Aktuelle Nachrichten & Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Gesundheit – aus Deutschland und der ganzen Welt.

Zum aktuellen Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 finden Sie hier täglich aktuelle Meldungen. Darüber hinaus informieren wir Sie in unserem Themenspezial zum Coronavirus ausführlich über Ansteckung, Symptome, betroffene Risikogruppen, Schutzmaßnahmen und vieles mehr.

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Gesundheitsminister beschließen Start von Corona-Drittimpfungen für Risikogruppen

Die Gesundheitsminister der Länder haben den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen sowie flächendeckende Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren beschlossen. Die Entscheidungen erfolgten einstimmig und im Einvernehmen mit der Bundesregierung, wie nach der Gesundheitsministerkonferenz am Montagabend mitgeteilt wurde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die zusätzlichen Angebote auch für Minderjährige.Der Beschluss zu den Drittimpfungen sieht vor, dass diese zunächst Höchstbetagte, Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression erhalten sollen. Dies gilt zum einen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen, wo erneut mobile Teams zum Einsatz kommen sollen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte angeboten bekommen. In allen Fällen soll die Auffrischungsimpfungen frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen.Für die Zwölf- bis 17-Jährigen wurde beschlossen, diesen generell auch in Impfzentren oder auch mit anderen niedrigschwelligen Angeboten Corona-Schutzimpfungen anzubieten. Voraussetzung ist eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung auch der Eltern oder anderer Sorgeberechtigter. "Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", heißt es in dem Beschluss. "Auch 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, können sich und andere mit einer Impfung schützen" erklärte dazu Spahn. "Deshalb ist es gut, dass die Länder auch dieser Altersgruppe möglichst niedrigschwellig ein Impfangebot machen wollen."

Thailand verschärft angesichts von Rekordzahl an Neuinfektionen die Corona-Regeln

Angesichts einer Rekordzahl an Neuinfektionen hat Thailand die Corona-Regeln nochmals verschärft. Die nächtliche Ausgangssperre und andere Beschränkungen würden ab Dienstag in 16 weiteren Provinzen gelten, kündigte die Regierung am Sonntag in Bangkok an. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird.Obwohl für mehr als zehn Provinzen und auch die Hauptstadt Bangkok mit ihren geschätzt zehn Millionen Einwohnern bereits seit geraumer Zeit eine nächtliche Ausgangssperre und strikte Regeln gelten, nimmt die Zahl der Neuinfektionen immer weiter zu. Deshalb gilt ab Dienstag in nunmehr 29 der 79 Provinzen des Landes nicht nur eine nächtliche Ausgangssperre, sondern auch weitere strikte Regeln: Restaurants dürfen nur Lieferdienste anbieten, öffentliche Parks und Einrichtungen bleiben geschlossen.Am Samstag wurden erneut so viele neue Infektionen und so viele Todesfälle wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden steckten sich nach offiziellen Angaben 18.900 Menschen neu mit dem Coronavirus an, 178 Menschen starben an Covid-19. Insgesamt wurden damit mehr als 615.000 Fälle registriert, knapp 5000 Menschen starben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch deutlich höher.Die ersten Corona-Fälle der jüngsten Welle gehen auf Nachtclubs in Bangkok zurück, die häufig von Ausländern sowie der thailändischen Elite und Politikern besucht werden. Besonders betroffen von der Pandemie sind jedoch die armen Bevölkerungsschichten, vor allem die Bewohner der Slums von Bangkok, wo das Einhalten von Abstandsregeln nahezu unmöglich ist.

Bericht: Gesundheitsministerkonferenz will Impfung für Kinder ab zwölf beschließen

