EU kippt Exportauflagen für Corona-Impfstoffe

Hersteller müssen Ausfuhren ab Januar nicht mehr genehmigen lassen

Eine Impfdosis von Astrazeneca

Ab Januar können Hersteller von Corona-Impfstoffen ihre Vakzine wieder ohne Genehmigung aus Brüssel aus der EU in Drittländer exportieren. Die EU-Kommission kündigte am Freitag an, die Auflagen zum Jahresende auslaufen zu lassen. Mit der Ende Januar eingeführten Genehmigungspflicht wollte die EU die Impfstoffversorgung in Europa sicherstellen.

Ein neuer Kontrollmechanismus solle ab dem kommenden Jahr für Transparenz bei den Exporten sorgen, sagte Kommissionssprecherin Dana Spinant. "Die EU ist der größte weltweite Lieferant von Corona-Impfstoffen, mit mehr als 1,3 Milliarden exportierten Dosen", betonte sie. Diese seien seit Ende 2020 in mehr als 150 Länder geliefert worden.

Hintergrund für die Exportauflagen war ein Streit mit dem britischen Hersteller Astrazeneca. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte dem Unternehmen im Frühjahr vorgeworfen, seine Lieferpflichten gegenüber der EU nicht einzuhalten. Der Konzern begründete die Engpässe vor allem mit Problemen in eigenen Produktionsstätten in der EU.

Seit Berichten über Gerinnungsstörungen durch Astrazeneca wird der Impfstoff in der EU kaum noch genutzt. Gut zwei Drittel der von Brüssel bestellten 300 Millionen Dosen sollen bis Jahresende im Rahmen der Covax-Initiative an Schwellen- und Entwicklungsländer gehen.

Veröffentlicht: 26.11.2021 – Quelle: Agence-France-Presse