Ärztetag fordert Widerspruchslösung bei Organspende

Bürger sollen im Fall von Ablehnung aktiv widersprechen

Ärzte tagen in Erfurt

Der Deutsche Ärztetag hat sich für die Einführung einer sogenannten Widerspruchslösung bei der Organspende ausgesprochen. Die Regelung, nach der eine Zustimmung zur Organspende vorausgesetzt werden soll, wenn ein Mensch dem nicht aktiv widerspricht, solle in das Transplantationsgesetz aufgenommen werden, forderten die Mediziner am Donnerstagabend bei ihrer Jahrestagung in Erfurt. Es könne von jedem erwartet werden, sich mit der Frage auseinanderzusetzen und im Fall der Ablehnung von Organspenden zu widersprechen.

Die derzeit geltende sogenannte Entscheidungslösung, nach der jeder Versicherte von seiner Krankenkasse alle zwei Jahre per Brief auf das Thema angesprochen wird, verursache einen hohen Kostenaufwand, ohne dass in jedem Fall eine Entscheidung getroffen werde, erklärte der Ärztetag. Jeder, der für sich eine Organspende ablehne, solle schriftlich oder mündlich widersprechen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte der Forderung zuletzt erneut eine Absage erteilt. Überzeugungsarbeit sei besser als Zwang, betonte er.

Veröffentlicht: 12.05.2018 – Quelle: Agence-France-Presse