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Klangmassage: Entspannung für Körper und Geist

Klangmasse mit Klangschalen © istockphoto, kzenon

Ganzkörpermassagen mit Klangschalen sind ein neuer Weg auch im Kosmetik- und Wellnessbereich. Feinste Vibrationen erfüllen den Körper und lösen Verspannungen. Sanft, ganz sachte schlägt die Klangtherapeutin eine der großen tibetischen Schalen an. Ein volltönender, satter Klang erfüllt den Raum – und den Körper, denn die Schale steht auf dem Rücken. Den Klang im Körper zu spüren ist ein intensives Erlebnis. Was man hört und spürt: feinste Vibrationen, ein leichtes, angenehmes Kribbeln. Da unser Körper zu etwa 80 Prozent aus Wasser besteht, übertragen sich die Schwingungen bis in die Zellen. Gleichzeitig lauscht man dem sich entfernenden Klang nach und hört sich in die Stille hinein – ein heute eher seltenes Erlebnis.

Was passiert bei der Klangmassage?

Bei einer Klangmassage werden mehrere Schalen auf den bekleideten Körper gelegt und angeschlagen. Bei einer Variante der Massage liegt der Patient im Wasser. Die feinen Vibrationen sollen Körper, Geist und Seele berühren und von Spannungen lösen. Das Ziel: die Selbstheilungskräfte werden mobilisiert und schöpferische Energien freigesetzt. Eine Klangmassage dauert etwa eine Stunde, und man sollte sich die Zeit und Ruhe dafür nehmen.

Bei der Massage liegt man eine zeitlang auf dem Bauch, dann auf dem Rücken. Unterschiedlich große Klangschalen werden dem Patienten in Bauch- und Rückenlage aufgelegt, auf bestimmte Chakrapunkte (Chakren sind Energiezentren), Gelenke oder Schmerzzonen. Mit einem Klöppel schlägt man die Schalen so lange sanft an, bis die Schallwellen die gestörten Energiefelder aufgelöst haben und den ganzen Körper durchfluten.

Ein-Klang

Das Hören ist genauer als das Sehen. Experimente haben gezeigt, dass kein anderes Organ auf so minimale Impulse anspricht wie das Ohr, und biologisch gesehen scheint es einen größeren Stellenwert zu besitzen: Bevor wir geboren werden, nehmen wir die Welt bereits akustisch wahr. Klang hat in der Musiktherapie z.B. bei Behinderten eine sehr große Bedeutung. Schon Pythagoras behandelte mit Musik die Schwermut.

Die Klangmassage basiert auf uralten Erkenntnissen, die schon vor über 5000 Jahren in der indischen Heilkunst Anwendung fanden. In der östlichen Vorstellung ist der Mensch aus Klang entstanden, ist also Klang. Wenn der Mensch mit sich und seiner Umwelt im Ein-Klang steht, dann ist er auch in der Lage, sein Leben frei und kreativ zu gestalten. Die moderne Klangmassage wurde von Peter Hess entwickelt. Er hat die Anwendungsweisen der Klang-Erfahrungen in Nepal und Tibet gesammelt.

Klangschalen kommen aus Japan, China, Thailand und dem Himalaya-Gebiet und sind aus fünf bis zwölf verschiedenen Metallen gefertigt. Einer Überlieferung nach soll eine Schale sieben Metalle enthalten, für jeden Planeten eines: Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei, sowie fünf weitere Metalle: Zink, Meteoreisen, Wismut, Bleiglanz und Pyrit.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise der Klangschalen ist weitgehend unerforscht. In der Medizin und Psychologie wird seit langem therapeutisch mit Klängen gearbeitet. Die Erfahrungen vieler Patienten haben gezeigt, dass die Klänge der Klangschalen eine meditative und geborgene Atmosphäre vermitteln. Die meisten Menschen erleben Klangmassage als wohltuend. Man gelangt in den so genannten Alphazustand: Hier erzeugt das Gehirn Ströme von etwa acht bis zwölf Hertz. Man ist dabei zwar geistig wach, befindet sich aber in einem Entspannungszustand voller Ruhe und Harmonie. Dieser Zustand begünstigt Kreativität und Phantasie. So fallen Problemlösungen leichter, denn beide Gehirnhälften sind aktiv.

Durch ihre entspannende und schmerzlindernde Wirkung unterstützt die Klangmassage Heilbehandlungen, zum Beispiel bei Bandscheiben-, Unterleibs- und Herzbeschwerden und bei Gelenkproblemen. Schwere körperliche oder seelische Erkrankungen dürfen aber nur von Angehörigen anerkannter Heilberufe behandelt werden. Eine besondere Wirkung der Klangmassage erhoffen sich Therapeuten unter anderem bei Patienten im Koma. Auch mit der Musiktherapie versucht man, mit Komapatienten erste Kontakte über das Summen von Melodien aufzunehmen und hat erstaunliche Erfolge.

Aktualisiert: 20.09.2013 – Autor: bo

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