Erster Corona-Totimpfstoff von Sinovac erwartet

Die Corona-Pandemie forderte die schnelle und sichere Entwicklung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2. Bisher wurden in der EU mRNA- und Vektor-Impfstoffe zugelassen. Weitere Vakzine stehen in den Startlöchern. Darunter auch der erste Totimpfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Sinovac Corona-Impfstoff © Getty Images/Anadolu Agency / Kontributor

Seit Mai 2021 läuft das Rolling Review des Corona-Impfstoffs "CoronaVac". Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet in diesem Verfahren erste Daten des chinesischen Pharmaherstellers Sinovac bereits vor dem offiziellen Zulassungsantrag. Infolgedessen könnte der Ablauf der Zulassung dank des bisherigen Wissenstandes beschleunigt werden. Im Rahmen des Rolling Review werden auch Impfreaktionen und mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs intensiv beleuchtet. Der chinesische Pharmahersteller veröffentlichte hierzu bis jetzt wenig Daten.

Erster Totimpfstoff gegen Corona: So funktioniert das Vakzin von Sinovac

Der Fokus der bisher zugelassenen Impfstoffe liegt auf dem Spike-Protein des Virus. Dieses ist für das "Andocken" der Viruszellen im menschlichen Körper verantwortlich. Der Bauplan für dieses Virus-Protein wird isoliert und gelangt durch unterschiedliche Impfstoffe (Vektor oder mRNA) in den Körper.

Der Körper beginnt zunächst das Spike-Protein mithilfe des Bauplans zu bilden. Das Immunsystem erkennt das Protein als Fremdkörper und produziert in Folge Antikörper und T-Zellen gegen COVID-19.

Das Corona-Vakzin von Sinovac hingegen basiert auf einer anderen, aber bereits bekannten Technologie: Das Virus wird als Totimpfstoff in den Körper injiziert, dieser produziert daraufhin Antikörper und T-Zellen. Die Herstellung von "CoronaVac" kurz erklärt:

  1. Das Virus wird zunächst in Zellkulturen, sogenannten Verozellen, vermehrt.
  2. In Folge werden die Verozellen gereinigt und mithilfe einer chemischen Verbindung, dem beta-Propiolacton inaktiviert.
  3. Aluminiumhydroxid wird als Adjuvans hinzugefügt. Ein Adjuvans wird in der Regel bei Totimpfstoffen eingesetzt, um die Impfwirkung zu verstärken.

Erhält eine Person den Impfstoff, dann wird das inaktivierte Virus als Fremdkörper erkannt. Das Immunsystem beginnt Antikörper und Helferzellen zu produzieren. Der Impfling verfügt somit über eine erworbene Immunantwort: Kommt die geimpfte Person später mit dem Coronavirus in Kontakt, erkennt das Immunsystem das Virus als fremd und beginnt sich dagegen zu wehren.

So wirksam ist der Impfstoff von Sinovac

Nach Angaben des Unternehmens selbst schützt der Impfstoff zu 79 Prozent gegen schwere Corona-Verläufe. Erste Studien hingegen schreiben dem Impfstoff eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent zu. Zudem könnte das Vakzin auch gegen die brasilianische Virus-Variante schützen.

Inaktivierte Impfstoffe zählen zwar zu den älteren Impfstoff-Arten, sind im Allgemeinen aber nicht weniger wirksam. Der Impfschutz kann umfassender sein und auch bei Mutationen greifen, da das komplette Virus im Vakzin enthalten ist.

Auch in Deutschland werden bereits Totimpfstoffe geimpft, dazu zählen unter anderem die Impfstoffe gegen Diphterie, Kinderlähmung, Keuchhusten, Tetanus und Hib (Haemophilus influenzae Typ b).

Aktualisiert: 17.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin