Ärztepräsident unterstützt Spahns Vorstoß für Organspende-Reform

Widerspruchslösung laut Montgomery aber "sehr schwierig umzusetzen"

Ärztepräsident unterstützt Spahns Vorstoß für Organspende-Reform

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery befürwortet die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Neuregelung der Organspende. Die von Spahn geplante Widerspruchslösung sei "eine sehr gute Idee", sagte der Präsident der Bundesärztekammer der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. Die Ärzteschaft habe sich immer für eine solche Regelung ausgesprochen. Zugleich räumte Montgomery ein, die Widerspruchslösung sei "rechtlich nur sehr schwierig umzusetzen".

Bisher muss ein potenzieller Spender noch zu Lebzeiten in die Organspende eingewilligt haben, oder seine Angehörigen stimmen dem im Todesfall zu. Mit der von Spahn gewünschten Widerspruchslösung wäre jeder automatisch Spender, wenn nicht er oder seine Angehörigen ausdrücklich widersprechen.

Montgomery sagte der Zeitung, in Deutschland müssten Patienten auch für kleinere Eingriffe ihre Einwilligung geben. "Dann ist es natürlich rechtssystematisch problematisch, wenn dies für den größtmöglichen Eingriff überhaupt, die Bereitstellung des ganzes Körpers, ohne jede vorherige Einwilligung möglich sein sollte." Hierüber müssten sich "die Rechtsphilosophen Gedanken machen". Nötig sei zugleich "eine wirklich breite gesellschaftliche Debatte" über das Thema, sagte Montgomery.

Veröffentlicht: 13.09.2018 – Quelle: Agence-France-Presse