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Hongkong gibt wegen Coronavirus-Krise Bargeld an Bürger aus

Knapp 1200 Euro für jeden dauerhaften Bewohner

Menschen mit Atemschutzmasken am Hongkonger Flughafen

Die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong begegnet der drohenden Wirtschaftskrise wegen des Coronavirus-Ausbruchs mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Alle dauerhaft in der Finanzmetropole gemeldeten Bewohner erhalten 10.000 Hongkong-Dollar (1180 Euro) in bar, wie Finanzminister Paul Chan am Mittwoch ankündigte. Insgesamt stellt die Stadtregierung 120 Milliarden Dollar im (110 Milliarden Euro) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie zur Verfügung.

Um die enorme Bargeld-Ausgabe zu stemmen, bedient sich die Hongkonger Regierung an den in den vergangenen Jahren aufgebauten Finanzreserven von über einer Billion Hongkong-Dollar. "Es entspricht garantiert den Erwartungen unserer Bevölkerung, dass wir unsere Finanzreserven sinnvoll nutzen, um Unternehmen zu unterstützen und die Not der Menschen zu lindern", erklärte Chan.

Die Regierung in der Finanzmetropole hofft, dass die Menschen nach der Bargeld-Ausgabe wieder mehr Geld ausgeben und damit die lokale Wirtschaft ankurbeln. Die Hongkonger Wirtschaft stehe vor einer "enormen Herausforderung", erklärte Chan. Es sei möglich, dass die Wirtschaft wegen der Coronavirus-Krise um bis zu 1,5 Prozent einbreche. 

Bereits vergangene Woche hatte die Hongkonger Regierung angekündigt, die am schlimmsten vom Coronavirus-Ausbruch betroffenen Sektoren mit 30 Milliarden Hongkong-Dollar zu unterstützen. Dazu zählten auch Bargeld-Ausgaben für Restaurants und Reiseunternehmen. 

Die letzte großangelegte Bargeld-Ausgabe der Hongkonger Regierung an alle dauerhaften Bewohner hatte es 2011 gegeben - drei Jahre nach der weltweiten Finanzkrise, die auch die chinesische Sonderverwaltungszone in die Rezession gestürzt hatte. 

Veröffentlicht: 27.02.2020 – Quelle: Agence-France-Presse