Loperamid gegen Durchfall

Loperamid: Mann mit Durchfall © istockphoto, vchal

Der Wirkstoff Loperamid zählt zur Gruppe der Opioide. Während viele Opioide vor allem im zentralen Nervensystem wirken, entfaltet Loperamid seine Wirkung im Darm. Daher wird der Wirkstoff in erster Linie zur Behandlung von akutem Durchfall verwendet. Durch die Einnahme kann es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Mundtrockenheit oder Bauchkrämpfen kommen. Erfahren Sie hier mehr über Wirkung und Dosierung sowie über Wechselwirkungen, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen von Loperamid.

Durchfall wirksam stoppen

Loperamid wird zur Behandlung von akuten Durchfällen eingesetzt, wenn die Ursache der Durchfallerkrankung nicht bekannt ist oder wenn eine andere Behandlung nicht möglich ist. Weiß man, wodurch die Beschwerden ausgelöst werden, sollte besser eine ursächliche Therapie erfolgen. Denn durch die Einnahme des Wirkstoffes werden lediglich die auftretenden Symptome bekämpft.

Loperamid bindet sich an die Opioid-Rezeptoren im Darm und sorgt dafür, dass die Darmbewegung gehemmt wird. Dadurch sinkt die Häufigkeit der Stuhlentleerung und der Durchfall wird gestoppt. Trotz der Gabe des Medikamentes sollte nicht vergessen werden, dem Flüssigkeitsverlust auch durch mineralstoffreiche Getränke entgegenzuwirken.

Nebenwirkungen von Loperamid

Durch die Einnahme von Loperamid können Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfungen, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Erbrechen

Selten treten Nebenwirkungen wie eine Darmlähmung oder ein Darmverschluss sowie Hautausschläge und Juckreiz auf. Liegt eine defekte Blut-Hirn-Schranke vor, kann es eventuell noch zu weiteren Nebenwirkungen kommen. Dann kann der Wirkstoff nämlich auch Einfluss auf das zentrale Nervensystem nehmen.

Richtig dosieren

Loperamid steht unter anderem in Form von Kapsel, Tabletten und Plättchen zur Verfügung. Kapseln und Tabletten sollten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen, Plättchen im Mund zergehen gelassen werden.

Bezüglich der Dosierung von Loperamid sollten Sie immer einen Arzt oder Apotheker um Rat fragen. Bitte verstehen Sie die folgenden Dosierungsangaben daher nur als Richtwerte: Generell gilt, dass bei akutem Durchfall zu Beginn einmalig vier Milligramm Loperamid eingenommen werden können. Danach können nach jedem ungeformten Stuhl weitere zwei Milligramm verabreicht werden. Insgesamt darf eine tägliche Dosis von zwölf Milligramm nicht überschritten werden.

Bei Kindern sollte die Dosierung immer individuell durch einen Arzt erfolgen. Tabletten und Kapseln sind für Kinder unter zwölf Jahren aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet. Für Kinder über zwölf Jahren gilt, dass pro Tag nicht mehr als acht Milligramm und pro Einzeldosis nie mehr als zwei Milligramm verabreicht werden dürfen.

Bei akutem Durchfall sollte Loperamid höchstens zwei Tage in Folge angewendet werden, da es ansonsten zu schweren Verstopfungen kommen kann. Längerfristig darf der Wirkstoff nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Wird Loperamid gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen kommen. So kann bei der gleichzeitigen Einnahme von Chinidin, Ketoconazol, Doxepin und Verapamil eine Atemdepression auftreten.

Ebenso sind Wechselwirkungen in Verbindung mit dem AIDS-Medikament Ritonavir möglich. Tritt bei AIDS-Patienten nach der Einnahme ein aufgeblähter Bauch auf, muss die Einnahme sofort beendet werden.

Gegenanzeigen

Loperamid darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt. Ebenso darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden, wenn eine Verlangsamung der Darmbewegung verhindert werden muss. Dies ist unter anderem bei einer Darmlähmung oder einem Darmverschluss der Fall, aber auch bei Verstopfungen oder Blähungen.

Daneben sollte Loperamid auch nicht eingenommen werden bei

  • Durchfall, der durch eine Antibiotikaeinnahme hervorgerufen wurde.
  • Darmerkrankungen, die durch Bakterien (beispielsweise Salmonellen) ausgelöst wurden.
  • Durchfall, der mit Fieber oder Blut im Stuhl einhergeht.
  • einem akuten Colitis ulcerosa Schub.

Patienten, die an einer Lebererkrankung oder an chronischem Durchfall leiden, dürfen den Wirkstoff nur nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung durch den behandelnden Arzt einnehmen.

Loperamid während der Schwangerschaft

Loperamid sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da bislang noch nicht genügend Erfahrungen über mögliche Folgen vorliegen. Da der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen kann, sollte auch während der Stillzeit besser darauf verzichtet werden.

Ebenso sollte der Wirkstoff nicht bei Kindern unter zwei Jahren eingesetzt werden. Bei älteren Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren darf Loperamid nur nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden. Da die Tabletten und Kapseln in der Regel zu hoch dosiert sind, sollten vom Arzt hier andere Darreichungsformen verschrieben werden. Die Dosierung muss je nach Körpergewicht individuell berechnet werden.

Aktualisiert: 23.05.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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