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Merkel sagt in Davos weitere Unterstützung von Impfallianz zu

Aktivisten kritisieren deutschen Beitrag als zu niedrig

Arzt impft ein Mädchen

Deutschland unterstützt die Impfallianz Gavi in den kommenden fünf Jahren weiterhin mit 600 Millionen Euro. Die Bundesrepublik wird den Impffonds auch für den Zeitraum von 2021 bis 2025 mit dieser Summe fördern, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos ankündigte. Im Jahr 2015 hatte Deutschland ebenfalls 600 Millionen Euro für den Zeitraum von 2016 bis 2020 zugesagt.

Aktivisten begrüßten, Merkels Ankündigung komme "genau zum richtigen Zeitpunkt". Durch dieses "frühzeitige Signal" würden nun andere Geber und Partnerländer ermutigt, mehr in Impfungen weltweit zu investieren, erklärten gemeinsam acht Entwicklungsorganisationen, darunter die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und die Kindernothilfe.

Allerdings stünden die angekündigten 600 Millionen Euro höchstens für ein "Weiter so", kritisierten sie. Im Vorfeld hatten sie eine Steigerung des deutschen Beitrags auf mindestens 700 Millionen Euro gefordert. 

"Wenn wir bis 2030 das UN-Nachhaltigkeitsziel erreichen wollen, allen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, müssen wir bei den Kindern anfangen, die am stärksten von Armut betroffen sind", forderten die Organisationen in einem gemeinsamen Appell. Sie mit Impfungen zu schützen, sei eine "der wirkungsvollsten Maßnahmen, um ihnen ein gesünderes und besseres Leben zu ermöglichen".

Die Impfallianz Gavi will von 2021 bis 2025 insgesamt 300 Millionen weitere Kinder impfen und damit acht Millionen Todesfälle vermeiden. Gavi wurde vor 20 Jahren in Davos gegründet und benötigt nach Angaben der Organisationen mindestens 7,4 Milliarden Dollar zur Fortsetzung der Arbeit in den kommenden fünf Jahren. Bislang konnten laut den Aktivisten mit Unterstützung von Gavi mehr als 760 Millionen Menschen geimpft werden.

Veröffentlicht: 24.01.2020 – Quelle: Agence-France-Presse