Aktuelle Nachrichten & Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Gesundheit – aus Deutschland und der ganzen Welt.

Zum aktuellen Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 finden Sie hier täglich aktuelle Meldungen. Darüber hinaus informieren wir Sie in unserem Themenspezial zum Coronavirus ausführlich über Ansteckung, Symptome, betroffene Risikogruppen, Schutzmaßnahmen und vieles mehr.

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Kombiimpfung wirksamer als zweimalige Gabe von Astrazeneca

Die kombinierte Impfung mit den Wirkstoffen von Astrazeneca sowie Biontech/Pfizer ist wirksamer als die zweimalige Gabe des Astrazeneca-Impfstoffs. Bei der Kreuzimpfung ist die Antikörperantwort sehr viel stärker ausgeprägt, wie das Helmholtz Zentrum München am Freitag berichtete.Gemeinsam mit Forschenden der Technischen Universität München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Helmholtz-Wissenschaftler die Immunreaktion bei einer Kombinationsimpfung anhand der Blutproben von rund 500 Teilnehmern. Diese erhielten neun Wochen nach ihrer ersten Corona-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer.Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung war demnach mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit dem mRNA-Wirkstoff allein. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht. Auch die Ständige Impfkommission empfiehlt für unter 60-Jährige, die zunächst eine Corona-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca erhalten haben, beim zweiten Termin einen mRNA-Impfstoff.Die Forschenden sehen die Kombinationsimpfung als weiteren Baustein, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung generell zu verbessern. Zudem könne sie bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen eingesetzt werden. Allerdings sind den Angaben zufolge noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen erforderlich.

Sächsische Impfkommission gibt generelle Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat generelle Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Die Empfehlung gilt ab Sonntag, wie die SIKO am Freitag in Dresden mitteilte. Bisher galt die Empfehlung in Sachsen erst für Kinder ab 16 Jahren. Für Zwölf- bis 15-Jährige wurde die Impfung in dem Bundesland bislang nur bei bestimmten Risikofaktoren und chronischen Krankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf der Sars-CoV-2-Infektion einhergehen, empfohlen.Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Corona-Impfungen zwischen zwölf und 17 Jahren bislang nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen oder auf Wunsch nach individueller ärztlicher Beratung. Die Stiko verweist dabei auf die bislang dünne Datenlage. Aus der Politik waren allerdings immer wieder Forderungen laut geworden, die Corona-Impfung für alle Jugendlichen ab zwölf Jahren zu empfehlen.Die Sächsische Impfkommission begründete die Änderung ihrer Impfempfehlung mit der "überaus dynamischen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie" und dem wachsenden Wissensstand zu Impfungen. In die generelle Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren seien Daten aus den USA und Israel eingeflossen. "Hier überwiegt der Nutzen eindeutig das Risiko adverser Reaktionen", erklärte die SIKO. Bei adversen Reaktionen handelt es sich um mögliche Nebenwirkungen.Besonderes Augenmerk legte die SIKO demnach auf das Auftreten von Herzmuskelentzündungen in Verbindung mit Corona-Impfungen. Bei männlichen Jugendlichen in der Altersgruppe von zwölf bis 17 Jahren sei hier mit einer Häufigkeit von bis zu 70 pro einer Million vollständig Geimpfter zu rechnen. Gleichzeitig würden in dieser Altersgruppe zwei Todesfälle und 71 Intensivbehandlungen aufgrund von Covid-19 sowie 5700 Corona-Infektionen verhindert.Bei weiblichen Impflingen liege die Häufigkeit von Herzmuskelentzündungen bei etwa zehn von einer Million vollständig Geimpfter bei Verhinderung eines Todesfalls und von 38 Intensivbehandlungen, erklärte die Sächsische Impfkommission, die die einzige Impfkommission dieser Art auf Länderebene in Deutschland ist.Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat bisher die Corona-Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer und des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben.

