Erstmals Affenpocken bei Kind in Deutschland festgestellt

Kleines Mädchen lebt in Baden-Württemberg

Impfung gegen Affenpocken in Paris

In Deutschland sind erstmals bei einem Kind die Affenpocken nachgewiesen worden. Es lebe in einem Haushalt mit zwei erwachsenen Infizierten, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht mit. Der RKI-Datenbank vom Dienstag zufolge handelt es sich um ein höchstens vierjähriges Mädchen aus Pforzheim in Baden-Württemberg.

Mit Stand vom Montag seien insgesamt 2916 Affenpockenfälle an das RKI übermittelt worden, hieß es im Lagebericht weiter. In fast allen Fällen handle es sich um Männer, nur sieben Infizierte seien weiblich. Bisher seien zwei Fälle bei Jugendlichen bekannt.

Derzeitigen Erkenntnissen zufolge werde das Virus in diesem Ausbruch in erster Linie bei sexuellen Aktivitäten insbesondere zwischen Männern übertragen, teilte das RKI mit. Die meisten Betroffenen erkrankten nicht schwer.

Es erscheine weiter möglich, "den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden". Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung werde weiter als gering eingeschätzt.

Aktualisierung: Am 16. August gab das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg bekannt, dass das betroffene Mädchen doch nicht mit Affenpocken infiziert sei. Nachdem das Kind keine Symptome entwickelt hatte, seien weitere Rachenabstriche untersucht und eine Infektion dabei ausgeschlossen worden. Möglicherweise war es zuvor bei der Probenentnahme oder der Testdurchführung zu einer Kontamination gekommen.

Veröffentlicht: 09.08.2022 – Quelle: Agence-France-Presse