Spahn warnt vor Abschaffung von Maskenpflicht in Geschäften

Gesundheitsminister reagiert auf Pläne von Mecklenburg-Vorpommern

Kundin in Düsseldorfer Supermarkt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einer Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel gewarnt. Er verstehe zwar "die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität", schrieb Spahn am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Doch sei das Coronavirus "noch da". Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert sei, bleibe deshalb die Alltagsmaske geboten. 

Las Land Mecklenburg-Vorpommern hatte zuvor angekündigt, die Maskenpflicht in Geschäften abschaffen zu wollen. Wenn das Infektionsgeschehen in seinem Bundesland so gering bleibe wie derzeit, sehe er keinen Grund für die Maskenpflicht, sagte Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der "Welt am Sonntag". Er kündigte zugleich Gespräche mit anderen norddeutschen Bundesländern über ein einheitliches Vorgehen an. 

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans plädierte indessen ebenfalls für die Beibehaltung der Maskenpflicht. Wenn alle Bürger in den Geschäften weiterhin einen Atemschutz trügen, "haben wir einen großen Teil von Infektionsmöglichkeiten eingedämmt", sagte er im Internetprogramm "Bild live". Laut Walter-Borjans stimmt er in dieser Frage mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überein. Er habe am Sonntag mit Merkel telefoniert und sei sich mit ihr einig, dass das Maskentragen in Geschäften eine "zumutbare Zumutung" sei.

Veröffentlicht: 06.07.2020 – Quelle: Agence-France-Presse