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Zum aktuellen Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) und der daraus resultierenden Erkrankung COVID-19 finden Sie hier täglich aktuelle Meldungen. Eine Zusammenstellung unserer Corona-News finden Sie außerdem hier. Darüber hinaus informieren wir Sie in unserem Themenspezial zum Coronavirus ausführlich über Ansteckung, Symptome, betroffene Risikogruppen, Schutzmaßnahmen und vieles mehr.

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Omikron-Fälle in den Niederlanden schon früher aufgetreten als gedacht

In den Niederlanden ist die neue Omikron-Variante des Coronavirus schon deutlich früher aufgetreten als bisher vermutet. Wie das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) am Dienstag mitteilte, wurde die Variante in zwei Testproben nachgewiesen, die auf den 19. und 23. November datiert sind. Südafrika hatte die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 am 24. November offiziell bekanntgegeben.Die niederländischen Behörden waren bisher davon ausgegangen, dass es sich bei 14 Reisenden aus Südafrika um die ersten Infizierten mit der Omikron-Variante handelte. Diese waren am 26. November in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen.Noch sei unklar, ob sich die am 19. und 23. November getesteten Infizierten ebenfalls im Süden Afrikas aufgehalten hatten, erklärte das RIVM. Die Betroffenen seien informiert worden, die Behörden kümmerten sich um eine um eine Nachverfolgung ihrer Kontakte.Das Institut kündigte zudem eine Untersuchung an, um zu ermitteln, wie weit sich die Omikron-Variante bereits in den Niederlanden ausgebreitet hat. Weitere Proben aus früheren Corona-Tests sollen dafür erneut untersucht werden.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die neue Coronavirus-Variante Omikron als "besorgniserregend" ein und warnt vor einem "sehr hohen" weltweiten Risiko. Seit der Entdeckung in Südafrika wurden in vielen Ländern Omikron-Fälle festgestellt.

Moderna-Chef befürchtet schlechte Wirksamkeit von Vakzin gegen Omikron-Variante

Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stephane Bancel, befürchtet eine stark eingeschränkte Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe gegen die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus. Wegen der vielen Mutationen der Variante gingen Wissenschaftler von einer "erheblichen Abnahme" der Schutzwirkung aus, sagte Bancel der "Financial Times" vom Dienstag. Sein Unternehmen habe bereits mit der Arbeit an einem überarbeiteten Impfstoff begonnen, aber dies werde einige Monate dauern.Virologen und Impfstoffhersteller hatten sich bislang zuversichtlich gezeigt, dass die existierenden Impfstoffe auch gegen die neue Variante gut wirken. Bancel sagte nun: "Alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sagen: 'Das wird nicht gut sein'." Der Moderna-Chef verwies auf Angaben von Wissenschaftlern, denen zufolge 32 der 50 bei Omikron festgestellten Mutationen das Spike-Protein betreffen. Dieses Protein auf der Oberfläche des Virus wird von den Impfstoffen genutzt, um eine Immunreaktion gegen das Coronavirus hervorzurufen. "Ich glaube, die Wirksamkeit hat auf keinen Fall das gleiche Niveau wie gegen die Delta-Variante", sagte Bancel.Moderna, Biontech und Pfizer sowie der Entwickler des in der EU bislang nicht zugelassenen russischen Impfstoffs Sputnik V haben bereits angekündigt, ihre Impfstoffe zu prüfen und gegebenenfalls ein an die Omikron-Variante angepasstes Vakzin zu entwickeln.Realistischerweise könne Moderna im Laufe des kommenden Jahres zwei bis drei Milliarden Dosen eines solchen Mittels herstellen, sagte Bancel nun der "FT". Er warnte zudem davor, die gesamte Produktion auf die Omikron-Variante auszurichten, während auch noch andere Corona-Varianten zirkulieren.Die neue Coronavirus-Variante, welcher die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den griechischen Buchstaben Omikron zugewiesen hat, war am vergangenen Donnerstag aus Südafrika gemeldet worden. Die WHO stuft den Erreger als "besorgniserregend" ein und warnt vor einem "sehr hohen" weltweiten Risiko. In Südafrika rechnen Experten bereits mit explodierenden Fallzahlen und in vielen Ländern wurden bereits Omikron-Fälle festgestellt.

Wissler fordert wegen Corona-Lage sofortige "solidarische Notbremse"

Angesichts der dramatischen Corona-Lage hat Linken-Parteichefin Janine Wissler eine "solidarische Notbremse" gefordert. Nur "allgemeine Kontaktbeschränkungen" könnten die vierte Corona-Welle noch brechen, sagte Wissler am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Großveranstaltungen wie Weihnachtsmärkte, Stadienbesuche und Konzerte müssten "sofort unterbunden" werden. Scharfe Kritik äußerte Wissler auch am "erneuten Impfchaos"."Wir stehen vor einer Katastrophe", betonte Wissler mit Blick auf den "explosionsartigen" Anstieg der Corona-Infektionszahlen. "Die derzeitige Situation ist so dramatisch, dass es keine andere Möglichkeit mehr gibt, als Kontakte zu beschränken und dafür sorgen, dass die Krankenhäuser nicht kollabieren."Sowohl der amtierenden großen Koalition als auch den Ampel-Parteien warf Wissler vor, nicht auf den Rat von Wissenschaftlern gehört zu haben und "sehenden Auges" in die vierte Welle gegangen zu sein. "Die vierte Welle wäre vermeidbar gewesen", betonte die Linken-Chefin. Scharfe Kritik übte Wissler an der Organisation der Booster-Impfkampagne. Dass alle Erwachsenen dazu aufgerufen worden seien, sich eine Auffrischungsimpfung zu besorgen, sei ein großer Fehler gewesen. Vor vielen Impfzentren stünden derzeit junge Menschen stundenlang Schlange, um sich ihre Booster-Impfung abzuholen, während ältere Menschen und Risikopatienten womöglich bis Februar oder März auf ihren Auffrischimpfungs-Termin warten müssten. Um dem Ansturm auf die Impfstoffe zu begegnen, müssten die Impfzentren wiedereröffnet werden, sagte Wissler. Sie forderte darüber hinaus mehr niedrigschwellige Angebote, etwa durch mobile Impfteams. Besonders gefährdete Menschen müssten von den Behörden angeschrieben und über das Impfangebot informiert werden.

Sechs Fälle mit der Omikron-Variante in Schottland festgestellt

In Schottland sind sechs Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. In einigen Fällen bestehe kein Zusammenhang zu Reisen ins südliche Afrika, erklärte die Regionalregierung am Montag. Vier Fälle wurden den Angaben zufolge in der Grafschaft Lanarkshire und zwei weitere im Großraum Glasgow nachgewiesen. Die Gesundheitsbehörden verfolgen demnach die Kontakte aller sechs Betroffenen zurück, "um den Ursprung des Virus zu ermitteln". Da bei einigen Fällen keine direkte Verbindung zu Reisen ins südliche Afrika bestehe, sei von ersten Übertragungen innerhalb Schottlands auszugehen, sagte der stellvertretende Regierungschef John Swinney der BBC. "Das stellt uns bei der Eindämmung der Ausbreitung natürlich vor zusätzliche Herausforderungen."Zuvor waren drei Fälle mit der Omikron-Variante in England entdeckt worden: In Nottingham, in Chelmsford und bei einem Menschen, der nach London gereist war, das Land aber danach wieder verlassen hat.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die zuerst in Südafrika entdeckte Variante am Freitag wegen der großen Zahl an Mutationen als "besorgniserregend" kategorisiert. Am Montag stufte sie das weltweite Risiko durch Omikron als "sehr hoch" ein.Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag angesichts der Bedrohung durch die neue Variante weitreichende Beschränkungen angekündigt. Alle Einreisenden müssen zwei Tage nach ihrer Ankunft in Großbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren. Zudem gilt künftig wieder eine Maskenpflicht in Geschäften und Verkehrsmitteln.

Experten erwarten explodierende Corona-Zahlen in Südafrika wegen Omikron-Variante