Die Bundesregierung und die Gesundheitsminister der Länder wollen einem Medienbericht zufolge bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beschließen. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Beschlussentwurf für die Konferenz berichtete, sollen die Impfungen den Plänen zufolge in Impfzentren, bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten erfolgen.Wie die Zeitung weiter berichtete, wollen die Länder jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen anbieten. "Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", zitierte die "Bild am Sonntag" aus dem Entwurf.Das Papier sieht dem Bericht zufolge auch Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen vor, die bereits in wenigen Wochen beginnen sollen. Ab September sollen vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein drittes Mal geimpft werden.Vollständig Geimpfte, die mit einem Vektorvirenimpfstoff geimpft wurden, sollen der Zeitung zufolge die Möglichkeit bekommen, sich beim dritten Mal mit dem mRNA-Vakzin der Hersteller Pfizer und Biontech impfen zu lassen. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime sollen dafür wieder mobile Impfteams eingesetzt werden.Zuletzt hatten sich führende SPD-Politikerinnen und -Politiker für mehr Impfungen gegen das Coronavirus bei jungen Menschen ausgesprochen. "Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid", sagte die Ko-Parteivorsitzende Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige bislang nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna aber bereits für diese Altersgruppe freigegeben. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können die Kinder und Jugendlichen sich deshalb bereits impfen lassen.

Hunderttausende Textilarbeiter in Bangladesch kehren an Arbeitsplätze zurück

Trotz dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen sind in Bangladesch hunderttausende Mitarbeiter von Bekleidungsfabriken in die Metropolen des Landes zurückgekehrt. An Bahnhöfen, Fährhäfen und Busstationen in mehreren Teilen des südasiatischen Landes herrschte am Samstag großes Gedränge. Zuvor hatte die Regierung in Dhaka ab Sonntag die Wiederöffnung der 4500 Textilfabriken angekündigt, die den europäischen und nordamerikanischen Markt mit Kleidung beliefern.Angesichts neuer Höchststände bei den täglichen Corona-Neuinfektionen hatten die Behörden in Bangladesch in diesem Monat eine Schließung von Fabriken, Büros und Geschäften angeordnet, die bis zum 5. August andauern soll. Vorzeitig öffnen dürfen nach einer Erklärung der Regierung nun aber die Bekleidungsfabriken, die namhafte westliche Modemarken beliefern. Die in Bangladesch äußerst einflussreiche Textilindustrie hatte vor "katastrophalen" Konsequenzen gewarnt, sollten die Aufträge der internationalen Mode-Labels nicht fristgerecht ausgeführt werden. Die Textilbranche hat in Bangladesch mehr als vier Millionen Beschäftigte. Das südasiatische Land ist nach China die zweitgrößte Exportnation für Bekleidung.Allein am 70 Kilometer von Dhaka entfernten Fährhafen Shimulia warteten am Samstag zehntausende Arbeiter auf ihren Transport in die Hauptstadt. Der 25-jährige Mohammad Masum sagte, er habe sein Dorf vor Anbruch der Morgendämmerung verlassen. Die mehr als 30 Kilometer zum Fährhafen habe er zu Fuß und mit Rikschas zurückgelegt. "Die Polizei hat uns an vielen Kontrollpunkten angehalten", sagte er. Im Zuge des Lockdowns wurde auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr in Bangladesch stark eingeschränkt.Offiziell wurden in dem Land mit seinen 169 Millionen Einwohnern rund 1,2 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 20.000 Todesfälle durch Covid-19 registriert. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächlichen Infektions- und Todesfälle mindestens vier Mal so hoch liegen.

Kombiimpfung wirksamer als zweimalige Gabe von Astrazeneca

Die kombinierte Impfung mit den Wirkstoffen von Astrazeneca sowie Biontech/Pfizer ist wirksamer als die zweimalige Gabe des Astrazeneca-Impfstoffs. Bei der Kreuzimpfung ist die Antikörperantwort sehr viel stärker ausgeprägt, wie das Helmholtz Zentrum München am Freitag berichtete.Gemeinsam mit Forschenden der Technischen Universität München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Helmholtz-Wissenschaftler die Immunreaktion bei einer Kombinationsimpfung anhand der Blutproben von rund 500 Teilnehmern. Diese erhielten neun Wochen nach ihrer ersten Corona-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer.Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung war demnach mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit dem mRNA-Wirkstoff allein. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht. Auch die Ständige Impfkommission empfiehlt für unter 60-Jährige, die zunächst eine Corona-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca erhalten haben, beim zweiten Termin einen mRNA-Impfstoff.Die Forschenden sehen die Kombinationsimpfung als weiteren Baustein, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung generell zu verbessern. Zudem könne sie bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen eingesetzt werden. Allerdings sind den Angaben zufolge noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen erforderlich.

Sächsische Impfkommission gibt generelle Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat generelle Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Die Empfehlung gilt ab Sonntag, wie die SIKO am Freitag in Dresden mitteilte. Bisher galt die Empfehlung in Sachsen erst für Kinder ab 16 Jahren. Für Zwölf- bis 15-Jährige wurde die Impfung in dem Bundesland bislang nur bei bestimmten Risikofaktoren und chronischen Krankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf der Sars-CoV-2-Infektion einhergehen, empfohlen.Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Corona-Impfungen zwischen zwölf und 17 Jahren bislang nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen oder auf Wunsch nach individueller ärztlicher Beratung. Die Stiko verweist dabei auf die bislang dünne Datenlage. Aus der Politik waren allerdings immer wieder Forderungen laut geworden, die Corona-Impfung für alle Jugendlichen ab zwölf Jahren zu empfehlen.Die Sächsische Impfkommission begründete die Änderung ihrer Impfempfehlung mit der "überaus dynamischen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie" und dem wachsenden Wissensstand zu Impfungen. In die generelle Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren seien Daten aus den USA und Israel eingeflossen. "Hier überwiegt der Nutzen eindeutig das Risiko adverser Reaktionen", erklärte die SIKO. Bei adversen Reaktionen handelt es sich um mögliche Nebenwirkungen.Besonderes Augenmerk legte die SIKO demnach auf das Auftreten von Herzmuskelentzündungen in Verbindung mit Corona-Impfungen. Bei männlichen Jugendlichen in der Altersgruppe von zwölf bis 17 Jahren sei hier mit einer Häufigkeit von bis zu 70 pro einer Million vollständig Geimpfter zu rechnen. Gleichzeitig würden in dieser Altersgruppe zwei Todesfälle und 71 Intensivbehandlungen aufgrund von Covid-19 sowie 5700 Corona-Infektionen verhindert.Bei weiblichen Impflingen liege die Häufigkeit von Herzmuskelentzündungen bei etwa zehn von einer Million vollständig Geimpfter bei Verhinderung eines Todesfalls und von 38 Intensivbehandlungen, erklärte die Sächsische Impfkommission, die die einzige Impfkommission dieser Art auf Länderebene in Deutschland ist.Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat bisher die Corona-Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer und des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben.

Japan weitet Gesundheitsnotstand auf vier weitere Präfekturen aus

Eine Woche nach Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokio hat die japanische Regierung wegen der rapide steigenden Corona-Infektionszahlen den Gesundheitsnotstand für die Hauptstadtregion und die Präfektur Okinawa verlängert und auf vier weitere Präfekturen ausgedehnt. Der Notstand gelte nun auch für Tokios benachbarte Präfekturen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie für Osaka im Westen des Landes, teilte Ministerpräsident Yoshihide Suga am Freitag mit. Für Tokio und Okinawa wurde der Notstand bis zum 31. August verlängert, dort sollte er ursprünglich am 22. August auslaufen. Der Gesundheitsnotstand bringt in Japan jedoch nicht so strenge Restriktionen mit sich wie in anderen Ländern. Unter anderem dürfen Bars und Restaurants keinen Alkohol mehr ausschenken und müssen um 20.00 Uhr schließen, die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wird beschränkt.Regierungschef Suga begründete die Maßnahme mit dem rapiden Vormarsch der hochansteckenden Delta-Variante. Die Neuinfektionen müssten eingedämmt werden, sonst drohe die Zahl der Schwerkranken zu steigen und die Krankenhäuser zu überfordern. Nach Angaben von Gesundheitsminister Norihisa Tamura ist die Delta-Variante inzwischen für etwa die Hälfte der neuen Fälle in der Hauptstadt verantwortlich. Dort wurden allein am Freitag rund 3300 Neuinfektionen registriert. Die Organisatoren der Olympischen Spiele meldeten insgesamt 27 neue Infektionsfälle, darunter drei Athleten.Japan hat eine sehr niedrige Impfquote: Bislang sind erst 25 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In dem Land zugelassen sind bisher nur die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer. Das zuständige Gremium des Gesundheitsministeriums gab am Freitag grünes Licht für die Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca für über 40-Jährige. Ab wann er zum Einsatz kommt, war allerdings zunächst unklar.

Israels Präsident Herzog startet Kampagne für Auffrischungsimpfung

Israels Präsident Isaac Herzog hat die offizielle Kampagne für eine Corona-Auffrischungsimpfung für über 60-Jährige gestartet. Herzog erhielt am Freitagmorgen im Sheba-Krankenhaus am Stadtrand von Tel Aviv seine dritte Dosis des Vakzins von Biontech/Pfizer. "Wir beginnen jetzt mit der Auffrischungsimpfung", damit das Leben in Israel so schnell wie möglich zur "Normalität" zurückkehren könne, sagte der 60-jährige Staatschef im Anschluss. Trotz einer intensiven Impfkampagne erlebt Israel seit einigen Wochen wegen der hochansteckenden Delta-Variante eine deutliche Zunahme der Corona-Neuinfektionen. Deshalb hatte Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend alle über 60-Jährigen zu einer dritten Impfung aufgerufen, deren zweite Dosis mehr als fünf Monate zurückliegt.Bennett, der den Präsidenten bei der Auffrischungsimpfung begleitete, rühmte Israels Vorreiterrolle. "Die einzige Möglichkeit, Covid zu besiegen, ist, gemeinsam zu handeln", sagte er. Dies bedeute, Informationen, Methoden, Ratschläge und praktische Erfahrungen auszutauschen. Israel sei bereit, "alle Informationen, die es durch diesen mutigen Schritt erhält, weiterzugeben".Laut den Herstellern Biontech/Pfizer zeigen neue Studien, "dass eine dritte Impfdosis eine neutralisierende Wirkung bei der Delta-Variante hat, die bei jungen Menschen mehr als fünfmal höher ist und bei älteren Menschen mehr als elfmal höher."Die Zeitspanne von fünf Monaten seit der zweiten Impfung ist in Israel bereits bei besonders vielen Menschen vergangen, weil die Impfkampagne im Land früh begonnen hatte und sehr schnell voranging. Inzwischen sind rund 55 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt gegen das Coronavirus geimpft.Mitte Juli hatte das Land bereits begonnen, dritte Dosen an Menschen zu verabreichen, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa aufgrund von Organtransplantationen, Krebs oder Niereninsuffizienz.

RKI beobachtet vermehrt Corona-Ansteckungen auf Auslandsreisen

Ansteckungen auf Auslandsreisen spielen für das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine zunehmende Rolle. Zwischen der 26. und 29. Kalenderwoche, also vom 28. Juni bis 25. Juli, wurden 3662 Fälle gemeldet, bei denen sich Menschen wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben, wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht von Donnerstagabend berichtet. Das waren zwölf Prozent aller übermittelten Corona-Fälle.Am häufigsten wurden demnach wahrscheinliche Infektionen von Reiserückkehrern aus Spanien, der Türkei und den Niederlanden gemeldet, gefolgt von Kroatien und Griechenland. Unter den zehn am häufigsten genannten Infektionsländern stehen auch Frankreich, Italien und Dänemark. Für die Türkei haben sich die gemeldeten Ansteckungen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt.All dies zeigt laut RKI "eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen". Die meisten Corona-Infektionen geschehen allerdings nach wie vor in Deutschland.Ab Sonntag soll eine allgemeine Testpflicht für Reiserückkehrer gelten. Das bestätigte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). Berichten zufolge müssen dann alle Einreisenden, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, über einen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis verfügen. Ausgenommen sind demnach unter anderem Grenzpendler und Durchreisende.Die Delta-Variante beherrscht inzwischen nahezu das ganze Infektionsgeschehen in Deutschland. Der Anteil dieser besonders ansteckenden Virus-Variante lag laut RKI in den vergangenen vier Wochen bei 91 Prozent.Seit Anfang Juli breitet sich Sars-CoV-2 in Deutschland wieder stärker aus. Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der Zehn- bis 34-Jährigen zu beobachten. Der Anteil der hospitalisierten und intensivpflichtigen Patienten mit Covid-19-Diagnose stieg in der vergangenen Woche wieder leicht an, die Wert liegen laut RKI derzeit aber "auf einem niedrigen Niveau".