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RKI-Chef fordert wegen Ansteckungsgefahr mehr Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln

Wieler: Taktung erhöhen und zusätzliche Waggons anhängen

U-Bahn in Berlin

Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, mehr Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln gefordert. "Es ist sehr wichtig, dass die Menschen dort Abstand halten können", sagte Wieler am Freitag in Berlin. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mahnte Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und Fahrgäste in Bussen und Bahnen an.

Wieler sprach sich dafür aus, die Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel möglichst zu erhöhen. Zudem sollten in Zügen, S- und U-Bahnen "eher mehr als weniger Waggons" eingesetzt werden. Wieler appellierte aber auch an Fahrgäste, in Bahnen nicht nur in die vorderen oder hinteren Wagen einzusteigen. Auch in dieser Frage sei das Verhalten der Menschen ein Schlüssel.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle nannte eine Einschränkung des Angebots, bei der ein Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, "gesundheitspolitisch unverantwortlich". Die Gewerkschaft forderte deshalb, das Angebot nur soweit zu reduzieren, das die Menschen Abstand halten könnten.

Verdi forderte darüber hinaus eine Abtrennung des Fahrgastraums in Bussen und Bahnen durch Folie oder Plexiglaswand. Einstiegstüren bei den Fahrern müssten geschlossen bleiben. Die Busse und Bahnen müssten zudem mindestens alle 24 Stunden gereinigt und desinfiziert werden. Haltestangen, Schlaufen und Griffe oder Automaten sollten mindestens alle zwölf Stunden desinfiziert werden.

Wegen der weitgehenden Ausgangsbeschränkungen und der deutlich gesunkenen Mobilität hatten Bahnunternehmen und viele kommunale Verkehrsbetriebe Fahrpläne reduziert. Busse und Bahnen fahren beispielsweise in größeren Abständen. Dies kann zur Folge haben, dass sich mehr Fahrgäste darin aufhalten und der empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern wegen der Ansteckungsgefahr nicht eingehalten werden kann.

Veröffentlicht: 04.04.2020 – Quelle: Agence-France-Presse