Zecken-Alarm schon im Frühling: So gefährlich ist FSME!

Besonders an warmen Frühlingstagen verbringen viele Menschen Zeit in der Natur. Wälder und Wiesen laden Erwachsene und Kinder zum Sport, Spielen und Toben ein. Doch im Unterholz und hohen Gras lauert eine kleine Gefahr: Zecken. Die Milben übertragen Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME oder Hirnhautentzündung). Darum ist eine Impfung gegen FSME besonders wichtig.

Zecke als Überträger von FSME © Getty Images/fhm

Zecken können sowohl Borreliose als auch Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Ein roter Kreis rund um den Zeckenbiss macht Betroffene allerdings auf die Bakterien-Infektion aufmerksam und kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Hirnhautentzündung ist schwerer zu erkennen, gegen diese Krankheit ist allerdings ein Impfstoff verfügbar.

FSME: So verläuft die Frühsommer-Meningoenzephalitis

Ein Zeckenbiss einer infizierten Zecke bedeutet nicht gleich eine FSME-Erkrankung. Eine Infektion führt in der Regel nach etwa ein bis zwei Wochen zu Symptomen. Allerdings treten nur bei zirka 30 Prozent der Infizierten leichte bis schwere Krankheitssymptome auf. Diese machen sich in zwei Phasen bemerkbar.

Die Anzeichen der ersten Phase sind:

  • Fieber, meist nicht über 38 °C
  • Grippesymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen
  • Erbrechen
  • Schwindelgefühl

Nach einer fieberfreien Zeit von etwas sieben bis 20 Tagen tritt bei 10 Prozent der Betroffenen eine Meningoenzephalitis (Hirnhaut- und Gehirnentzündung) auf. Diese macht sich wie folgt bemerkbar:

  • Fieber
  • Erbrechen und Übelkeit
  • Meningeale Reizerscheinungen (erhöhte Lichtempfindlichkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis)
  • Aktivitätsverlust trotz vollem Bewusstsein (Stupor)
  • Koma
  • Entzündung des Rückenmarks (bei älteren Personen)

Bleibende neurologische Ausfälle, wie Lähmungserscheinungen, Anfallsleiden oder lange Kopfschmerzen, treten oftmals erst Monate nach der Erkrankung auf. Besonders Erwachsene leiden unter einem schweren FSME-Verlauf, bei Befall des Zentralen Nervensystems (ZNS) kann FSME tödlich verlaufen – die Wahrscheinlichkeit liegt allerdings bei unter einem Prozent.

FSME Impfung: Ablauf und Nebenwirkungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Kindern und Erwachsenen. Für einen vollständigen Impfschutz werden insgesamt drei Impfungen benötigt. Diese drei Impfungen erfolgen innerhalb eines Jahres. Die Impfung muss alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Nach der Impfung können kurze Nebenwirkungen auftreten, diese umfassen:

  • Fieber oder erhöhte Temperatur
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Mattigkeit und Unwohlsein
  • Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle
  • Gelenkschmerzen

Das Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung besonders Personen in Risikogebieten. Besonders betroffene Gebiete in Deutschland sind:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Teile Hessens
  • Teile des Saarlands
  • Teile Sachsens
  • Teile Niedersachsens

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der FSME-Erkrankungen in Deutschland gestiegen, da beim Heimaturlaub in der Natur ein erhöhtes Risiko besteht. Auch vor Auslandsreisen sollte überprüft werden, ob im Reiseziel eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

Aktualisiert: 23.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin