werden die Granulozyten - eine Unterart der Leukozyten - gebildet. Typische Symptome für eine Agranulozytose sind zunächst Fieber und Schüttelfrost. Mit der Zeit kann sich die Entzündung auf den gesamten Körper ausbreiten und es kann zu einer Sepsis kommen.

Wird Novaminsulfon nach dem Auftreten der Symptome abgesetzt und die Schädigung entsprechend behandelt, ist der Schaden meist reversibel. Wird das Schmerzmittel allerdings weiterhin eingenommen, liegt die Sterberate bei etwa zehn Prozent. Das Risiko für eine Agranulozytose ist bei der intravenösen Gabe von Novaminsulfon besonders groß.

Uneinigkeit über die Häufigkeit von Nebenwirkungen

Wie häufig diese schwere Nebenwirkung tatsächlich auftritt, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Während in einigen Studien von einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:1.000.000 ausgegangen wird, schätzen andere Studien das Risiko mit 1:1.439 deutlich höher ein.

Die unterschiedlichen Ergebnisse sind unter anderem wohl auf eine unterschiedlich hohe Dosis sowie einen verschieden langen Einnahmezeitraum des Medikamentes zurückzuführen.

Novaminsulfon: In einigen Ländern verboten

Aufgrund seiner gefährlichen Nebenwirkung ist die Gabe von Novaminsulfon in einigen Ländern, wie beispielsweise England, Japan, Dänemark, Schweden oder den USA, nicht erlaubt.

In Deutschland ist die Verwendung dagegen zugelassen. Allerdings wird Novaminsulfon meist nur für kurzfristige Behandlungen und nur für bestimmte Einsatzgebiete verwendet. So wird die Einnahme von Novaminsulfon vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur zur Behandlung von starken Schmerzen oder in Situationen, in denen andere Medikamente nicht anschlagen, empfohlen.

Patienten, die Novaminsulfon einnehmen, sollten regelmäßig ein Blutbild machen lassen und sich bei einer Infektion direkt an den behandelnden Arzt wenden.

Aktualisiert: 13.11.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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