Borderline: 7 Anzeichen der Persönlichkeitsstörung

Für Menschen mit Borderline-Syndrom ist das Leben eine ständige Achterbahnfahrt. Emotionen können nahezu nicht kontrolliert werden. Borderliner*innen können nur schwer ihre Gefühle einordnen – darunter leiden auch Beziehungen und das eigene Selbstbild. Das ist Borderline und diese Warnzeichen weisen auf eine Borderline-Erkrankung hin.

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Emotional und instabil: Das ist Borderline

Frau mit Depression sieht aus dem Fenster © Getty Images/Lourdes Balduque
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Personen, die am Borderline-Syndrom erkrankt sind, neigen zu starken Gefühlschwankungen. Meist reichen kleine Auslöser, um die Stimmung innerhalb weniger Minuten komplett zu verändern. Es handelt sich um eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Verhalten und Empfinden der Betroffenen sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt entweder sehr stark oder schwach ausgeprägt. Mit der Persönlichkeitsstörung haben nicht nur der*die Betroffene zu kämpfen, auch das Umfeld erfährt den intensiven Leidensdruck.

Menschen mit einer Borderline-Störung leiden

  • unter starken Gefühlsschwankungen
  • mangelnder Impulskontrolle
  • instabilen sozialen Beziehungen

Personen mit einer Borderline-Störung sind sehr anhänglich, fühlen sich schnell gekränkt und zurückgewiesen und neigen zum Kontaktabbruch. Meist verfügen Sie über ein niedriges Selbstwertgefühl, ihr Selbstbild ist unausgeglichen. Selbstschädigendes Verhalten, beispielsweise Ritzen, ist zudem ein häufiges Merkmal.

1. Emotionale Achterbahn: schnelle Stimmungswechsel

Paar beim Streiten © Getty Images/StefaNikolic
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Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung wechseln schnell zwischen verschiedenen Emotionen. Meist handelt es sich um Phasen geprägt von

  • Angst,
  • Depression,
  • starker Erregbarkeit,
  • und Verzweiflung.

Kleinigkeiten können die Stimmung der Betroffenen beeinflussen. Schnelle Stimmungswechsel sind häufige Reaktionen.

2. Keine Konstanz: instabile Beziehungen

Frau im weinend im Bett © Getty Images/PhotoAlto/Frederic Cirou
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In romantischen und zwischenmenschlichen Beziehungen kommt es zu häufigen Stimmungsschwankungen. Von Wolke sieben fallen Betroffene schnell auf den Boden der Tatsachen, das Gegenüber wird entweder in den Himmel gelobt oder ist das "Allerletzte". Familie und Partner*in leiden unter den Schwankungen.

3. Wer bin ich? Instabiles Selbstbild

Frau mit Persönlichkeitsstörung © Getty Images/Igor Ustynskyy
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Borderline-Patient*innen wissen oft nicht, wer sie sind und was ihnen fehlt. Sie verfügen über mangelnde Selbstwahrnehmung und suchen ihre Identität. Ein autonomes, selbstbewusstes und unabhängiges Verhalten schlägt schnell in eine Abhängigkeit von anderen Personen und eine innere Leere um.

Häufig kommt es zu verschiedenen psychischen Krankheitsbildern, welche sich oft in Wahrnehmungsstörungen widerspiegeln. Die Wahrnehmung und das Umfeld des Betroffenen wirken verzerrt.

Diese Symptome zeigen sich durch:

  • Gedächtnislücken
  • Depersonalisation, Entfremdung des eigenen Ichs
  • Kein Hunger- und Schmerzempfinden
  • Kein Zeit- und Raumgefühl

Dieses Verhalten tritt oft in Stressphasen auf. Die Betroffenen versuchen dann, diesen Zustand durch Selbstverletzung zu beenden.

4. Verlustängste

Frau mit Verlustängsten © Getty Images/Kilito Chan
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Obwohl sich Personen mit Borderline oft in instabilen Beziehungen befinden und versuchen, diese zu manipulieren, haben sie grundlos Angst, verlassen zu werden. 

Borderline-Persönlichkeiten geben sich dann große Mühe, um nicht alleine zu sein und ein Verlassenwerden zu verhindern. Der ständige Stress und die damit verbundene Unsicherheit sorgen für innere Spannung und Probleme.

5. Impulsives und schädigendes Verhalten

Frau mit Alkohol in der Hand © Getty Images/Robert Essel NYC
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Betroffene sind mit den intensiven Gefühlen und den Stimmungswechseln überfordert. Sie versuchen, Stress- und Spannungszustände abzubauen. Wutausbrüche und selbstschädigendes Verhalten rücken in den Fokus. Selbstschädigendes Verhalten umfasst:

  • intensives Sexualverhalten mit wechselnden Partner*innen
  • starker Alkohol- und Drogenkonsum
  • Essanfälle
  • übertriebenes Konsumverhalten und Glücksspiel
  • gefährliches Verhalten, beispielsweise im Straßenverkehr
  • Ladendiebstahl

6. Realitätsverlust: psychotisches Verhalten

Frau verwirrt dreht den Kopf © Getty Images/Francesco Carta fotografo
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Betroffene leiden während starken Krisen auch an psychotischen Symptomen. Diese machen sich in Form von

  • Realitätsverlust,
  • krankhaftem Misstrauen,
  • Verlustängsten,
  • optischen und akustischen Halluzinationen bemerkbar.

7. Gefühl der toxischen Beziehung

Paar mit Maske © Getty Images/conceptual,fashion,advertising
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Betroffene kämpfen oft mit Schwierigkeiten in romantischen Beziehungen. Die Verlustängste, das abwertende Verhalten und plötzliche Trennungen im Affekt führen zu inkonstanten Beziehungen und schnellen Versöhnungen. Für das gesunde Gegenüber ist die Beziehung oft toxisch und sehr fordernd. Es ist wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und bei Bedarf professionelle Unterstützung hinzuzuziehen.

Aktualisiert: 28.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin