Aktuelle Nachrichten & Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Gesundheit – aus Deutschland und der ganzen Welt.

Zum aktuellen Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 finden Sie hier täglich aktuelle Meldungen. Darüber hinaus informieren wir Sie in unserem Themenspezial zum Coronavirus ausführlich über Ansteckung, Symptome, betroffene Risikogruppen, Schutzmaßnahmen und vieles mehr.

Coronavirus Spezial-Newsletter

WHO fordert stärkere Regulierung von E-Zigaretten und ähnlichen Produkten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert eine strengere Regulierung von E-Zigaretten und anderen elektronischen Geräten zum Nikotin-Konsum, um vor allem Kinder und Jugendliche zu schützen. Mit immer neuen Geschmacksnoten zielten die Hersteller teilweise gezielt auf Kinder und Jugendliche ab, warnte die WHO in einem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht zum Thema Rauchen und Tabak. Die Gefahr sei groß, dass diese sich später zu Rauchern entwickelten."Während die Zigarettenverkäufe zurückgegangen sind, vermarkten die Tabakkonzerne aggressiv neue Produkte und leisten Lobbyarbeit bei den Regierungen, um deren Regulierung zu beschränken", kritisierte der WHO-Botschafter für nicht übertragbare Krankheiten, Michael Bloomberg. Das Ziel der Konzerne sei einfach: "Sie wollen eine weitere Generation süchtig nach Nikotin machen. Das dürfen wir nicht zulassen."Dem WHO-Bericht zufolge bieten die Hersteller inzwischen rund 16.000 Aromen an, von denen viele vor allem den Geschmack junger Menschen treffen. Die Regulierung solcher Produkte sei nicht einfach, da die Produktpalette sehr vielfältig sei und sich schnell weiterentwickle, sagte der WHO-Direktor für Gesundheitsförderung, Rüdiger Krech. So sei es in einigen Fällen fast unmöglich, nikotinhaltige von nikotinfreien Produkten zu unterscheiden.Dennoch sollten Regierungen laut WHO alles unternehmen um zu verhindern, dass Nichtraucher zu E-Zigaretten greifen und dass Rauchen wieder salonfähig wird. Laut dem Bericht ist der Verkauf von elektronischen Systemen zur Nikotinfreisetzung in 32 Ländern verboten. 79 Länder haben demnach Maßnahmen ergriffen, um Vermarktung und Konsum einzuschränken. In 84 Ländern aber seien sie in keiner Weise reglementiert.

Spahn plant Ausweitung von Testpflicht für Reiserückkehrer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt weiterhin eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer an. "Das Bundesgesundheitsministerium ist für eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise", sagte eine Sprecherin Spahns am Dienstag auf Anfrage. "Die Abstimmungen innerhalb der Regierung dazu laufen." Bereits vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Spahn alle Einreisenden verpflichten will, einen Genesenen- oder Impfnachweis vorzulegen oder sich testen zu lassen. Dagegen gibt es aber offenbar Widerstand aus dem Bundesjustizministerium.Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten am Dienstag berichtet, Spahn wolle Reisende künftig verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen - egal, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie zurückkommen. Bisher gilt die Testpflicht für Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.Dem Bericht zufolge sträubt sich im Kabinett bisher Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen Spahns Pläne. Sie hält die umfassende Testpflicht demnach für unverhältnismäßig. Deshalb ist das Vorhaben Spahns auch nicht Bestandteil der neuen Einreiseverordnung, die am Mittwoch in Kraft tritt. Sie legt unter anderem fest, dass nachweislich Geimpfte und Genesene anders als bisher von der Quarantäne befreit sind, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet einreisen. Ansonsten werden mit der neuen Einreiseverordnung die bisherigen Test- und Quarantäneregeln im Wesentlichen verlängert.

China verzeichnet mit 76 Corona-Neuinfektionen höchsten Wert seit Januar

Erstmals seit Januar hat China am Montag 76 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages vermeldet. Der neue Höchstwert veranlasste das Land zu einer umfangreichen Testaktion bei Millionen von Einwohnern in der östlichen Provinz Jiangsu. Für Besorgnis sorgten besonders 40 inländische Ansteckungen, von denen 39 aus Jiangsu und eine aus Liaoning gemeldet wurden, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Peking verfolgt im Kampf gegen das Coronavirus eine strikte Verfolgung und Eindämmung der Fälle. Wenn kleine Cluster in einer Stadt oder Provinz auftreten, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet. In Jiangsus Provinzhauptstadt Nanjing stehen derzeit 9,2 Millionen Menschen unter einem strikten Lockdown, da Peking die Bürger ein zweites Mal auf das Virus testen lassen will. Infolge einer Kontaktverfolgung wurden den Behörden zufolge unter anderem fünf Menschen ausfindig gemacht, die am Flughafen von Nanjing abgereist waren und bei ihrer Ankunft in vier verschiedenen Provinzen positiv auf das Virus getestet wurden. Der Fall löste Befürchtungen vor einem erneuten landesweiten Ausbruch der Krankheit aus.Aus Yunnan im Südwesten des Landes wurde ebenfalls einen Anstieg der Infektionen gemeldet. Dieser lässt sich den Behörden zufolge auf das benachbarte Myanmar zurückführen, wo die Militärjunta versucht, den jüngsten Anstieg der Corona-Fälle einzudämmen.Um einen Ausbruch der Fälle in der grenznahen Region zu vermeiden, hat China seine Grenzkontrollen verschärft und setzt automatische Gesichtserkennung ein, um die Bewegungsprofile der Menschen und ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Seit Pandemiebeginn hat China, das Land in dem das Coronavirus erstmals auftrat, 92.605 Infektionen und 4636 Todesfälle verzeichnet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat sich von den durch die Pandemie verursachten Einbußen im vergangenen Jahr schnell erholt. 

Montgomery stellt sich hinter Braun-Vorstoß zu Nicht-Geimpften

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält es für richtig, wenn gegen das Coronavirus Geimpfte in Deutschland mehr Freiheiten bekommen als Nicht-Geimpfte. "Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Damit stellte er sich hinter Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), der am Wochenende Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ins Spiel gebracht hatte."Helge Braun hat völlig recht. Es geht ja nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um Grundrechtseinschränkungen", sagte Montgomery. Scharfe Kritik übte der Weltärztepräsident an der Haltung der FDP. Wer wie die Liberalen eine Impflicht "durch die Hintertür" vermute und mehr Rechte für Geimpfte ablehne, bediene "einen primitiven Populismus" und verstehe "den Begriff der Freiheit nicht richtig". Eine Impfung nutze nicht nur den Geimpften selbst, sondern der ganzen Gesellschaft, betonte Montgomery. "Nur durch Impfen können wir alle unsere Freiheiten wiedergewinnen."FDP-Vize Wolfgang Kubicki hatte Brauns Vorstoß zuvor als "Einführung der Impfpflicht durch die Hintertür" kritisiert. Zudem sei eine solche "Kategorisierung von Grundrechten in eine erste und eine zweite Klasse klar verfassungswidrig", sagte er den Funke-Zeitungen.Auch FDP-Generalsekretär Volker Wissing sprach sich nachdrücklich gegen einen Impfzwang aus. "Anstatt mit Impfpflichten oder erneuten Kontaktbeschränkungen zu drohen, sollten die Verantwortlichen lieber alle Hebel in Bewegung setzen, damit die eingeschlafene Impfkampagne wieder Fahrt aufnimmt", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Konkret schlug Wissing etwa wohnortnahe mobile Impfteams und Impfstationen in Einkaufszentren und Fußgängerzonen vor. Kanzleramtschef Braun hatte in der "Bild am Sonntag" gesagt, dass der Staat die Pflicht habe, die Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Dies gelte auch für nicht gegen das Coronavirus Geimpfte. "Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte", betonte der CDU-Politiker. Während Braun Rückendeckung unter anderem von Grünen-Chef Robert Habeck und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach erhielt, lösten seine Äußerungen auch innerhalb der CDU Skepsis aus. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte, Brauns Vorschlag müsse zwar erörtert werden. Gleichzeitig schränkte er ein: "Ich finde am Ende, Freiheitsrechte müssen für alle gelten, wenn man keine Impfpflicht will."

Französisches Parlament verabschiedet Gesetz über verschärfte Corona-Regeln

In Frankreich hat das Parlament das Gesetz zur Schaffung einer Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses verabschiedet. Mit 156 Ja-Stimmen, 60 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen wurde der Text am späten Sonntagabend von der Nationalversammlung angenommen. Gegen die Corona-Verschärfungen waren in Frankreich am Wochenende zehntausende Menschen auf die Straße gegangen.Vor der Nationalversammlung hatte bereits der Senat das Gesetz gebilligt. Um die Endfassung des Gesetzestextes war tagelang gerungen worden. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf einigten sich Abgeordnete der Nationalversammlung und Senatoren am Sonntagnachmittag nach einer vierstündigen Sitzung schließlich auf einen Kompromiss-Text.Präsident Emmanuel Macron hatte die verschärften Maßnahmen Mitte Juli angekündigt. Die Regierung will damit den massiven Anstieg der Corona-Infektionen durch die hoch ansteckende Delta-Variante eindämmen. Das nun verabschiedete Gesetz sieht eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor. Anders als von der Regierung vorgeschlagen, droht Impf-Verweigerern in diesen Berufen allerdings nicht die Entlassung, sondern nur eine Aussetzung des Gehalts. Mit der Ausweitung des Gesundheitspasses, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt, soll ab August erstmals eine Corona-Testpflicht für nicht Immunisierte in französischen Gaststätten und Fernzügen greifen. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit Mittwoch eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.Am Samstag hatten in Frankreich mehr als 160.000 Menschen gegen die verschärften Regeln protestiert. In Paris skandierten die Demonstranten unter anderem "Freiheit, Freiheit" und riefen zum Sturz von Präsident Emmanuel Macron auf, den sie als "Tyrannen" bezeichneten. Die Demonstranten stehen allerdings nicht für die Mehrheit der Bevölkerung: In einer Umfrage des Instituts Elabe für den Sender BFMTV vom 13. Juli sprachen sich 76 Prozent der Franzosen für eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal aus. Auch die Ausweitung des Gesundheitspasses stößt mehrheitlich auf Zustimmung.

Vietnam verhängt Lockdown in Hauptstadt Hanoi

Vietnam hat wegen der steigenden Corona-Ansteckungszahlen in der Hauptstadt Hanoi einen strengen Lockdown verhängt. Am Samstag war das sonst höchst belebte Stadtzentrum menschenleer, wie AFP-Reporter berichteten. Die Behörden hatten am Freitag landesweit 7000 Neuinfektionen gemeldet, in der Folge wurde in der Hauptstadt eine allgemeine Ausgangssperre angeordnet."Ich denke, dass die Menschen in Hanoi wie ich mit der plötzlichen Entscheidung, die Stadt abzuriegeln, einverstanden sind", sagte der Hauptstadtbewohner Nguyen Van Chien. "Wir müssen wirtschaftliche Risiken eingehen, um die Pandemie zu bekämpfen."Vietnam hatte kleinere Ausbrüche des Virus im vergangenen Jahr erfolgreich eingedämmt. Doch seit April sind die Ansteckungszahlen in die Höhe geschnellt. Zuvor hatte das Land insgesamt weniger als 3000 Fälle verzeichnet. Wegen seiner erfolgreichen Kontaktverfolgungsmaßnahmen und strengen Quarantäne-Regeln galt das Land lange als Vorbild im Kampf gegen die Pandemie. Mittlerweile ist ein Drittel der 100 Millionen Einwohner des Landes von Lockdown-Maßnahmen betroffen. Die meisten Ansteckungen verzeichnete bislang die südliche Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt. Die dort geltende Ausgangssperre wurde am Freitag verlängert. Gebessert hat sich die Situation bislang aber kaum. "Ich bin seit einem Monat drinnen. Die Lage in unserer Stadt ist beängstigend", sagte der Anwohner Le Bich Thanh.Vietnam strebt nach offiziellen Angaben eine Herdenimmunität bis spätestens Anfang 2022 an. Bisher wurden in dem 100-Millionen-Einwohner-Land 4,5 Millionen Corona-Impfstoffdosen verabreicht. Vietnam ist Produzent eigener Corona-Vakzine, hat aber auch Millionen Dosen aus dem Ausland bestellt.