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Hamburg verschärft Besuchsverbote und Hygienevorschriften für Pflegeheime

Zutritt ab sofort generell untersagt - Tägliche Fiebermessungen bei Bewohnern

Temperaturmessung am Eingang eines Krankenhauses

Zum Schutz von Pflegeheimbewohnern vor dem neuartigen Coronavirus hat Hamburg die Besuchsregeln verschärft sowie neue Arbeits- und Hygienestandards für das Betreuungspersonal erlassen. Ab sofort gelte ein generelles Zutrittsverbot, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag nach einer Senatssitzung. Bislang war für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen noch ein Besuch von einem Menschen für eine Stunde am Tag erlaubt.

Mitarbeiter von Pflegeheimen und häuslichen Pflegediensten müssten ihre Kontakte zu Bewohnern und Patienten zudem auf das vertretbare "äußerste Mindestmaß" zurückfahren, erläuterte Prüfer-Stocks unter Verweis auf die neue Allgemeinverfügung. Bewohner sollten dabei stets von denselben Beschäftigten versorgt werden. Auch Mitarbeiter untereinander müssen jeden unnötigen Kontakt vermeiden.

Zusätzlich sind Heime und Pflegedienste verpflichtet, bei jedem Patienten täglich die Körpertemperatur zu messen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. Die Senatorin warb um Verständnis für die Anordnungen. Dies sei für die Betroffenen einen "sehr schwierige Situation". Menschen höheren Alters und mit Vorerkrankungen seien besonders gefährdet und müssten daher besonders geschützt werden.

Ausnahmen von dem Besuchsverbot in Heimen gelten nur in wenigen Ausnahmen unter strengen Auflagen, etwa bei Sterbefälle. Analog greifen sie auch für Behindertenheime und ähnliche Einrichtungen.

Niedersachsen hatte am Montag nach einem schweren Corona-Ausbruch in einem Wolfsburger Pflegeheim mit inzwischen 17 Toten einen kompletten Aufnahmestopp für alle entsprechenden Einrichtungen verhängt. Prüfer-Storcks sagte, die Hamburger Landesregierung wolle diesen Schritt "nach Möglichkeit vermeiden". Es sei eine "sehr, schwierige Entscheidung", weil dadurch ein Rückstau von nicht mehr genehmigungspflichtigen Patienten in Krankenhäusern entstehen würde. Dies helfe in der aktuelle Situation auch nicht.

Bundesweit sind Krankenhäuser derzeit angewiesen, möglichst viele Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Fällen freizuhalten. In Hamburg sind derzeit nach Angaben der Senatorin 17 Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Erreger in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. Elf davon entfallen auf eine Einrichtung, die übrigen verteilen sich jeweils als Einzelfälle auf sechs weitere Heime.

Veröffentlicht: 01.04.2020 – Quelle: Agence-France-Presse