"Politbarometer": Zustimmung zu Corona-Maßnahmen und Impfbereitschaft wachsen

Zugleich große Unzufriedenheit mit Impf-Organisation

Geschlossenes Geschäft in München

Die Zustimmung zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist einer Umfrage zufolge nach deren Verschärfung gewachsen. Im neuen ZDF-"Politbarometer" sagten 51 Prozent der Befragten, die derzeit geltenden Maßnahmen seien gerade richtig, wie der Sender am Freitag mitteilte. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als Anfang Dezember, als weniger einschneidende Beschränkungen galten.

In der neuen Erhebung gaben 28 Prozent an, sie fänden eine weitere Verschärfung richtig - Anfang Dezember hatten sich 49 Prozent dafür ausgesprochen. Zugleich stieg der Anteil derjenigen, die die Maßnahmen für übertrieben halten, von 13 auf 18 Prozent.

Auch die einzelnen Einschränkungen stoßen auf mehrheitliche Unterstützung in der Bevölkerung. 63 Prozent erklärten in der Umfrage, die Schließung von Restaurants, vielen Geschäften sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen sei richtig, 34 Prozent finden sie falsch. Schulschließungen unterstützen 59 Prozent, 36 Prozent sind dagegen.

Die strengeren Kontaktbeschränkungen, wonach sich Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer einzigen Person aus einem anderen Haushalt treffen dürfen, befürworten 60 Prozent. 39 Prozent sind dagegen. Die Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer unterstützen 61 Prozent, 37 Prozent lehnen diese Maßnahme ab.

In den vergangenen Wochen hat zudem die Bereitschaft zugenommen, sich gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen: Im "Politbarometer" von Ende November hatten lediglich 51 Prozent der Teilnehmer gesagt, sie wollten sich impfen lassen. In der aktuellen Erhebung sind es 67 Prozent.

Der Anteil derjenigen, die sich nicht immunisieren lassen wollen, halbierte sich von Ende November bis jetzt von 20 auf zehn Prozent. 22 Prozent der Befragten sind aktuell noch unsicher bezüglich der Impfung; im November waren es 29 Prozent.

Der bisherige Verlauf der Ende Dezember gestarteten Impfkampagne wird allerdings mehrheitlich kritisch gesehen: 58 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden damit, lediglich 36 Prozent sagten, sie seien zufrieden.

Insgesamt halten 82 Prozent der Deutschen das Thema Corona derzeit für das wichtigste politische Problem. 60 Prozent sehen ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet. Gleichzeitig gibt es einen weit verbreiteten Optimismus: 73 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, Deutschland werde eher gut durch die nächsten Monate der Pandemie kommen. 22 Prozent äußerten sich skeptisch.

Für das "Politbarometer" hatte die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1262 zufällig ausgewählte Wahlberechtigten befragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus zwei bis drei Prozentpunkten angegeben. 

Veröffentlicht: 15.01.2021 – Quelle: Agence-France-Presse