Ministerin sieht keinen Anlass für Verkaufsverbot von Energydrinks an Jugendliche

Klöckner will stattdessen auf Aufklärung setzen

Energydrinks enthalten Koffein

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht einem Medienbericht zufolge derzeit keinen Anlass, den Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche gesetzlich einzuschränken. Solche Maßnahmen seien "derzeit nicht angebracht", sagte eine Ministeriumssprecherin dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Zur Begründung verwies sie auf Forschungsarbeiten, die noch abzuwarten seien, sowie bestehende nationale und EU-rechtliche Regelungen.

Statt Verboten will Klöckner demnach auf Aufklärung setzen. Faltblätter, Internet- und Hörfunkbeiträge sollten Eltern und Heranwachsende vor übermäßigem Konsum der Getränke warnen.

Energydrinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Aus Sicht von Experten bestehen gesundheitliche Risiken vor allem dann, wenn Energydrinks in großen Mengen getrunken werden. Dann kann es unter anderem zu Nervosität, Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen sowie erhöhtem Blutdruck bis hin zum Kreislaufkollaps kommen.

Verbraucherschützer fordern deshalb seit längerem ein Verbot des Verkaufs an Minderjährige. So haben etwa in Großbritannien viele Handelsketten, darunter Aldi und Lidl, den Verkauf von Energydrinks an Jugendliche eingestellt. Im Oktober wollen die Niederlande nachziehen. 

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte den Handel auch in Deutschland zum Umsteuern auf. Energydrinks hätten "in Deutschland die gleiche Wirkung wie in den Niederlanden, sie enthalten viel Koffein und sollten nicht an Kinder verkauft werden", sagte die Ernährungsexpertin des Verbraucherverbands, Sophie Herr, dem "Tagesspiegel".

Veröffentlicht: 09.07.2018 – Quelle: Agence-France-Presse