Japan weitet Gesundheitsnotstand auf vier weitere Präfekturen aus

Eine Woche nach Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokio hat die japanische Regierung wegen der rapide steigenden Corona-Infektionszahlen den Gesundheitsnotstand für die Hauptstadtregion und die Präfektur Okinawa verlängert und auf vier weitere Präfekturen ausgedehnt. Der Notstand gelte nun auch für Tokios benachbarte Präfekturen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie für Osaka im Westen des Landes, teilte Ministerpräsident Yoshihide Suga am Freitag mit. Für Tokio und Okinawa wurde der Notstand bis zum 31. August verlängert, dort sollte er ursprünglich am 22. August auslaufen. Der Gesundheitsnotstand bringt in Japan jedoch nicht so strenge Restriktionen mit sich wie in anderen Ländern. Unter anderem dürfen Bars und Restaurants keinen Alkohol mehr ausschenken und müssen um 20.00 Uhr schließen, die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wird beschränkt.Regierungschef Suga begründete die Maßnahme mit dem rapiden Vormarsch der hochansteckenden Delta-Variante. Die Neuinfektionen müssten eingedämmt werden, sonst drohe die Zahl der Schwerkranken zu steigen und die Krankenhäuser zu überfordern. Nach Angaben von Gesundheitsminister Norihisa Tamura ist die Delta-Variante inzwischen für etwa die Hälfte der neuen Fälle in der Hauptstadt verantwortlich. Dort wurden allein am Freitag rund 3300 Neuinfektionen registriert. Die Organisatoren der Olympischen Spiele meldeten insgesamt 27 neue Infektionsfälle, darunter drei Athleten.Japan hat eine sehr niedrige Impfquote: Bislang sind erst 25 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In dem Land zugelassen sind bisher nur die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer. Das zuständige Gremium des Gesundheitsministeriums gab am Freitag grünes Licht für die Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca für über 40-Jährige. Ab wann er zum Einsatz kommt, war allerdings zunächst unklar.

Israels Präsident Herzog startet Kampagne für Auffrischungsimpfung

Israels Präsident Isaac Herzog hat die offizielle Kampagne für eine Corona-Auffrischungsimpfung für über 60-Jährige gestartet. Herzog erhielt am Freitagmorgen im Sheba-Krankenhaus am Stadtrand von Tel Aviv seine dritte Dosis des Vakzins von Biontech/Pfizer. "Wir beginnen jetzt mit der Auffrischungsimpfung", damit das Leben in Israel so schnell wie möglich zur "Normalität" zurückkehren könne, sagte der 60-jährige Staatschef im Anschluss. Trotz einer intensiven Impfkampagne erlebt Israel seit einigen Wochen wegen der hochansteckenden Delta-Variante eine deutliche Zunahme der Corona-Neuinfektionen. Deshalb hatte Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend alle über 60-Jährigen zu einer dritten Impfung aufgerufen, deren zweite Dosis mehr als fünf Monate zurückliegt.Bennett, der den Präsidenten bei der Auffrischungsimpfung begleitete, rühmte Israels Vorreiterrolle. "Die einzige Möglichkeit, Covid zu besiegen, ist, gemeinsam zu handeln", sagte er. Dies bedeute, Informationen, Methoden, Ratschläge und praktische Erfahrungen auszutauschen. Israel sei bereit, "alle Informationen, die es durch diesen mutigen Schritt erhält, weiterzugeben".Laut den Herstellern Biontech/Pfizer zeigen neue Studien, "dass eine dritte Impfdosis eine neutralisierende Wirkung bei der Delta-Variante hat, die bei jungen Menschen mehr als fünfmal höher ist und bei älteren Menschen mehr als elfmal höher."Die Zeitspanne von fünf Monaten seit der zweiten Impfung ist in Israel bereits bei besonders vielen Menschen vergangen, weil die Impfkampagne im Land früh begonnen hatte und sehr schnell voranging. Inzwischen sind rund 55 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt gegen das Coronavirus geimpft.Mitte Juli hatte das Land bereits begonnen, dritte Dosen an Menschen zu verabreichen, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa aufgrund von Organtransplantationen, Krebs oder Niereninsuffizienz.

RKI beobachtet vermehrt Corona-Ansteckungen auf Auslandsreisen

Ansteckungen auf Auslandsreisen spielen für das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine zunehmende Rolle. Zwischen der 26. und 29. Kalenderwoche, also vom 28. Juni bis 25. Juli, wurden 3662 Fälle gemeldet, bei denen sich Menschen wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben, wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht von Donnerstagabend berichtet. Das waren zwölf Prozent aller übermittelten Corona-Fälle.Am häufigsten wurden demnach wahrscheinliche Infektionen von Reiserückkehrern aus Spanien, der Türkei und den Niederlanden gemeldet, gefolgt von Kroatien und Griechenland. Unter den zehn am häufigsten genannten Infektionsländern stehen auch Frankreich, Italien und Dänemark. Für die Türkei haben sich die gemeldeten Ansteckungen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt.All dies zeigt laut RKI "eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen". Die meisten Corona-Infektionen geschehen allerdings nach wie vor in Deutschland.Ab Sonntag soll eine allgemeine Testpflicht für Reiserückkehrer gelten. Das bestätigte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). Berichten zufolge müssen dann alle Einreisenden, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, über einen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis verfügen. Ausgenommen sind demnach unter anderem Grenzpendler und Durchreisende.Die Delta-Variante beherrscht inzwischen nahezu das ganze Infektionsgeschehen in Deutschland. Der Anteil dieser besonders ansteckenden Virus-Variante lag laut RKI in den vergangenen vier Wochen bei 91 Prozent.Seit Anfang Juli breitet sich Sars-CoV-2 in Deutschland wieder stärker aus. Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der Zehn- bis 34-Jährigen zu beobachten. Der Anteil der hospitalisierten und intensivpflichtigen Patienten mit Covid-19-Diagnose stieg in der vergangenen Woche wieder leicht an, die Wert liegen laut RKI derzeit aber "auf einem niedrigen Niveau".

Krankenhausbehandlungen auch in dritter Pandemiewelle zurückgegangen

Auch in der dritten Corona-Welle im Frühjahr hat es starke Einbrüche bei Krankenhausbehandlungen etwa von Herzschwäche, Darmkrebs und Schlaganfällen gegeben. Laut einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) lagen die Fallzahlen bei den Krankenhausbehandlungen zwischen März und Mai um 16 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2019. Der Einbruch war allerdings nicht so stark wie in den ersten beiden Pandemie-Wellen.So gab es in der dritten Welle 13 Prozent weniger Darmkrebsoperationen als vor der Pandemie. In den ersten beiden Pandemiewellen fielen die Einbrüche höher aus.Auch die Fallzahlen für die Behandlung von Notfällen wie Schlaganfällen und Herzinfarkten lagen in der dritten Pandemiewelle um acht beziehungsweise elf Prozent weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemiezeit. Bei sogenannten ambulant-sensitiven Krankheitsbildern wie Diabetes, Herzschwäche oder der chronischen Lungenerkrankung COPD, die auch von qualifizierten niedergelassenen Ärzten behandelt werden können, gab es indes sehr starke Einbrüche von bis zu 50 Prozent.Die Brustkrebs-Operationen lagen in der dritten Corona-Welle von März bis Mai weitgehende wieder auf dem Niveau von 2019. Bei den planbaren Operationen gab es in der dritten Welle deutlich geringere Rückgänge als noch in den beiden ersten Pandemie-Wellen. Bei den Hüftimplantationen beispielsweise gab es zuletzt nur noch einen Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Frühjahr 2019. In der ersten Pandemiewelle waren es noch minus 44 Prozent, in der zweiten Welle minus 22 Prozent. Der Auswertung liegen Daten von stationär behandelten AOK-Versicherten zugrunde.

WHO fordert stärkere Regulierung von E-Zigaretten und ähnlichen Produkten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert eine strengere Regulierung von E-Zigaretten und anderen elektronischen Geräten zum Nikotin-Konsum, um vor allem Kinder und Jugendliche zu schützen. Mit immer neuen Geschmacksnoten zielten die Hersteller teilweise gezielt auf Kinder und Jugendliche ab, warnte die WHO in einem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht zum Thema Rauchen und Tabak. Die Gefahr sei groß, dass diese sich später zu Rauchern entwickelten."Während die Zigarettenverkäufe zurückgegangen sind, vermarkten die Tabakkonzerne aggressiv neue Produkte und leisten Lobbyarbeit bei den Regierungen, um deren Regulierung zu beschränken", kritisierte der WHO-Botschafter für nicht übertragbare Krankheiten, Michael Bloomberg. Das Ziel der Konzerne sei einfach: "Sie wollen eine weitere Generation süchtig nach Nikotin machen. Das dürfen wir nicht zulassen."Dem WHO-Bericht zufolge bieten die Hersteller inzwischen rund 16.000 Aromen an, von denen viele vor allem den Geschmack junger Menschen treffen. Die Regulierung solcher Produkte sei nicht einfach, da die Produktpalette sehr vielfältig sei und sich schnell weiterentwickle, sagte der WHO-Direktor für Gesundheitsförderung, Rüdiger Krech. So sei es in einigen Fällen fast unmöglich, nikotinhaltige von nikotinfreien Produkten zu unterscheiden.Dennoch sollten Regierungen laut WHO alles unternehmen um zu verhindern, dass Nichtraucher zu E-Zigaretten greifen und dass Rauchen wieder salonfähig wird. Laut dem Bericht ist der Verkauf von elektronischen Systemen zur Nikotinfreisetzung in 32 Ländern verboten. 79 Länder haben demnach Maßnahmen ergriffen, um Vermarktung und Konsum einzuschränken. In 84 Ländern aber seien sie in keiner Weise reglementiert.