Pflegekräfte laut AOK im Frühjahr besonders häufig mit Covid 19 krankgeschrieben

Aber auch Beschäftigte in der Fleischindustrie stark betroffen

Pflegeberufe besonders stark von Covid-19 betroffen

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind auf dem Höhepunkt der Corona-Krise von März bis Mai überdurchschnittlich oft mit Covid-19-Diagnosen krankgeschrieben worden. So fehlten wegen Covid-19 in der Zeit des bundesweiten Lockdowns 1283 von jeweils 100.000 Beschäftigten in der Altenpflege an ihrem Arbeitsplatz, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) belegt.

Damit waren diese Pflegekräfte gut zweieinhalb Mal öfter wegen Covid-19 krankgeschrieben als der Durchschnitt der AOK-Versicherten, der bei 474 Krankheitsfällen je 100.000 Menschen liegt. Auch bei Mitarbeitern der Gesundheits- und Krankenpflege verzeichneten die AOK-Wissenschaftler mit 1237 Covid-19-Betroffenen je 100.000 Beschäftigten einen weit überdurchschnittlichen Wert.

Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten wegen Covid-19 zählte die Krankenkasse bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung (110 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) und in der Landwirtschaft (121 Betroffene je 100.000 Beschäftigte).

Überdurchschnittlich hoch war den Angaben zufolge auch die Zahl der Beschäftigten in der Altenpflege, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden mussten: Von jeweils 100.000 Pflegerinnen und Pflegern wurden 157 in Kliniken eingewiesen - der Vergleichswert aller AOK-Mitglieder liegt hier bei 91 je 100.000 Beschäftigen. Die meisten Krankenhausbehandlungen wurden jedoch bei Beschäftigten in der Fleischverarbeitung mit 173 je 100.000 Beschäftigten registriert.

"Bestimmte Beschäftigtengruppen, die auch in Pandemiezeiten weiter zur Arbeit gegangen sind, scheinen stärker von Covid-19 betroffen zu sein", erläuterte der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. "Dies sind vor allem Berufe mit Kontakt zu anderen Menschen. Aber auch Berufe in der Fleischverarbeitung oder der Lagerwirtschaft waren stark betroffen."

Veröffentlicht: 08.07.2020 – Quelle: Agence-France-Presse