Massage – Massagetechniken

Hot Stone Massage als Massagetechnik © Angelo Esslinger

Die klassische Massage, auch bekannt als Schwedische Massage, ist die gängiste Massageart. Die klassische Massage wird insbesondere von Physiotherapeuten angewendet, um Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates zu behandeln. Bei der klassischen Massage wird zwischen fünf verschiedenen Griffen unterschieden.

5 verschiedene Massagegriffe

  • Effleurage (Streichung): Dieser besonders angenehme und entspannende Handgriff wird vor allem zu Beginn einer Massage – zum Verteilen des Öls – sowie am Ende zur Erholung verwendet. Über die zu behandelnde Körperstelle wird dabei langsam und mit leichtem Druck gestrichen.
  • Petrissage (Knetung): Das Kneten wird vor allem angewendet, um vorhandene Verspannungen zu lösen. Dabei werden die Haut und die Muskulatur zwischen die Finger oder die Händen genommen und geknetet. Alternativ können Verspannungen auch durch das sogenannte Walken gelöst werden: Dabei wird die Wirkung durch das Drücken der Muskulatur auf die darunterliegenden Knochen erzeugt.
  • Friktion (Reibung): Durch kleine, kreisende Bewegungen direkt auf dem Muskel können Verspannungen und Verhärtungen besonders gut gelöst werden.
  • Tapotement (Klopfen): Das Klopfen erfolgt entweder mit den Fingern, der flachen Hand oder der Handkante. Durch die kurzen, schnellen Bewegungen wird vor allem die Durchblutung der Muskulatur gefördert.
  • Vibration (Zittern): Bei der Vibration werden die Fingerspitzen oder die flache Hand auf die zu behandelnde Stelle aufgelegt und anschließend zum Vibrieren gebracht. Durch das Vibrieren wird die Muskulatur gelockert. Auf diese Art und Weise können bei der Massage auch tiefer gelegene Gewebsschichten erreicht werden.

Sportmassage

Bei der Sportmassage handelt es sich um eine Ergänzung der klassischen Massage. Bei dieser Form der Massage wird speziell auf die Bedürfnisse des Sportlers und seine Problemzonen eingegangen. Eine Sportmassage wird meist kräftiger durchgeführt als eine klassische Massage, da davon ausgegangen werden kann, dass ein Sportler besonders robust ist. Durch das kräftigere Massieren wird die Haut besonders gut durchblutet.

Im Profisport werden Massagen häufig nach harten Belastungen zur Beschleunigung der Regeneration durchgeführt. Aber auch im Training können sie eingesetzt werden, um die Effektivität des Trainings zu steigern. Darüber hinaus können sie auch zur Vorbereitung auf einen Wettkampf dienen: Denn durch die Massage wird die Muskulatur gelockert und passiv erwärmt.

Thai Massage

Im Gegensatz zur klassischen Massage arbeitet der Masseur bei der Thai-Massage meistens nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen, den Knien und den Ellbogen. In erster Linie werden die verschiedenen Energielinien, die unseren Körper durchziehen, bearbeitet. Durch Druck auf bestimmte Energiepunkte sollen Blockaden gelöst und der Energiefluss verbessert werden.

Die Thai-Massage hat sowohl eine direkte als auch eine indirekte Wirkung: Denn durch den Druck auf die Energiepunkte sollen nicht nur Beschwerden an der Stelle selbst, sondern auch andere körperliche Probleme gelindert werden. Dazu gehören beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verstopfungen und Durchfall sowie Ohrensausen.

Bei der Thai Massage werden jedoch nicht nur die zentralen Energiepunkte bearbeitet, sondern der Körper des Patienten wird auch passiv bewegt: Er wird gedehnt und gestreckt, um die Muskulatur zu entspannen und die Beweglichkeit zu verbessern. Die Übungen ähneln denen beim Yoga.

Hot-Stone-Massage

Bei der Hot-Stone-Massage werden abgerundete, erwärmte Steine auf die zu behandelnde Körperstelle aufgelegt. Da die Wärme der Steine tief in die Muskulatur eindringen kann, können durch die heißen Steine auch besonders hartnäckige Verspannungen gelöst werden. Um dem Körper unterschiedliche Reize zu bieten, werden bei einigen Hot-Stone-Massagen auch kalte Steine aufgelegt.

Die Steine werden auf den Energiezentren des Körpers verteilt, diese befinden sich vor allem auf dem Rücken, dem Bauch oder der Stirn. Bis zu 40 Steine können pro Massage auf den Körper gelegt werden. Besonders kleine Steine können auch zwischen die Finger oder die Zehen gesteckt werden.

Fußreflexzonenmassage

Die Fußreflexzonenmassage zählt zu den Massagen mit indirekter Wirkung und stellt eine alternative Behandlungsmethode dar. Die Grundannahme bei der Fußreflexzonenmassage besteht darin, dass sich in bestimmten Reflexzonen die Muskeln und Organe unseres Körpers widerspiegeln. Durch die Massage der Reflexzonen sollen die Beschwerden an den Organen gelindert werden können.

Die Fußreflexzonenmassage stellt die bekannteste Form der Reflexzonenmassage dar. Daneben gibt es aber auch noch Reflexzonen an den Händen, den Ohren, der Nase und am Kopf. Bei der Fußreflexzonenmassage wird gezielt Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes ausgeübt. Über Reflexbögen soll dann eine lindernde Wirkung an der jeweiligen Körperstelle eintreten. So soll beispielsweise die Innenseite des Fußes direkt mit der Wirbelsäule verbunden sein und die Fußzehen Nase, Ohren und Augen repräsentieren.

Shiatsu-Massage

Hinter einer Shiatsu-Massage versteckt sich eine Druckmassage: Denn der Begriff ‚Shiatsu‘ kommt aus dem Japanischen und bedeutet ‚Fingerdruck‘. Shiatsu-Massagen sind eng mit der Akupressur verwandt: Bei einer Shiatsu-Massage wird ein anhaltender Druck auf spezielle Punkte ausgeübt. Diese liegen auf Energiebahnen, von denen man in der traditionellen chinesischen Medizin glaubt, dass sie die Lebensenergie im Körper verteilen. Durch den Druck sollen Blockaden gelöst werden und die Energie im Körper wieder ohne Behinderung fließen können.

Eine Shiatsu-Massage soll besonders bei Beschwerden an den Knien oder Schultern sowie an der Hüfte und am Rücken - aber natürlich auch zur Entspannung – geeignet sein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Massagearten erfolgt die Shiatsu-Massage übrigens ohne die Verwendung von Öl.

Lomi Lomi-Massage (Lomi Lomi Nui)

Die aus Hawaii stammende Lomi Lomi-Massage - auch als hawaiianische Tempelmassage bezeichnet - erfolgt zumeist unter Einsatz von Händen, Ellbogen und Unterarmen. ‚Lomi‘ bedeutet in der Landessprache so viel wie kneten oder drücken. Traditionell wird vor und nach dem Ende der Massage ein hawaiianisches Gebet gesprochen oder gesungen.

Ähnlich wie bei der Thai- oder der Shiatsu-Massage geht man auch bei der Lomi Lomi-Massage davon aus, dass Verspannungen den Energiefluss im Körper hemmen. Diese Verspannungen gilt es durch die Massage zu lösen. Eine Lomi Lomi-Massage kann sehr sanft erfolgen, kann aber auch stärker durchgeführt werden, um Verspannungen in der Tiefe der Muskulatur zu lösen.

Sind die Verspannungen gelöst, kann die Energie wieder ungehindert durch den Körper fließen. Durch den freien Energiefluss soll angeblich auch der geistige Spielraum erweitert werden und man soll sich von negativen Angewohnheiten trennen können. Somit liegt das Ziel einer Lomi Lomi-Massage nicht nur in der Entspannung des Körpers, sondern auch in einer seelischen Reinigung.

Aktualisiert: 27.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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