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus könnte laut Experten in Südafrika zu einem explosionsartigen Anstieg der Neuinfektionen führen. "Wir können davon ausgehen, dass eine höhere Übertragbarkeit wahrscheinlich ist und wir daher schnell mehr Fälle bekommen werden", sagte der Epidemiologe Salim Abdool Karim am Montag vor Journalisten. "Ich rechne damit, dass wir bis zum Ende der Woche die Zahl von 10.000 Fällen pro Tag überschreiten".Am Sonntag meldeten die Gesundheitsbehörden noch mehr als 2800 Infektionen. In der Vorwoche waren es im Schnitt nur 500 pro Tag. In der Woche davor lag der Tagesdurchschnitt bei 275. Karim rechnet nun damit, dass die steigenden Fallzahlen "innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen Druck auf die Krankenhäuser ausüben werden."Südafrika hatte die neue Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 am vergangenen Donnerstag offiziell an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler könnte die Variante wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und auch die Impfstoffe weniger wirksam machen. Erste Erkenntnisse aus Südafrika deuten jedoch darauf hin, dass die Symptome bei einer Ansteckung relativ mild sind. Die WHO stufte die nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante dennoch als "besorgniserregend" ein. Am Montag warnte die WHO zudem vor einem "sehr hohen" weltweiten Risiko im Zusammenhang mit der neuen Virusvariante. Trotzdem plädiert die WHO dafür, die Grenzen weiterhin offen zu halten.

Söder fordert "am besten diese Woche" Impfrecht für Apotheker und Pflegekräfte

Angesichts der dramatischen Coronalage hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Gesetzesänderung gefordert, um Apotheker, Pflegekräfte sowie alle Ärzte an der Impfkampagne beteiligen zu könne. Die rechtliche Möglichkeit dazu müsse schnell und "am besten diese Woche" geschaffen werden, sagte er am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Dadurch werde das Boostern "einen neuen Schub bekommen". Das sei auch die besten Strategie gegen die neuartige Omikron-Variante des Coronavirus."Wir müssen boostern, boostern, boostern", sagte Söder. Zugleich sprach sich der CSU-Vorsitzende auch für Kontaktbeschränkungen auf nationaler Ebene aus. So müssten die Clubs und Diskotheken geschlossen werden, da dort viele Ansteckungen passierten. Die vierte Corona-Welle sei kein regionales Phänomen, sie werde "ganz Deutschland" treffen. Es müsse auch mehr 2G-Plus geben.Auch ein Lockdown für Ungeimpfte sei letztlich nicht seriös auszuschließen, fügte Söder an. Bayern mache dies bereits in Hotspot-Regionen. "Ich denke, wir dürfen jetzt im Moment nichts ausschließen." Er forderte zugleich erneut ein Spitzentreffen von Bund und Ländern auf diese Woche vorzuziehen. "Warum zehn Tage warten? Eigentlich haben wir keine zehn Minuten", sagte Söder mit Blick auf die potenzielle künftige Bundesregierung.Den von der künftigen Ampel-Regierung in Berlin angekündigten neuen Corona-Krisenstab bewertete Söder skeptisch. "Was soll das Neues bringen?" Das Land benötige vor allem dringend einen neuen Bundesgesundheitsminister oder eine neue Gesundheitsministerin sowie neue Möglichkeiten zur Beschleunigung der Booster-Kampagne.

RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 452,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter an und hat einen neuen Höchststand erreicht: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen erhöhte sich der Wert auf 452,4. Am Sonntag lag er bei 446,7, am Montag vergangener Woche bei 386,5.Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Am 8. November hatte der Wert in Deutschland erstmals die Schwelle von 200 und damit die bisherige Höchstmarke seit Pandemie-Beginn vom Dezember 2020 (197,6) übersprungen. Seitdem wurden täglich neue Höchstwerte registriert.Bundesweit wurden laut RKI-Angaben vom Montag binnen 24 Stunden 29.364 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Freitag war die bisher höchste Zahl von 76.414 neuen Fällen registriert worden. Am Wochenende werden in der Regel weniger Fallzahlen gemeldet, unter anderem weil weniger getestet wird.Die Zahl der Todesopfer der Pandemie in Deutschland stieg laut RKI um 73 auf 100.956 Fälle. Am vergangenen Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Toten in Deutschland die Schwelle von 100.000 überschritten. Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,97. Am Wochenende werden keine aktuellen Zahlen veröffentlicht. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg den RKI-Angaben zufolge auf 5.791.060. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 4.852.800.

Klare Mehrheit in der Schweiz für Covid-19-Gesetz

Inmitten einer neuen Corona-Welle hat sich eine klare Mehrheit der Schweizer bei einer Volksabstimmung hinter das Covid-19-Gesetz der Regierung gestellt. Hochrechnungen des Instituts GFS Bern zufolge votierten am Sonntag 63 Prozent der Wahlberechtigten für das Gesetz, das eine rechtssichere Grundlage für das umstrittene Covid-19-Zertifikat schaffen soll. In Erwartung erneuter Proteste erhöhte die Polizei vor dem Parlaments- und Regierungssitz in Bern die Sicherheitsvorkehrungen.Um das bereits eingeführte Covid-19-Zertifikat wird in der Schweiz seit Monaten erbittert gestritten. Benötigt wird das Zertifikat, mit dem sich eine Corona-Impfung, Genesung oder Negativ-Testung nachweisen lässt, seit September unter anderem beim Besuch von Restaurants. Impfgegner betrachten das Gesetz als "diskriminierend". Vertreter der Organisation "Verfassungsfreunde", die die Volksabstimmung initiiert hat, prangerten im Zusammenhang mit dem Zertifikat gar eine drohende "Gesundheits-Apartheid" an.Das Covid-19-Zertifikat verletze insbesondere Artikel 10 der schweizerischen Verfassung, sagte "Verfassungsfreunde"-Sprecherin Michelle Cailler der Nachrichtenagentur AFP. Aus ihrer Sicht ist das Zertifikat nichts anderes als eine "getarnte Impfpflicht". Die aufgeheizte Debatte um die Corona-Politik der Regierung entlud sich in den vergangenen Wochen immer wieder in teils auch gewaltsamen Protesten sogenannter Freiheitstrychler, bei denen die Polizei teilweise Tränengas und Gummigeschosse einsetzte. Auch Gewalt- und Todesdrohungen gegenüber Politikern, die sich für verschärfte Corona-Maßnahmen einsetzen, nahmen nach Polizeiangaben drastisch zu. Unter anderem Gesundheitsminister Alain Berset steht unter Polizeischutz.Auch nach dem klaren Abstimmungsergebnis am Sonntag rechneten Beobachter mit weiteren Protesten. Vor dem Bundeshaus in Bern errichtete die Polizei einen Schutzzaun. Vereinzelte Demonstranten versammelten sich dort bereits kurz nach der Schließung der Wahllokale am Sonntagmittag. Die Unversöhnlichkeit, mit der sich Befürworter und Gegner der Corona-Maßnahmen in der Schweiz gegenüberstehen, ist für den Alpenstaat höchst ungewöhnlich. Das direktdemokratische System der Schweiz ist eigentlich auf Konsens ausgerichtet, Debatten werden traditionell in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts geführt.Experten befürchten indes, dass die Spaltung der Gesellschaft über die Corona-Politik langfristige Auswirkungen auf die politische Kultur in der Schweiz haben könnte. "Die Schweiz ist ein Land wie jedes andere geworden", sagte der Genfer Politikwissenschaftler Pascal Sciarini zu AFP. "Es ist nicht mehr Konsensgebiet, wir wir es immer noch glauben wollen." Mitverantwortlich für die Polarisierung ist aus Sciarinis Sicht auch die rechtspopulistische SVP. Sie ist die einzige Partei der Schweiz, die das Covid-19-Gesetz nicht unterstützt. Mehrere Parteigranden, darunter Finanzminister Ueli Maurer, zeigten sich in den vergangenen Monaten mit den für die "Freiheitstrychler" typischen Shirts - um, wie Sciarini vermutet, politisches Kapital aus der erhitzten Debatte zu schlagen.Genau wie andere Länder erlebt die Schweiz seit Mitte Oktober einen Anstieg der Corona-Zahlen. Mit rund 67 Prozent vollständig Geimpften weist der Alpenstaat zudem eine geringere Impfrate auf als andere westeuropäische Staaten. Einer in der Zeitung "Sonntagsblick" veröffentlichten Umfrage zufolge würden 53 Prozent der Schweizer eine Impfpflicht unterstützen. 

Lauterbach hält leichteren Krankheitsverlauf bei Omikron-Variante für denkbar

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält einen leichteren Krankheitsverlauf bei der neu entdeckten Coronavirus-Variante Omikron für möglich. "Es wäre wirklich ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wenn Omicron leichter verliefe", schrieb Lauterbach am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Bei so vielen Mutationen wäre es aber denkbar."Er verwies auf einen Artikel in der britischen Zeitung "Telegraph", in welchem die südafrikanische Ärztin Angelique Coetzee angab, dass die Symptome der neuen Virusvariante zwar ungewöhnlich, aber mild ausfielen. Coetzee, die auch Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands ist, war nach eigenen Angaben die Erste, die auf die Möglichkeit einer neuen Virusvariante hinwies, nachdem Patienten in Pretoria ihre Praxis mit bislang eher ungewöhnlichen Corona-Symptomen aufgesucht hatten. Dabei handelte es sich demnach um junge Menschen, die an starker Müdigkeit litten, sowie um ein sechsjähriges Kind mit Fieber und hohem Puls. Dem Kind sei es aber schnell besser gegangen. Den sonst typischen Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns beobachtete sie nicht. Bei den Patienten habe es sich überwiegend um junge, gesunde Männer mit starker Müdigkeit gehandelt. Etwa die Hälfte davon sei ungeimpft gewesen. Sie sorge sich aber um die Auswirkungen der Variante auf ältere Menschen mit Vorerkrankungen.Auch Lauterbach mahnte zur Vorsicht. Er verwies darauf, dass in Südafrika nur sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt seien. Deutschland sei hingegen das Land mit der ältesten Bevölkerung in Europa mit vielen chronisch Kranken.Südafrika hatte die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 am Donnerstag bekannt gegeben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. 

Fälle mit Omikron-Variante häufen sich in Europa

In Europa häufen sich die Corona-Fälle mit der erstmals in Südafrika entdeckten neuen Virusvariante Omikron und versetzen den Kontinent in Alarmbereitschaft: Nach ersten Fällen in Deutschland, Großbritannien und Italien wurde die neue Mutante am Samstag auch in Tschechien gemeldet. In Bayern bestätigten die Behörden zwei Fälle. In den Niederlanden wurden 61 von rund 600 Flugpassagieren aus Südafrika positiv auf Corona getestet. Ob die Omikron-Variante darunter ist, sollen die am Sonntag erwarteten Testergebnisse zeigen.Bei den in Bayern bestätigten Fällen handele sich um zwei Menschen, die am Mittwoch über den Flughafen München eingereist seien und sich seit Donnerstag nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation befänden, teilte das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am Samstagabend mit.Nach der Berichterstattung über die neue Virusvariante hätten die beiden Betroffenen "vorausschauend selbst eine Untersuchung auf die Variante veranlasst", erklärte das Ministerium in München. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP erklärte eine Ministeriumssprecherin: "Die VOC-PCR hat zusammen mit der Reiseanamnese einen hochgradigen Verdacht erbracht, die Vollgenomsequenzierung wird Gewissheit bringen."Ein mutmaßlich mit der Variante infizierter deutscher Reiserückkehrer aus Südafrika war bereits am vergangenen Sonntag über den Flughafen Frankfurt eingereist, wie das hessische Sozialministerium mitteilte. Das Ergebnis der vollständigen Sequenzierung stehe noch aus. Die Person war vollständig geimpft.Unterdessen bestätigte ein Krankenhaus in Tschechien die Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron. Aus Österreich wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet. In Großbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt, bei denen es einen Zusammenhang mit einer Reise ins südliche Afrika gibt. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte generelle Verschärfungen der Einreisebedingungen an. Künftig müssen alle Einreisenden zwei Tage nach ihrer Ankunft in Großbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren, sagte er bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.Bei den am Amsterdamer Flughafen gestrandeten Passagieren handelt es sich der niederländischen Gesundheitsbehörde GGD zufolge um Reisende aus Südafrika. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben. Die positiv Getesteten wurden in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht. "Die Omikron-Variante wurde wahrscheinlich unter den getesteten Personen gefunden", gab das nationale Gesundheitsamt bekannt.Am Donnerstag war in Südafrika die Entdeckung einer neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 bekannt gegeben worden. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler könnte die Variante wegen ungewöhnlich vieler Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und die Impfstoffe weniger wirksam machen.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante als "besorgniserregend" ein. Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält das Risiko einer Ausbreitung in der EU für "hoch bis sehr hoch". Am Freitag hatte Belgien als erstes EU-Land eine Infektion mit Omikron bei einem Reisenden aus Afrika festgestellt. Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region beschränkt. Die USA lobten unterdessen Südafrika für seine "Transparenz" gegenüber dem Rest der Welt seit der Entdeckung der Omikron-Variante. US-Außenminister Antony Blinken gratulierte "den südafrikanischen Wissenschaftlern zur schnellen Identifizierung der Omikron-Variante" und lobte "die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen, die als Vorbild für die Welt dienen sollte".