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Zum aktuellen Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 finden Sie hier täglich aktuelle Meldungen. Eine Zusammenstellung unserer Corona-News finden Sie außerdem hier. Darüber hinaus informieren wir Sie in unserem Themenspezial zum Coronavirus ausführlich über Ansteckung, Symptome, betroffene Risikogruppen, Schutzmaßnahmen und vieles mehr.

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Dänemarks Regierung will alle Corona-Restriktionen am 1. Februar aufheben

Trotz Rekord-Fallzahlen in Dänemark will die Regierung kommenden Monat alle Corona-Restriktionen aufheben. Er wolle, dass die Einstufung von Covid-19 als Bedrohung für die Gesellschaft ab dem 1. Februar gestrichen werde, verkündete Gesundheitsminister Magnus Heunicke in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an Abgeordnete. Dies würde de facto die Aufhebung der derzeit geltenden nationalen Corona-Restriktionen bedeuten, wie etwa die Maskenpflicht und verkürzte Öffnungszeiten für Lokale.Heunicke begründete sein Vorhaben mit der hohen Corona-Impfquote in Dänemark. In Deutschlands Nachbarland hatte sich die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus früh ausgebreitet und die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf neue Höchststände ansteigen lassen. Am Dienstag registrierte das 5,8-Millionen-Einwohner-Land rund 46.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Regierung gehe derzeit aber davon aus, dass der Höhepunkt der Corona-Welle in Dänemark bald erreicht sei, hob Heunicke im Onlinedienst Twitter hervor. "Wir haben gute Kontrolle über die Hospitalisierungsraten," fügte der Minister hinzu. Dass die Krankenhäuser nicht überlastet seien, sei darauf zurückzuführen, dass Omikron weniger schwere Krankheitsverläufe verursache und 3,5 Millionen Menschen und damit mit mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Dänemark bereits eine Booster-Impfung erhalten hätten. Damit liegt das Land deutlich über den Plänen der Gesundheitsbehörden.Omikron hat sich in Europa zur vorherrschenden Corona-Variante entwickelt. Wegen der in der Regel milderen Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit dieser Variante sowie wegen der zunehmenden Immunität der Bevölkerung durch Impfungen oder bereits überwundene Covid-19-Erkrankungen entscheiden sich derzeit einige europäische Länder für Lockerungen ihrer Corona-Restriktionen oder denken darüber nach. In Deutschland hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern am Montag beschlossen, die geltenden Schutzmaßnahmen beizubehalten.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt Schwelle von 900

Der Inzidenzwert und die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland haben neue Höchstwerte erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 940,6 an. Am Dienstag hatte der Wert bei 894,3 gelegen, am Mittwoch vergangener Woche bei 584,4. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter am Mittwoch 164.000 - nach 126.955 am Vortag und 112.323 am Mittwoch vergangener Woche. Damit wurde der bisherige Rekord vom vergangenen Freitag mit 140.160 eingestellt.Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Mittwoch 166 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 9.035.795 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 117.126. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.387.800.Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Dienstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 4,07. Damit zog der Wert nach einigen Wochen der Stagnation zuletzt wieder deutlich an.

Viagra-Wirkstoff Sildenafil bleibt weiterhin verschreibungspflichtig

Der Viagra-Wirkstoff Sildenafil bleibt weiterhin verschreibungspflichtig. Ein Sachverständigenausschuss beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn lehnte am Dienstag einen Antrag auf Aufhebung der Verschreibungspflicht einstimmig ab. Damit ist ein Rezept vom Arzt auch künftig zwingend nötig.Eine Begründung veröffentlichte der Ausschuss zunächst nicht. Wer den Antrag auf Aufhebung der Verschreibungspflicht gestellt hatte, gab das BfArM ebenfalls nicht bekannt.Sildenafil ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der sogenannten Phosphodiesterasehemmer, auch PDE-5-Hemmer genannt. Sie sind die am meisten eingesetzten Medikamente bei Erektionsstörungen. Die Entscheidung des Ausschusses betrifft nicht nur die bekannte Potenzpille Viagra, sondern auch sogenannte Nachahmerpräparate mit dem Wirkstoff Sildenafil. Seit der Patentschutz für Viagra in Deutschland im Jahr 2013 auslief, ist eine Reihe günstigerer Generika, teils auch mit anderen Wirkstoffen, auf dem Markt. In einigen Ländern wie in Großbritannien, der Schweiz und Norwegen ist Sildenafil nicht mehr verschreibungspflichtig. Allerdings ist zum Teil eine Beratung durch den Apotheker Voraussetzung für die Abgabe.Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht ist mit mehr als 20 externen Mitgliedern besetzt, darunter Pharmazeuten, Mediziner sowie Vertreter der jeweiligen Arzneimittelkommissionen von Ärzteschaft, Apothekern und Tierärzten. Das Votum hat formal Empfehlungscharakter. Das Bundesgesundheitsministerium folgt dem in der Regel.Am 1. April 1998 kam Viagra in den USA auf den Markt, in Deutschland im Oktober desselben Jahres. Die unverhoffte Nebenwirkung bei Männern wurde zufällig im Rahmen von Forschungen mit Sildenafil als Medikament gegen Angina Pectoris, also Schmerzen in der Herzgegend, entdeckt. Zu den möglichen Nebenwirkungen von Viagra und ähnlichen Medikamenten gehören insbesondere Kopf- und Magenschmerzen, Gesichtsrötungen, eine verstopfte Nase und Sehstörungen. Der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten weist zudem darauf hin, dass die Substanzen bei schweren Herzkreislauferkrankungen, direkt nach einem Herzinfarkt oder einem weniger als sechs Monate zurückliegendem Schlaganfall sowie starken Leberfunktionsstörungen nicht eingenommen werden dürfen.Das gilt ebenso bei Einnahme von Nitraten, einem Notfallmedikament bei Angina pectoris, und bestimmten anderen blutdrucksenkenden Substanzen. Außerdem ist eine Reihe von Erkrankungen bekannt, bei denen die Anwendung Beschränkungen unterliegt. Hierzu gehören schwere Nierenfunktionsstörungen, Blutgerinnungsstörungen sowie einige Peniserkrankungen- und Fehlbildungen. 

Pfizer und Biontech beginnen klinische Studie für Omikron-Impfstoff

Biontech und Pfizer haben den Beginn einer ersten klinischen Studie für einen speziellen Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante bekanntgegeben. Die Studie sei "Teil der laufenden Bemühungen, die Wirksamkeit eines Omikron-basierten Impfstoffkandidaten" zu prüfen und den Bedarf zu ermitteln, teilten die Impfstoff-Hersteller aus Deutschland und den USA am Dienstag mit. Nach Angaben von Pfizer-Chef Albert Bourla könnte der Pharmariese die Zulassung für das Vakzin bereits bis März beantragen.Die Booster-Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung durch die Omikron-Variante, erklärte die Leiterin der Impfstoffforschung bei Pfizer, Kathrin Jansen. Dennoch "sehen wir den Bedarf, uns auf einen nachlassenden Schutz oder das Aufkommen einer neuen Variante vorzubereiten", betonte sie.Die beiden Unternehmen hätten daher einen spezifischen Impfstoff gegen Omikron mit einer längeren Schutzdauer entwickelt, hieß es in der Erklärung. Ziel sei ein variantenbasierter Impfstoff, "der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält", erklärte Biontech-CEO Ugur Sahin.An der Studie nehmen den Angaben zufolge 1420 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 55 Jahren teil. Die Probanden werden in drei Gruppen aufgeteilt. Unterschieden wird zwischen Menschen, die bislang ungeimpft sind, und Menschen, die zwei oder drei Dosen des bisherigen Impfstoffs erhalten haben.Die beiden Unternehmen gehen eigenen Angaben zufolge davon aus, im Jahr 2022 vier Milliarden Dosen ihres Vakzins herstellen zu können. Die erwartete Produktionsmenge werde sich bei einer notwendigen Anpassung des Impfstoffs nicht ändern. 

Weil: Neuregelung zu Priorisierung von PCR-Tests könnte "einige Wochen" dauern

Die genaue Regelung zur Priorisierung von Klinikpersonal und Risikopatienten bei PCR-Tests könnte laut dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) noch "einige Wochen" in Anspruch nehmen. Um trotz der neuen Teststrategie das Infektionsgeschehen einschätzen zu können, müssten weitere Faktoren berücksichtigt werden, sagte Weil am Dienstag dem "Norddeutschen Rundfunk". Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kritisierte die Priorisierung und forderte PCR-Tests für alle Corona-Verdachtsfälle.Weil verwies im Gespräch mit dem NDR auf die Antigentests, die an Teststationen durchgeführt werden. Auch diese müssten in die Teststrategie mit einbezogen werden, forderte er. Darüber müsse aber "erst noch in Ruhe und im Detail gesprochen werden", sagte Weil weiter.Brinkhaus kritisierte im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe die neue Teststrategie der Bundesregierung. "Alle Bürger müssen bei Corona-Verdacht oder Infektion, aber auch nach überstandener Corona-Infektion die Möglichkeit haben, durch einen PCR-Test Gewissheit zu bekommen", sagte Brinkhaus. Er forderte eine Erhöhung der vorhandenen Kapazitäten für PCR-Tests. "Eine Nationale Teststrategie der Bundesregierung muss das leisten", sagte Brinkhaus weiter.Die Spitzen von Bund und Ländern hatten sich am Montagabend trotz der stark steigenden Infektionszahlen verständigt, an den bisherigen Schutzmaßnahmen festzuhalten. Außerdem sollen Klinikpersonal und Risikopatienten Vorrang bei PCR-Tests bekommen. Gleichzeitig sollten "alle Anstrengungen unternommen werden, die PCR-Testkapazitäten zu erhöhen".

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht mit 894,3 weiteren Höchstwert

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 894,3 an. Am Montag hatte der Wert bei 840,3 gelegen, am Dienstag vergangener Woche bei 553,2. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter am Dienstag 126.955 - nach 63.393 am Vortag und 74.405 am Dienstag vergangener Woche. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Montag 214 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.871.795 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 116.960. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.331.200.Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,87.

Söder kritisiert ausbleibende Corona-Regeländerungen bei Bund-Länder-Runde

Nach dem Spitzentreffen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sich unzufrieden gezeigt. Söder sagte in den ARD-"Tagesthemen", es war "unbefriedigend, weil wir erneut nur vertagt haben". Insbesondere kritisierte er den drohenden Mangel an PCR-Tests. "Wir haben uns gewundert und geärgert", sagte Söder weiter. Es sei "kein starkes Zeichen für die Logistik und die Materialbeschaffung in Deutschland". Die jetzt beschlossene Priorisierung der PCR-Tests bedeute, dass die Regierung ab diesem Zeitpunkt "keine Ahnung" habe, "wie hoch die Infektionszahl wirklich ist". Da die hochansteckende Omikron-Variante offenbar weniger aggressiv als frühere Varianten sei, werde es nicht mehr wie im letzten Jahr darum gehen, mit "Zusperren alles zu lösen", sagte der Ministerpräsident. "Wir müssen uns einen klügeren Weg überlegen." Das Motto sei: "Vorsicht ja, aber mit Augenmaß".Bei RTL verteidigte Söder seine Absicht, in Bayern Corona-Regeln unter anderem in Sport und Kultur zurückzunehmen. "Omikron ist nicht Delta, und deshalb kann man nicht die gleichen Maßnahmen machen wie bei Delta." Derzeit habe Bayern vielfach strengere Regeln als andere Länder. Er habe nicht vor, in Bayern alles zu lockern, "aber wir passen an, wenn uns zum Beispiel die Gerichte sagen, im Handel muss man einen anderen Weg finden, das gleichen wir aus, wenn 2G nicht geht, mit der FFP2-Pflicht".Söder kritisierte auch die schlechte Kommunikation bei Veränderung der Regelungen, beispielsweise für den Genesenen-Status. "Fakt ist, die Kommunikation war nicht gut", sagte er RTL "Direkt". "Eine solch grundlegende Entscheidung muss besprochen und gut begründet werden." Die Menschen erwarteten "viel klarere und genauere Begründungen" - beispielsweise auch wenn "bei einem bestimmten Impfstoff über Nacht erklärt wird, die Geimpften gelten nicht als zweifach geimpft", sagte Söder unter Anspielung auf den Johnson & Johnson-Impfstoff. "All das führt zu massiver Verärgerung, und das muss in der Zukunft abgestellt werden, darauf haben sich heute alle verständigt."Die Runde der Regierungschefs der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verständigten sich am Montagabend trotz der stark steigenden Infektionszahlen, an den bisherigen Schutzmaßnahmen festzuhalten. Außerdem sollen Klinikpersonal und Risikopatienten Vorrang bei PCR-Tests bekommen. Die genauen Regelungen dazu müssen jedoch noch erarbeitet werden. 

Bund und Länder halten an bisherigen Corona-Beschränkungen fest

Inmitten der Omikron-Welle halten Bund und Länder an den bisherigen Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie fest. "Es ist richtig, diesen Kurs fortzusetzen", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montagabend nach Beratungen mit den Regierungschefs der Länder. Bei den wegen der hohen Fallzahlen knapp werdenden PCR-Tests sollen nach den Beschlüssen der Runde nun Klinikpersonal und Risikopatienten Vorrang bekommen."Wir wissen noch nicht, wie sich die Infektionszahlen weiterentwickeln", sagte Scholz: Ob es noch einmal "eine dramatischere Entwicklung gebe" oder ob Deutschland relativ gut durch diese Zeit komme. Daher sei wichtig, "dass wir vorsichtig bleiben müssen". Am Montag erreichte der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland erneut einen Höchstwert. Das Robert-Koch-Institut meldete eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 840,3."Die Entwicklung der Omikron-Welle wird weiter aufmerksam beobachtet", heißt es im Beschlusspapier zu der Konferenz. "Wenn eine Überlastung des Gesundheitssystems droht", würden "weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle" vereinbart. Gleichzeitig wird eine "Öffnungsperspektive" in Aussicht gestellt "für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann".Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte nach den Beratungen bei RTL/ntv, die geltenden Maßnahmen würden nach gegenwärtigen Schätzungen "ungefähr ausreichen, um einen sehr schweren Verlauf in Deutschland zu verhindern". Bund und Länder seien aber "jederzeit in der Lage, die Maßnahmen zu verschärfen", falls die Infektionszahlen oder die Krankenhausbelegung "in den Grenzbereich" von Überlastung kämen.Bund und Länder vereinbarten auch, bis zum 9. Februar eine gemeinsame Linie zu Großveranstaltungen wie Fußballspielen auszuarbeiten, die überregional Zuschauer anziehen. Ziel sei eine "Vereinheitlichung der bestehenden Regelungen".Es sei eine positive Entwicklung, dass die Krankenhäuser bisher nicht überlastet seien, dennoch sei diese Virusvariante gefährlich, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Dies gelte besonders für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. "Großes Thema" sei bei den Beratungen deshalb gewesen, wie der Impfschutz für diese Gruppe verbessert werden könne.Bund und Länder bekräftigten in ihrem Beschluss nochmals gemeinsam "die Notwendigkeit der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht". NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte: "Wir kommen nur raus aus den ständigen Wiederholungen von Lockdown und Lockerungen, wenn mehr Menschen geimpft sind." Scholz kündigte seinerseits ein Neuauflage der Werbekampagne für das Impfen unter dem Motto "Impfen hilft" an.Bei den wegen der hohen Fallzahlen knapp werdenden PCR-Tests halten Bund und Länder es "für unabdingbar, Priorisierungen vorzunehmen". Vorrang sollen künftig laut Beschluss das Personal "insbesondere in Krankenhäusern, in Praxen, in der Pflege, Einrichtungen der Eingliederungshilfe" sowie Risikopatienten haben.Ab wann das gilt, blieb offen. Lauterbach soll nun mit seinen Länderkollegen ein neues Testregime im Detail ausarbeiten. Gleichzeitig sollten "alle Anstrengungen unternommen werden, die PCR-Testkapazitäten zu erhöhen".Kritik kam vom Berufsverband Deutscher Laborärzte mit Blick auf die Planungen, statt PCR- nun Antigen-Schnelltests für das Freitesten aus Isolation oder Quarantäne zu nutzen. Sie böten "nicht genügend Sicherheit", sagte ihr Vorsitzender, Andreas Bobrowski, der "Welt". "Wir sehen in unserem Laboralltag zu viele falsche Schnelltestergebnisse."Bei der Frage der Wirtschaftshilfen und den Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld drängten die Länder auf einen baldigen Beschluss zur Verlängerung über Ende März hinaus. Die Bundesregierung sagte zu, bis zum nächsten Treffen am 16. Februar "unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens und der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie einen Vorschlag" vorzulegen.

Länder kritisieren kurzfristige Verkürzung von Genesenenstatus

Die Regierungschefs der Länder fordern, dass in Zukunft besser über eine geplante Verkürzung des Genesenenstatus informiert wird. "Zu vorausschauender Pandemie-Politik gehört auch Verlässlichkeit", sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Montagabend nach den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Lage in Berlin. Ähnlich äußerten sich auch andere Regierungschefs.Es habe über Parteigrenzen hinweg Kritik an dem Vorgehen gegeben, sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte den Genesenenstatus nach einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche kurzfristig von einem halben Jahr auf drei Monate verkürzt. Die Bürgerinnen und Bürger hätten "holterdipolter" erfahren, dass ihr Genesenenstatus nicht mehr gelte, sagte Kretschmer dazu."Das geht so nicht, wir brauchen hier eine andere Form von Verlässlichkeit."Wüst erklärte, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zugesagt habe, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Diese Nacharbeit sähen die Länder als "dringend und hilfreich", sagte zu der Vereinbarung der Regierungschef von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb auf Twitter: "Die Kommunikation zur Verkürzung beim Genesenen-Status war leider unglücklich. Das sollte sich nicht wiederholen."Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte, dass Lauterbach in der Diskussion von ihm die Unterstützung bekommen habe, "die er braucht". Er verteidigte Lauterbach als einen "ganz großartigen Minister und in dieser Frage sehr engagiert". Bei der Bund-Länder-Schalte habe jeder gesagt, "dass er sehr engagiert seine Arbeit macht", sagte Scholz, auch über Parteigrenzen hinweg.

Abgeordnete bringen sich vor Impfpflicht-Debatte im Bundestag in Stellung

Kurz vor der ersten Debatte im Bundestag über die Einführung einer Corona-Impfpflicht zeichnet sich noch kein Konsens über die genaue Ausgestaltung ab. Die Unionsfraktion setzte die Koalition am Montag mit der Forderung nach Einführung eines Impfregisters unter Druck - die Regierungsfraktionen lehnen ein solches Register wegen datenrechtlicher und anderer Bedenken ab. Aus den Reihen der Ampel-Fraktionen sollen mehrere konkurrierende Anträge zur Debatte gestellt werden.Einer der Anträge sieht eine weitreichende Impfpflicht für alle Erwachsenen in Deutschland vor. Ein zweiter in Arbeit befindlicher Antrag zielt nach AFP-Informationen auf ein abgestuftes Verfahren ab: Ungeimpfte sollten zunächst zu einer ärztlichen Pflicht-Impfberatung geladen werden; sollte sich die Impfquote so nicht steigern lassen, solle eine Impfpflicht für Menschen ab 50 Jahren gelten. Ein dritter Antrag lehnt eine Impfpflicht generell ab.Die Unionsfraktion im Bundestag bekräftigte am Montag ihre Kritik, dass die Bundesregierung keinen eigenen Gesetzesvorschlag vorlege. Sie selbst wollte in der Frage einer Impfpflicht jedoch weiterhin keine Haltung einnehmen. Die Fraktion sei noch in einer "Orientierungsphase", sagte Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU).Müller schloss nicht aus, dass seine Fraktionen am Ende einen der Gesetzesanträge zur Impfpflicht unterstützen wird, die von Abgeordneten der Ampel-Fraktionen im Bundestag ausgearbeitet werden: "Uns eint das Ziel, dass wir die Impfquote nach oben bringen wollen", sagte Müller.Unabhängig davon, wie eine allgemeine Impfpflicht im Detail ausgestaltet werde, plädiere seine Fraktion aber grundsätzlich für ein Impfregister, sagte Müller. Die Impfkampagne könne nur dann effektiv vorangetrieben werden, wenn die Behörden einen Überblick darüber hätten, wer noch nicht geimpft sei.In den Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP dürfte die Unionsforderung nach einem Impfregister auf wenig Gegenliebe stoßen: Die "Ampel" argumentiert, die Einrichtung eines Impfregisters würde viel Zeit in Anspruch nehmen und sei datenschutzrechtlich umstritten.Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) wies auf die Vorteile hin, die ein Impfregister ihrer Meinung nach bieten würde. Ein solcher Datensatz würde den Behörden eine "zielgruppengenaue Ansprache" all jener erlauben, die noch nicht geimpft seien. Diese Nicht-Geimpften könnten dann etwa zunächst zu einer Impfberatung bei einem Arzt geladen werden, ergänzte Müller.Die beiden Vizefraktionschefs kündigten an, dass sich die Unionsfraktion im Laufe der Woche in der Frage der Impfpflicht positionieren werde. Zunächst wolle sie aber die Orientierungsdebatte zu dem Thema am Mittwoch im Bundestag abwarten. Eines sei der Fraktion aber jetzt schon klar, sagte Lindholz: "Es ist wichtig, dass die Impfquoten grundsätzlich noch gesteigert werden."Die FDP-Abgeordnete Linda Teuteberg bekräftigte derweil ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Impfpflicht. In den Sendern RTL und ntv begründete sie ihre Ablehnung auch mit dem Argument, dass sich eine gesetzliche Impfpflicht kaum kontrollieren und durchsetzen lasse. "Man gibt den Rechtsstaat der Lächerlichkeit preis, wenn er seine eigenen gesetzlichen Anordnungen nicht auch durchsetzt", sagte sie.

WHO hofft auf Ende der Akutphase der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft auf ein Ende der Akutphase der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr. "Wir können die akute Phase der Pandemie in diesem Jahr beenden, wir können Covid-19 als globalen Gesundheitsnotstand beenden", sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten sich die Länder aber unter anderem um eine gerechtere Verteilung der Impfstoffe bemühen.Die WHO hat das Ziel ausgegeben, 40 Prozent der Weltbevölkerung bis Ende 2021 und 70 Prozent bis Mitte 2022 gegen das Coronavirus zu impfen. Die Hälfte der 194 Mitgliedstaaten der WHO haben das 40-Prozent-Ziel verfehlt, wie Tedros sagte. 85 Prozent der Menschen in Afrika hätten noch keine einzige Impfdosis erhalten."Wir können die Notfallphase der Pandemie nicht beenden, wenn wir diese Lücke nicht schließen", mahnte der WHO-Chef. Omikron werde zudem nicht die letzte Variante des Coronavirus sein. "Im Gegenteil: Weltweit herrschen ideale Bedingungen für die Entstehung weiterer Varianten", sagte Tedros. "Das Potenzial für eine übertragbarere, tödlichere Variante bleibt sehr real."In Europa hält die WHO ein Ende der Corona-Pandemie nach der derzeitigen Omikron-Welle allerdings für möglich. "Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt", sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Auch er mahnte wegen möglicher weiterer Mutationen des Coronavirus jedoch zur Vorsicht.Der Exekutivrat der WHO war am Montag in Genf zu seiner halbjährlichen Sitzung zusammengekommen. Die Beratungen dauern bis Samstag und stehen im Zeichen der durch die Omikron-Variante wieder angefachten Corona-Pandemie. Am Dienstag soll es um eine weitere Amtszeit von WHO-Direktor Tedros gehen. Der frühere äthiopische Gesundheits- und Außenminister war 2017 als erster Afrikaner in das Amt gewählt worden.