Omikron-Subtyp XBB.1.5 – Symptome & Verbreitung des "Kraken"

Die Omikron-Untervariante XBB.1.5 trägt den inoffiziellen Spitznamen "der Kraken" und war bisher vor allem in den USA verbreitet. Nun wurden erste Infektionen mit XBB.1.5 in Europa und mittlerweile auch in Deutschland registriert. Was ist bisher zur Ansteckungsfähigkeit und den Symptomen des Omikron-Subtypen bekannt?

Omikron XBB.1.5
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XBB.1.5 ist eine sogenannte Rekombination, also eine Kreuzung, aus zwei Subtypen, die der Viruslinie Omikron BA.2 angehören. Weltweit wurden bereits in 38 Ländern Infektionen mit XBB.1.5 gemeldet. In Europa wurden bisher Fälle in Großbritannien, Dänemark und nun auch in Deutschland registriert. Laut dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom 12. Januar lag die Zahl der gemeldeten Infektionen, die auf XBB.1.5 zurückzuführen sind, in Kalenderwoche 52 bei einem Prozent. In Kalenderwoche 1 ist sie nun auf zwei Prozent gestiegen. Die Dunkelziffer könnte aber deutlich höher sein, da nur ein Teil der Proben aus PCR-Tests näher analysiert wird.

Wie ansteckend ist XBB.1.5?

Bisher liegen zu XBB.1.5 nur umfassendere Daten aus den USA vor. Dort wurde der Omikron-Subtyp bereits im Oktober 2022 registriert. Mittlerweile macht XBB.1.5 in den USA etwa 28 Prozent der Infektionen aus. Etwa 83 Prozent der weltweit erfassten Infektionen mit XBB.1.5 entfallen auf die Vereinigten Staaten.

XBB.1.5 gilt als besonders ansteckend. In den USA lag der Anteil der Untervariante an den Gesamtinfektionen in der Kalenderwoche 48 bei 2,3 Prozent und stieg bis Kalenderwoche 52 auf 18,3 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind dabei groß, XBB.1.5 ist vor allem im Nordosten der USA verbreitet.

Die hohe Ansteckungsfähigkeit von XBB.1.5 wird auf Mutationen zurückgeführt, die dem Virus ermöglichen, besonders gut an Zellen des menschlichen Körpers anzudocken. Aufgrund seiner hohen Übertragbarkeit hat die Subvariante in den sozialen Netzwerken den Spitznamen "der Kraken" erhalten.

Durch die unterschiedlichen Mutationen sind Personen, die sich bereits mit einer anderen Omikron-Untervariante (wie BA.2 oder BA.5) infiziert hatten, vermutlich auch gefährdet, sich mit XBB.1.5 erneut anzustecken.

XBB.1.5-Infektion: Wie lange ist man ansteckend und wann zeigt man erste Symptome?

Laut Informationen der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität unterscheidet sich der Zeitraum, in dem Personen besonders ansteckend sind, nicht stark von denen anderer Omikron-Varianten. So sind die meisten Menschen etwa zwei Tage vor bis drei Tage nach Auftreten der ersten Symptome am ansteckendsten.

Die Inkubationszeit, also die Zeit nach dem Kontakt mit dem Virus bis zum Ausbrechen der ersten Symptome, liegt im Schnitt bei etwa fünf Tagen.

Welche Symptome treten bei XBB.1.5 auf?

Soweit bisher bekannt, sind die Symptome bei XBB.1.5 vergleichbar mit denen anderer Omikron-Subtypen. Dazu gehören trockener Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen. Die Symptome ähneln also in der Regel denen einer Erkältung.

Bislang gibt es zudem keine Hinweise darauf, dass XBB.1.5 schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Untervarianten von Omikron. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat XBB.1.5 deshalb bisher auch nicht als "besorgniserregende Variante" eingestuft.

Wie gut schützt die Impfung vor XBB.1.5?

Momentan gibt es nur Studien zur Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Untervariante XBB. Die Ergebnisse sind durch die große Ähnlichkeit der beiden Subtypen jedoch vergleichbar. So erhöht eine Booster-Impfung mit einem bivalenten Impfstoff (also ein Impfstoff gegen den Urtyp von SARS-CoV-2 und eine der Untervarianten BA.1 oder BA.4/BA.5) auch den Antikörperspiegel gegen XBB.

Der bei den Studienteilnehmenden gemessene Titer (ein Messwert für die Antikörpermenge) lag im Schnitt bei 96. Die Impfung schützt aber nicht ganz so wirksam vor dem Subtyp wie vor der Untervariante BA.5: Dafür lag der Titer bei 576 und damit deutlich höher.

Trotzdem empfehlen Expert*innen Personen aus Risikogruppen, die noch keine vierte oder fünfte Impfung erhalten haben, die Impfung mit einem der aktuellen Vakzine wahrzunehmen, da ein Schutz vor schweren Verläufen dennoch gegeben ist.

Aktualisiert: 13.01.2023
Autor*in: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin