Mückenschutz dank Deet und Icaridin

Mückenabwehr mit Deet und Icaridin © istockphoto, Bigkhem

Die Wirkstoffe Icaridin und Deet werden zu den Repellents gezählt. Sie wehren Mücken und Zecken zuverlässig ab und kommen deshalb in zahlreichen Mückenschutz-Produkten zum Einsatz. Beide Substanzen wirken zuverlässig, wobei für Deet mehr Erfahrungen vorliegen. Allerdings hat der Wirkstoff auch mehr Nebenwirkungen als Icaridin, in Einzelfällen kann er sogar gesundheitsschädlich sein. Lesen Sie hier, was Sie bei der Anwendung von Deet und Icaridin beachten müssen und welches Produkt im Vergleich empfehlenswerter ist.

Wirkung gegen Mücken

Produkte mit Icaridin oder Deet (Diethyltoluamid) bieten einen sicheren Mückenschutz. Die Schutzwirkung der Sprays beruht darauf, dass sie aufgrund ihres Geruchs abschreckend auf Insekten – insbesondere auf Mücken – wirken. Nach dem Auftragen auf die Haut bildet sich dort ein schützender Duftmantel, der die Insekten vertreibt. Die Mittel wirken unter anderem gegen Insekten wie die Gemeine Stechfliege, Mücken der Gattung Aedes, Culex und Simulium, die Anopheles-Mücke und den Gemeinen Holzbock (Zecke).

Die Schutzwirkung gegen Mücken hält je nach Konzentration der Wirkstoffe circa acht Stunden lang an, gegen Zecken etwa vier Stunden. Wie lange der Schutz genau gewährleistet ist, hängt neben der Konzentration auch von der verwendeten Spraymenge und der Art der Insekten ab. Ebenso spielen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wind und Schweiß eine Rolle.

Nebenwirkungen von Icaridin

Sie sollten keine Produkte mit Icaridin verwenden, wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt. Diese äußert sich beispielsweise dadurch, dass es nach dem Auftragen zu Juckreiz sowie Hautrötungen und Hautschuppungen kommt. Generell treten bei Icaridin jedoch nur selten Hautreizungen auf, da der Wirkstoff als gut verträglich gilt.

Achten Sie bei der Anwendung jedoch darauf, das Mittel nicht auf offenen Wunden oder in der Nähe von Schleimhäuten aufzutragen. Auch der Kontakt mit den Augen oder erkrankter Haut sollte vermieden werden. Achten Sie außerdem darauf, das Spray beim Benutzen nicht einzuatmen.

Nebenwirkungen von Deet

Bei der Anwendung von Deet kann es in Einzelfällen zu Hautreizungen wie Rötungen und Brennen kommen. Diese Nebenwirkungen treten meist jedoch nur bei häufigem Gebrauch auf. Da der Wirkstoff auch die Augen und die Schleimhäute reizt, sollte er ebenso wie Icaridin nicht mit diesen in Kontakt kommen.

Darüber hinaus kann es bei der Anwendung auch zu Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl kommen. Dies liegt daran, dass Deet durch die Haut in den Blutkreislauf eindringen und unerwünschte Nebenwirkungen auf das Nervensystem haben kann. In schweren Fällen kann der Wirkstoff Krampfanfälle und Hirnschädigungen hervorrufen. Sprechen Sie deswegen vor der Anwendung von Deet unbedingt mit einem Arzt, wenn Sie gleichzeitig Produkte benutzen, die das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut erleichtern.

Bei einer sehr hohen Konzentration von Deet (über 30 Prozent) können als Folge der Anwendung schwere Hautreizungen auftreten. Unter anderem kann es zu Blasenbildung, einer Ulzeration oder einer Nekrose kommen.

Da Deet Kunststoffe und Leder angreift, sollte er nicht in Kontakt mit Gegenständen wie Sonnenbrillen, Kunststoffflaschen, Lederschuhen oder -taschen etc. kommen.

Mückenschutz in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollten Sie Produkte mit Icaridin nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden. Zwar ist bei einer Anwendung in der Schwangerschaft vermutlich kein Risiko zu erwarten, allerdings gibt es bislang nicht genügend Erfahrungen.

Während der Stillzeit sollte Icaridin nicht unmittelbar vor dem Stillen angewendet werden. Außerdem sollte die Haut der Brüste nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Auch für Deet liegen bislang nicht genügend Erkenntnisse vor, deswegen sollte auch dieser Wirkstoff während der Schwangerschaft und Stillzeit besser nicht benutzt werden. Wird Deet bei Kindern angewendet, sollte der Wirkstoff weder regelmäßig noch großflächig aufgetragen werden.

Icaridin oder Deet?

Sowohl Produkte mit Deet als auch mit Icaridin bieten einen zuverlässigen Schutz vor Mückenstichen. Mittel mit Deet haben den Vorteil, dass ihre Schutzwirkung bereits länger und genauer untersucht ist. In Malariagebieten wird häufig die Anwendung von Deet empfohlen, da der Wirkstoff sowohl gegen tag- als auch gegen nachtaktive Stechmücken als sicher gilt.

Icaridin ist besser verträglich als Deet und kann deswegen in malariafreien Gebieten als Mittel der Wahl angesehen werden. Der Wirkstoff ist aber auch für die Verwendung in Malariagebieten vorgesehen. Sprechen Sie hier mit Ihrem Arzt, welcher Wirkstoff besser geeignet ist. Wer empfindlich reagiert, kann Mückenschutz-Produkte testen, die eine Kombination aus Icaridin und Dexpanthenol enthalten und somit besonders sanft zur Haut sind.

Richtige Anwendung von Repellentien: 5 Tipps

Egal für welches Mückenschutzmittel Sie sich entscheiden, für den richtigen Schutz ist es wichtig, dass Sie das Mittel richtig anwenden:

  1. Verwenden Sie das Mittel frühzeitig und flächendeckend an allen zu schützenden Hautstellen. Bei sehr dünner Kleidung sollten Sie das Mittel auch unter der Kleidung auftragen.
  2. Die Schutzwirkung wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit oder Schweiß herabgesetzt. Tragen Sie deswegen das Repellent in regelmäßigen Abständen erneut auf.  
  3. Wenn Sie zusammen mit dem Repellent Sonnenschutzmittel verwenden, sollten Sie das Repellent stets zuletzt verwenden. Beachten Sie, dass durch den Gebrauch der Sonnenschutz herabgesetzt werden kann.
  4. Tragen Sie das Mittel nicht auf offene Wunden, erkrankte oder gereizte Hautstellen oder auf die Schleimhäute auf.
  5. Bei Kindern unter zwei Jahren sollten Sie keine Repellentien verwenden.

Denken Sie immer daran: Kein Repellent bietet einen hundertprozentigen Schutz vor einem Insektenstich. Schützen Sie sich deswegen gerade in Gebieten, in denen durch Mücken gefährliche Krankheiten wie Malaria übertragen werden können, durch entsprechende Kleidung oder Moskitonetze.

Aktualisiert: 23.07.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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