Pflegeberufe gehen auf die Psyche und auf den Rücken

Beschäftigte in Alten- und Krankenpflege mit überdurchschnittlich viel Fehltagen

Pflegekraft mit Heimbewohnerin

Pflegeberufe gehen vor allem auf die Psyche und auf den Rücken. Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege verzeichnen insgesamt deutlich mehr Fehltage als andere Erwerbstätige, wie eine am Freitag in Hamburg veröffentlichte Sonderauswertung des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt.

Während der allgemeine Krankenstand auch im zweiten Coronajahr erneut sank, stieg er in der Altenpflege von 2020 auf 2021 sogar an. 25,8 Tage waren Altenpflegekräfte im vergangenen Jahr im Durchschnitt krankgeschrieben - und damit rund zwölf Tage mehr als Berufstätige insgesamt (13,9 Tage). 2020 lag der Unterschied noch bei zehn Tagen. In der Krankenpflege waren es 2021 im Schnitt 22,3 Fehltage.

Pflegekräfte sind nicht nur häufiger und insgesamt länger krank, Pflege geht auch deutlich stärker als andere Berufe auf den Rücken und die Psyche. Mit jeweils rund 5,8 Fehltagen sind psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Beschwerden die Hauptursachen für Fehltage in der Altenpflege.

Zum Vergleich: Bei den Beschäftigten insgesamt machte die Psyche im Schnitt 2,8, das Muskel-Skelett-System 2,6 Fehltage aus. Beschäftigte in der Krankenpflege verzeichneten im Schnitt 4,8 Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen und 4,7 durch Muskel-Skelett-Beschwerden. Basis ist die Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der rund 5,5 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen.

Veröffentlicht: 27.05.2022 – Quelle: Agence-France-Presse