Auto und Sehen: Gute Fahrt mit guter Sicht

Autofahren im Tunnel © pixabay, ThomasWolter

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer, das Tageslicht weniger. Nasses Laub macht die Straße zur Rutschbahn, der erste Nachtfrost droht, dazu sind morgens unerfahrene ABC-Schützen auf der Straße. Im Herbst brauchen Autofahrer ein geschärftes Bewusstsein für Gefahren. Das allein reicht aber nicht.

Erste Bedinung: Klare Sicht

Zuallererst benötigt der Fahrer klare Sicht. Dabei ist nicht nur die Pflege des fahrbaren Untersatzes mit Scheinwerferreinigung und Putzen der Windschutzscheibe wichtig. Auch die Sehkraft verdient einen Rundum-Check. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Drittel aller Verkehrsteilnehmer schlecht sieht.

Rund 85 Prozent aller Informationen nehmen Menschen über die Augen auf. Das bedeutet: Wer nicht perfekt sieht, lebt im Straßenverkehr gefährlich. Daran können auch die beste Sicherheitstechnologie im Auto und regelmäßige Inspektionen nichts ändern.

Deshalb empfiehlt Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführer des Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) in Berlin, den Autofahrern regelmäßige Sehtests: "Wie beim Auto manche Mängel schleichend auftreten, lässt auch die Sehleistung der Augen oft unmerklich nach. Deshalb sollten – das ist die Faustregel – die Autofahrer alle zwei Jahre zum Sehtest, gerade so, wie der Wagen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung vorgefahren werden muss."

Damit der Sehtest nicht in Vergessenheit gerät, hat Brüggemann den Tipp parat, beides zu verbinden und Routine werden zu lassen: "Erst das Auto zum TÜV, dann zum Augenoptiker oder Augenarzt. Beides ist rasch erledigt." Kommen dem Autofahrer zwischenzeitlich Zweifel an seiner Sehkraft, sollte er den Gang zum Sehtest natürlich nicht aufschieben, sondern gleich die Sehkraft prüfen lassen. Dazu rät Wolfgang Spinler, Geschäftsführer des Automobilclub von Deutschland (AvD): "Der leiseste Zweifel an der Sehschärfe sollte Anlass genug sein, den Sehsinn überprüfen zu lassen."

Tipps für die perfekte Autofahrerbrille

Braucht der Autofahrer eine Sehkorrektur, sollte er dies mit dem Augenoptiker besprechen, denn nicht jedes Brillenmodell ist gleich gut für das Autofahren geeignet. Die ideale Brille fürs Autofahren hat ausreichend große Gläser, schmale Fassungsränder und dünne Bügel und schränkt damit das Gesichtsfeld kaum ein.

Sinnvoll sind einige Zusatzausstattungen: Wenn in der dunklen Jahreszeit Autos mit Licht fahren und die Umgebung beleuchtet ist, stoppen entspiegelte Gläser lästige Reflexionen auf dem Brillenglas. Ein weiterer Effekt: Spiegeln die Gläser weniger, dringt automatisch mehr Licht durch das Brillenglas und kann vom Auge aufgenommen werden. Bei Fahrten in Dämmerung und Nacht ermüden die Augen dann nicht so schnell.

Entspiegelte Gläser gibt es in drei Graden: leicht, normal und superentspiegelt. Gläser mit dieser höchsten Vergütung reflektieren weniger als zwei Prozent des Lichts.

Klare Sicht bieten Brillengläser aber nur, wenn sie sauber sind. Länger klar bleiben Brillengläser mit fett- und schmutzabweisender Funktion. Ebenso regelmäßig wie die Brille sollten auch die Fenster im Auto und die Rückspiegel geputzt werden. Das verhindert Blendungen.

Irritierende Reflexionen lassen sich auch durch polarisierende Gläser vermindern. In ihnen ist ein spezieller Filter integriert, der einen physikalischen Effekt ausnutzt. Denn reflektierte Lichtwellen schwingen, anders als das Tageslicht, fast nur in eine Richtung. Die polarisierenden Gläser filtern das Licht mit dieser Schwingungsrichtung heraus und erzeugen den optischen Eindruck, dass die Reflexionen verschwunden sind. Spiegelungen auf nassen Straßen, von Schaufensterscheiben oder auf Metalloberflächen fallen damit gar nicht mehr ins Auge.

Aktualisiert: 18.05.2012 - Autor: KGS

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?